Günther Uecker. Aktionen
|
|
Beschreibung
Klaus Gereon Beuckers
Günther Uecker. Aktionen
Aktionskunst prägte die künstlerische Avantgarde der späten 1950er und frühen 1960er Jahre wie kaum eine andere Kunstform. Auch im Werk von Günther Uecker kommt dem Handlungsmoment ein zentraler Stellenwert zu, der bisher zu wenig beachtet wurde.
Schon während seiner Zeit in der Gruppe Zero, mit der Uecker europäische Kunstgeschichte geschrieben hat, veranstaltete er Aktionen, die er in den 1960er Jahren durch eine Auseinandersetzung mit den Bewegungen von Fluxus und Happening zu einer eigenständigen Form ausarbeitete. Da seine Aktionen in der Regel der Entstehung eines materiellen Kunstwerks verbunden blieben, nimmt er innerhalb der internationalen Aktionskünstler eine spezifische Stellung ein. Diese wird durch seine wichtigen Impulse auf die entstehende Land Art und auf die Concept Art in Amerika eindrucksvoll unterstrichen.
In dem vorliegenden Aufsatzband widmen sich sechs ausgewiesene Kenner der Kunst dieser Zeit. Dabei werden Themen wie Ueckers Bedeutung für die Naturkunst oder der künstlerischen Nutzung von Fotografie zur Dokumentation behandelt. Mit Untersuchungen zur Verwendung von Texten und Wortcollagen in den Aktionen sowie zu der akustischen Komponente der Aktionen und damit deren Bezüge zur Neuen E-Musik der 1950/60er Jahre werden Themen erörtert, die bisher unerforscht waren und weitergehende Bezüge zur internationalen Aktionskunst dieser Zeit ermöglichen.
Dank der umfassenden Behandlung des Themas und seiner reichhaltigen, systematischen Bebilderung ist das Buch zum Standardwerk der Aktionskunst Günther Ueckers geworden.
Über Günther Uecker
Günther Uecker (* 13. März 1930 in Wendorf, Mecklenburg) ist ein deutscher Maler und Objektkünstler von internationalem Rang. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern. Ein Teil seiner künstlerischen Objekte kann der kinetischen Kunst zugeordnet werden.
Uecker, der auf der Halbinsel Wustrow aufwuchs, studierte von 1949 bis 1953 Malerei in Wismar und an der Kunstakademie in Berlin-Weißensee. 1955 verließ er die DDR und setzte bis 1958 sein Studium bei Otto Pankok und anderen an der Kunstakademie Düsseldorf fort. 1956/1957 entstanden erstmals die für ihn typischen Nagelbilder: dreidimensionale, weiß bemalte Reliefs aus Nägeln, die durch die Ausrichtung der Nägel und die Wechselwirkung von Licht und Schatten ihre eigene Dynamik erhalten. Ab 1962 versah Uecker Alltagsgegenstände wie Möbel mit Nagelreliefs.
1961 wurde Uecker Mitglied in der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Künstlergruppe ZERO, woraufhin er sich auch der kinetischen Lichtkunst zuwandte. Gemeinsam mit Gerhard Richter inszenierte er die Demonstration „Museen können bewohnbare Orte sein“. Die Aufführung des Terrororchesters in der Kunsthalle Baden-Baden, einer lärmenden Installation aus 20 Maschinen, Staubsaugern, einer Wäschetrommel sowie Hammer und Sichel, erregte bundesweit Aufsehen.
Zusammen mit Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler war Uecker 1970 deutscher Vertreter auf der Biennale von Venedig. Von 1971 bis 1974 erfolgten Arbeitsaufenthalte in Südamerika, Afrika und Asien sowie von 1984 bis 1985 Aufenthalte in Japan, Sibirien, China, Island und der Mongolei. Seit den 1980er Jahren nimmt er in seinen Werken zu politischen Fragen Stellung: so etwa reagierte er auf die Katastrophe von Tschernobyl mit dem Zyklus „Aschebilder“. Weitere politische Bezüge finden sich bei seinen Werken über den Irak, Umweltprobleme und anderem.
Von 1976 bis 1995 unterrichtet Uecker als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zu seinen Meisterschülern zählten Halina Jaworski, Klaus Schmitt und Matthias Hintz. 1999 gestaltete er den Andachtsraum im neuen Reichstagsgebäude in Berlin. 2004 konzipierte er das Freilichtbühnenbild für eine Aufführung des Wilhelm Tell von Schiller am – angeblich – historischen Ort auf der Rütliwiese.
Im Dezember 2008 war Uecker Mitbegründer der Stiftung Zero foundation. Weitere Gründer waren die ZERO-Künstler Heinz Mack und Otto Piene sowie die Stiftung museum kunst palast Die Stiftung hat ihren Sitz im Düsseldorfer Medienhafen; sie hat sich zum Ziel gesetzt, die ZERO Bewegung zu erhalten, zu präsentieren, zu erforschen und zu fördern, Uecker lebt und arbeitet heute in Düsseldorf und St. Gallen. Ein Atelier befindet sich zudem in der Berliner Gartenstadt Atlantic des Architekten Rudolf Fränkel.
Uecker ist der Schwager des Künstlers Yves Klein.
Details
Verlag: Michael Imhof Verlag, Petersberg
Autor: Klaus Gereon Beuckers
Auflage: Erstauflage
Jahr: 03/2004
Seitenanzahl: 232 Seiten
Buchart: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Abbildungen: 80 Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-937251-49-9
ISBN 13: 978-3-937251-49-3
Größe: ca. 242 x 172 x 22 mm
Gewicht: ca. 850 Gramm
Zustand: neu, ungelesen








