Ganz Konkret | Museum Haus Konstruktiv
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Beschreibung
Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst, Museum Haus Konstruktiv, Zürich (Hrsg.)
Ganz Konkret
Museum Haus Konstruktiv
Ein spannender und facettenreicher Überblick über die Entwicklung der konkreten, konstruktiven und konzeptuellen Kunst
Reduktion ist wieder angesagt: ZERO erfährt international ein großes Revival, wichtige Op-Art-Künstler werden wiederentdeckt, junge Galerien mit einem zeitgenössischen Programm zeigen maßgebende Konzeptkünstler der 1960er- und 1970er-Jahre. Kurz: Konstruktive, konkrete und konzeptuelle Themen sind wieder absolut zeitgemäß. Das Haus Konstruktiv beschäftigt sich seit einigen Jahren mit genau diesen Themen. Ganz konkret zeichnet in neun Kapiteln die über 100-jährige Entwicklung der konstruktiven, konkreten und konzeptuellen Kunst bis in die Gegenwart nach. Gruppen- und Einzelprojekte wie unter anderem von Georges Vantongerloo, Tobias Madison oder auch Magdalena Fernandez präsentieren das Thema Kunstgeschichte als einen spannenden Echoraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Publikation stellt zum ersten Mal die Sammlung des Haus Konstruktiv vor und dokumentiert facettenreich und überraschend einen Querschnitt maßgeblicher Positionen von 1900 bis 2010.
Zur Ausstellung
ganz konkret I
27.08.10 - 31.10.10
ganz konkret II
11.11.10 - 13.01.11
Haus Konstruktiv, Zürich
ganz konkret in zwei Folgen, im Haus Konstruktiv
Folge 1: 27. August bis 31. Oktober 2010
Das Ausstellungsprojekt «ganz konkret» zeigt die Entwicklung der über 100-jährigen Geschichte der konkreten, konstruktiven und konzeptuellen Kunst. In zwei Ausstellungsfolgen und mit über 400 Werken entzündet das Haus Konstruktiv über vier Etagen ein Feuerwerk ganz konkreter Ansätze. Wir zeigen zahlreiche wichtige Werke aus der eigenen Sammlung, hochkarätige Leihgaben sowie spannende Einzel- und Gruppenpräsentationen von historisch relevanten wie auch jungen Künstlerpositionen.
Die Basis der Ausstellung «ganz konkret» bildet eine dichte und facettenreiche Präsentation im Erdgeschoss: eine «Timeline», verstanden als kunsthistorische Zeitreise von 1900 bis heute – mit Texten, Abbildungen und Originalen. Mit ihr werden die Besucherinnen und Besucher während fünf Monaten in historisch bedeutsame Etappen eingeführt und lernen massgebliche Meisterwerke der älteren und jüngeren Kunstgeschichte kennen. Laufend, schauend, lesend, erhalten sie hier einen intensiven Einblick in kunsthistorische Zusammenhänge.
Ziel der Ausstellung «ganz konkret» ist es, ein breites Publikum mit dem bis heute wirksamen Erbe der konkreten, konstruktiven und konzeptuellen Kunst vertraut zu machen. Wir möchten zeigen, wie vielseitig, abwechslungsreich und lustvoll diese künstlerischen Positionen sind. Und nicht zuletzt möchten wir mit der Ausstellung «ganz konkret» sowohl das Zürcher wie auch das Schweizer und internationale Publikum dafür sensibilisieren, dass einige der wichtigsten Strömungen der konkreten und konstruktiven Kunst ihren Anfang in Zürich nahmen und von dort in die Welt ausstrahlten. Ihre Innovationskraft wirkt bis heute.
Ausstellungsdauer: «ganz konkret» Folge 1 läuft bis zum 31. Oktober 2010. Parallel zur Ausstellung bieten wir ein vielfältiges Vermittlungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Vom 1. bis 9. November 2010 ist das Museum wegen Umbaumassnahmen geschlossen, am 10. November eröffnet «ganz konkret» Folge 2, um 18.00 Uhr.
Warum «ganz konkret» jetzt?
Zeitgemäss: Reduktion ist wieder angesagt: ZERO erfährt international ein grosses Revival, wichtige Op Art-Künstler werden wiederentdeckt, junge Galerien mit einem zeitgenössischen Programm zeigen massgebende Konzeptkünstler der 1960er und 70er Jahre. Und viele junge Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit reduktionistisch geprägten Fragestellungen, so dass wir bereits von einer heranwachsenden Generation der «Neo-Konzeptuellen» und «Neo-Konkreten» sprechen können.
Jubiläum: Vor genau 50 Jahren realisierte Max Bill im Helmhaus Zürich die mittlerweile legendäre Ausstellung «konkrete kunst – 50 jahre entwicklung». Nach Bills Zeitrechnung würden wir also in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum der konkreten Kunst feiern. Nach Richard Paul Lohse hingegen sind die Anfänge der konkreten Kunst bereits um das Jahr 1903 auszumachen, nämlich in den geometrisch angelegten Pastellen von Augusto Giacometti.
Spurensuche: Das Museum Haus Konstruktiv begibt sich auf eine Spurensuche nach den Anfängen, den Erscheinungsformen und Entwicklungslinien reduktionistischer Ansätze in der bildenden Kunst, und entwirft eine umfangreiche Auslegeordnung, in der auf vier Stockwerken über 100 Jahre Kunstgeschichte aufleben. Unser Credo lautet, dass die Klarheit und Sinnlichkeit der reduktionistischen Kunst einen reichen Fundus an zeitlosen Ideen bereithält, deren Durchleuchtung stets neue, faszinierende Erkenntnisse hervorbringt. Back to the roots: Wenn wir heute in Museen oder Galerien gehen, um die Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu sehen, erscheint uns die Freiheit ihres Umgangs mit den bildnerischen Mitteln selbstverständlich. Wir erwarten längst nicht mehr, dass ihre Werke etwas abbilden, sondern sind darauf gefasst, neuen Wirklichkeiten zu begegnen.
Die Anfänge dieses freien, genuin künstlerischen Schaffens liegen in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, liegen in den Werken der klassischen Avantgarde und der frühen konkret-konstruktiven Maler. Ihre Pionierleistung bestand darin, dass sie die Grundlagen der Kunst selbst zum Thema ihrer Kunst erklärten. Sie untersuchten Farben, Formen und Materialien, studierten Proportionen, erforschten Strukturen und beleuchteten die gesellschaftliche Relevanz von Kunst.
Die Grundlagenforschung, die sie damit in Gang setzten, hat sich längst noch nicht erschöpft. Im Gegenteil! Reduktion, Geometrie, Systeme, Strukturen und die kritische Analyse der Rahmenbedingungen, in denen Kunst entsteht oder gesehen wird, stehen heute mehr denn je im Fokus der Kunstproduktion.
«ganz konkret» Folge 1 – Was es alles zu sehen gibt
Lebendige Kunstgeschichte: Im Erdgeschoss führt eine «Timeline» mit hochkarätigen Werken und bebilderten Texten das Publikum durch die Jahrzehnte von 1900 bis 2010.
Zu sehen sind u.a. Werke von: Josef Albers, Jean Arp, Art & Language, Max Bill, Klaus vom Bruch, Sonia Delaunay, Theo van Doesburg, Karl Gerstner, Augusto Giacometti, Eugen Gomringer, Camille Graeser, Gottfried Honegger, Lazar Markovich Khidekel, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Joseph Kosuth, Verena Loewensberg, Richard Paul Lohse, Kasimir Malewitsch, Mathieu Mercier, Piet Mondrian, Carsten Nicolai, Steven Parrino, Sophie Taeuber-Arp, Georges Vantongerloo und Andy Warhol.
Gruppenausstellung: Unter dem Titel «Systeme» präsentiert Haus Konstruktiv im 3. Stock (grosse Halle) eine Gruppenausstellung mit Exponaten aus der eigenen Sammlung sowie Leihgaben. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von Ueli Berger, David Bill, Jakob Bill, Roman Clemens, Lucia Coray, Walter Dexel, müller-emil, Rita Ernst, Günter Fruhtrunk, Fritz Glarner, Hansjörg Glattfelder, Florin Granwehr, Hans Hinterreiter, Walter Leblanc, Hedi Mertens, François Morellet, Nelly Rudin.
Einzelpräsentationen: Die in Venezuela lebende Künstlerin Magdalena Fernández (geb. 1964, lebt und arbeitet in Caracas) zeigt ihre 2009 entstandene, raumfüllende Videoinstallation «2iPM009». Die junge polnische und in Berlin ansässige Künstlerin Natalia Stachon (geb. 1976 in Kattowitz) präsentiert unter dem Titel «Matter shifted» neue Arbeiten, die sie eigens für die Ausstellung «ganz konkret» entwickelt hat (3. Stock, kleine Halle).
Ein besonderes Highlight sind auch die Werke der drei russischen Konstruktivisten Ilja Tschaschnik (1902– 1929), Kasimir Malewitsch (1878–1935) und Nicolai Suetin (1897–1954), die wir im 4. Stock ausstellen. Ausserdem zeigt Haus Konstruktiv eine exemplarische Auswahl kleinformatiger Gemälde des amerikanischen Malers Roy Newell (1914–2006), dessen erste grosse Präsentation während der diesjährigen Armory-Show in New York für Furore sorgte.
Hinzu kommen Kabinettpräsentationen von Charlotte Posenenske (1930–1985) und Fred Sandback (1943– 2003). Von Andreas Christen (1936–2006) sind nicht nur drei exemplarische Werke zu sehen, sondern auch die vier Originalexemplare (Vintage!) des Briefkastens, den er zusammen mit der Firma Ernst Schweizer AG 1974 in den zeittypischen Farben Orange, Grün, Braun und Grau realisierte.
In Folge 2 werden weiter über 200 Werke präsentiert
«Georges Vantongerloo», eine konzentrierte Auswahl massgeblicher Werke des grossen Pioniers der Moderne (1886–1965) aus Privatbesitz (1. Stock)
Druckgrafik der «Zürcher Konkreten» aus der Sammlung Haus Konstruktiv (2. Stock)
Unter dem Titel «Metamorphosen» präsentiert das Museum eine weitere Gruppenausstellung mit Werken aus der Sammlung Haus Konstruktiv und Leihgaben (3. Stock)
Einzelausstellung von Tobias Madison (geb. 1985, lebt in Basel und Zürich), «Drawings» Einzelausstellung «Lazar Marcovich Khidekel – Der wiederentdeckte Suprematist» mit Werken aus dem Nachlass des russischen Künstlers und Architekten (1904–1986)
Details
Herausgeber: Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst, Museum Haus Konstruktiv, Zürich
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Texte: Evelyne Bucher, Hans Ulrich Schweizer / Dorothea Strauss, Britta Schröder, Dorothea Strauss, Margit Weinberg Staber, Gestaltung von Markus Bosshard und Gabriela König
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2011
Seitenanzahl: 360 Seiten
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Abbildungen: 897 farbige Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-2840-6
ISBN 13: 978-3-7757-2840-9
Größe: ca. 300 x 254 x 28 mm
Gewicht: ca. 2.250 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Das Buch ist auch in Englisch mit dem Titel Complete concrete erschienen (ISBN 978-3-7757-2841-6). Diese Ausgabe ist natürlich ebenso lieferbar, wir bitten dann um kurzen Vermerk bei Ihrer Bestellung.







