Alexander Archipenko - Große Retrospektive

 

39,90 EUR

ISBN: 9783777444253  

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Beschreibung

Ralph Melcher (Hrsg.)
Alexander Archipenko

Alexander Archipenko (Kiew 1887–New York 1964) gilt als einer der Wegbereiter der Skulptur des 20. Jahrhunderts. Das Katalogbuch dokumentiert die umfassendste Retrospektive der letzten Jahrzehnte, die das Saarlandmuseum dem Schaffen des Bildhauers auf der Grundlage der umfangreichen Eigenbestände der Saarbrücker Sammlung ausrichtet.

Mit dem Nachlass Alexander Archipenkos beherbergt das Saarlandmuseum einen europaweit einzigartigen Werkkomplex. Skulpturen und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen, darunter über hundert farbig gefasste Originalgipse, geben Einblick in die erstaunliche Vielfalt seines Œuvres.

Im Jahre 1909 hatte der junge Ukrainer sich in Paris niedergelassen. Wie andere fortschrittliche Bildhauer jener Zeit interessierte sich Archipenko intensiv für die Skulptur der außereuropäischen Kulturkreise. Zudem blieb sein Schaffen von den zeitgleich entwickelten Formexperimenten der Kubisten nicht unberührt. In frühen Werken zunächst von blockhaften, gedrungenen Proportionen der dargestellten Körper ausgehend, gelangte er ab 1912 zu einer Verschlankung und expressiven Längung des Gliederbaus. In ungekannter Radikalität durchsetzte Archipenko die plastische Form mit bewusst gestalteten Hohlformen und Durchbrüchen, die die Syntax des Körpergefüges bereicherten und eine neue Art des Dialogs zwischen Masse und Raum eröffneten.
Mit einem Umfang von rund 150 Arbeiten zeichnet die Ausstellung die prägnantesten Entwicklungslinien Archipenkos nach. Die Saarbrücker Gipse, Bronzegüsse und Arbeiten auf Papier treten dabei in aufschlussreiche Beziehung zu hochrangigen Werken aus internationalem Museums- und Privatbesitz. Das aufwendig bebilderte Katalogbuch zur Ausstellung, das sich zugleich als aktualisierter Bestandskatalog der Saarbrücker Archipenko-Sammlung versteht, entsteht in Kooperation mit der Archipenko Foundation Bearsville, USA.

 

Rezensionen

Neben den informativen und spannend zu lesenden Essays sowie dem Bestandsverzeichnis, überzeugt diese Publikation nicht zuletzt durch die in hervorragender Druckqualität wiedergegebenen Abbildungen. Eine Lektüre, die zum weiteren Eintauchen in das Werk des Bildhauers animiert!
[Portal Kunstgeschichte]

Der Katalog sei jedem empfohlen, der wissen will, was die Plastik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmte.
[Kunst und Auktionen]

Zur Ausstellung

Alexander Archipenko
18.10.08 - 18.01.09
Saarland Museum, Saarbrücken


Mit dem Nachlass des Bildhauers Alexander Archipenko (Kiew 1887-1964 New York) besitzt das Saarlandmuseum Saarbrücken eine europaweit einzigartige Sammlung an Originalgipsen, Bronzen und Zeichnungen von einem der wichtigsten Wegbereiter der Skulptur des 20. Jahrhunderts. Auf der Grundlage dieser Eigenbestände richtet das Saarlandmuseum ab Oktober 2008 dem Schaffen Archipenkos die umfangreichste Retrospektive der letzten Jahrzehnte aus.

Im Jahre 1909 hatte der junge Ukrainer sich in Paris niedergelassen. Wie andere fortschrittliche Bildhauer seiner Generation interessierte Archipenko sich intensiv für die Skulptur der außereuropäischen Kulturkreise. Im Louvre und in den völkerkundlichen Sammlungen der französischen Hauptstadt standen ihm die Werke der altgriechischen, orientalischen oder fernöstlichen Hochkulturen in reicher Fülle vor Augen.

Archipenkos Schaffen spiegelt dabei auch die Berührung mit den Formexperimenten der Kubisten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris entwickelt wurden. In seinen frühen Werken zunächst von wuchtigen, blockhaften Proportionen der dargestellten Körper ausgehend, gelangte er ab 1912 zu einer Verschlankung und expressiven Längung des Gliederbaus. Mit der Erfindung kunstvoller Bewegungsmotive verband der Bildhauer zeitlebens ein vielfältiges Spiel mit den Gesetzmäßigkeiten des Statischen überhaupt. In ungekannter Radikalität durchsetzte Archipenko die plastische Form mit bewusst gestalteten Hohlformen und Durchbrüchen, die eine neue Art des Dialogs zwischen Masse und Raum eröffneten.

Die Saarbrücker Werke, die mehrheitlich aufgrund einer großzügigen testamentarischen Verfügung des Künstlers seit 1968 den Sammlungen des Saarlandmuseums angehören, werden durch internationale Leihgaben ergänzt. Mit einem Umfang von rund 140 Arbeiten aus mehr als fünf Jahrzehnten zeichnet die Ausstellung die prägnantesten künstlerischen Entwicklungslinien Archipenkos nach und öffnet sein bedeutendes und einflussreiches Schaffen erneut einer breiteren Wahrnehmung. Die Präsentation wird von einem Katalog und einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
Annegret Kramp-Karrenbauer Grußwort 6
Ralph Melcher Vorwort 7
  Dank 9
  Leihgeber 9
Kathrin Elvers-Svamberk Von der Materialität des Nicht-Vorhandenen - Alexander Archipenko und die Vitalität des Raumes 11
Karen Sträub Geformte Farbe und farbige Form - Alexander Archipenkos Reliefs und Skulpto-Malereien 21
Alexandra Keiser Paris, Berlin, New York - Alexander Archipenko in den zwanziger Jahren 27
Mona Stocker Fülle und Leere - Zum Raumverständnis in der Bildhauerkunst von Alexander Archipenko und Rudolf Belling 39
  Abbildungen 45
Ute Dietzen-Seitz, Brigitte Schröder Der rote Blaue Tanz - Zur Restaurierung eines Gipses von 1913 193
  Biografie 199
  Verzeichnis der Leihgaben 202
  Bestandskatalog 204
  Ausgewählte Ausstellungen und Publikationen 230

Über Alexander Archipenko

Alexander Archipenko (* 30. Mai 1887 in Kiew, Ukraine; † 25. Februar 1964 in New York, N.Y.) war ein US-amerikanischer Bildhauer ukrainischer Herkunft. Er gehört zu den Wegbereitern der modernen Bildhauerei.

Archipenko war der Sohn eines Mechanikers und studierte von 1902 bis 1905 Malerei und Bildhauerei an der Kunstakademie in Kiew. Nach einem Verweis wegen Rebellion gegen akademische Lehrmethoden im Jahre 1906, arbeitete er selbständig in Moskau. 1908 verließ er Russland um Anschluss an die moderne westeuropäische Plastik zu erhalten, und zog zunächst nach Paris. Dort studierte an der École des Beaux-Arts, die er aufgrund der dortigen Kunstauffassung verließ und eröffnete 1911 seine erste Kunstschule und trat 1912 der Section d’Or bei und begegnete unter anderem Pablo Picasso. 1921 bis 1923 zog er nach Berlin, wo er eine eigene Schule gründete.

Zu Beginn seiner künstlerischen Bildhauerei formte er stilisierte Plastiken mit fließenden Formen. 1910 übertrug er als erster den Bildhauer den Kubismus auf die Plastik und entwickelte die sogenannte Skulpto-Malerei von 1910 bis 1914; wobei er Formen bis hin zu Figuren mit Leerraum entwickelte, wobei konkave Hohlformen aus einer konvexen Form übergingen. Die Schreitende Frau aus dem Jahr 1912 war eines der ersten Beispiele für diese neue Richtung. Seit 1910 stellte er seine Arbeiten aus und nach 1919 in ganz Europa und in den USA. Von 1920 bis 1923 lebte er in Berlin, wo er auch eine Kunstschule gründete.

1921 heiratete er Gela Forster, geb. Angelica Schmitz, eine junge Bildhauerin, die er in Dresden kennenlernte, wo sie Mitglied der Dresdner Sezession war. Sie war die Tochter des Architekten Bruno Schmitz, ihre Mutter war Sängerin. In einer weiteren Ehe war er verheiratet mit Frances Archipenko-Gray.

1923 wanderten die Archipenkos nach Amerika aus, zunächst nach New York, wo Archipenko an verschiedenen Kunstschulen lehrte, so von 1935/36 an der Washington State University, und 1937 die „School of Creative Fine Arts“ in Chicago gründete. In Chicago lehrte er zudem am von László Moholy-Nagy gegründeten „Neuen Bauhaus“. Er entwickelte 1924 eine bewegliche Malerei, die Archipentura . 1939 kehrte er wieder nach New York zurück. 1946 experimentierte er mit Licht in Form von innen beleuchteten Plastiken aus durchsichtigen Materialien wie Plexiglas und anderen.

Details

Herausgeber: Ralph Melcher
Texte: Kathrin Elvers-Švamberk, Alexandra Keiser, Mona Stocker, Karen Straub u.a.
Verlag: Hirmer Verlag, München
Auflage: Erstauflage 2008
Jahr: 12/2008
Seitenanzahl: 240 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 164 Abbildungen in Farbe und 32 in S/W
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7774-4425-1
ISBN 13: 978-3-7774-4425-3
Größe: ca. 284 x 218 x 26 mm
Gewicht: ca. 1.500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen