Günther Uecker - Zwanzig Kapitel

 

49,80 EUR

ISBN: 9783775715843  

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Beschreibung

Alexander Tolnay, Neuer Berliner Kunstverein (Hrsg.)
Günther Uecker
Zwanzig Kapitel

Im Osten geboren, im Westen berühmt geworden - eine beeindruckende Würdigung des Lebenswerks von Günther Uecker, dem auf so exemplarische Weise »gesamtdeutschen« Künstler.

Günther Uecker zählt zu den international anerkanntesten deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem radikalen Wechsel vom gemalten Tafelbild zum Nagel-Objekt fand Günther Uecker Mitte bis Ende der fünfziger Jahre ein seinen künstlerischen Absichten gemäßes Werkzeug, das rasch zu seinem Markenzeichen wurde. Die »Verletzbarkeit der Menschen durch den Menschen« führte ihn ab den 1980er Jahren zu betroffen machenden Bildwerken und Installationen, die existenzielle Aspekte unseres Lebens berühren.
Die umfassende Monografie präsentiert neben hochkarätigen Werken aus öffentlichen und privaten Sammlungen aus aller Welt auch selten sowie teils noch nie gezeigte Stücke aus dem Besitz des Künstlers, darunter frühe Zeichnungen, Lichtmedien, Permutationen, genagelte Objekte, Strukturfelder und Reihungen, Kinetik, Schwarzraum-Weißraum, Sandspirale, Zum Schweigen der Schrift, Black Mesa, Aschebilder und Baumobjekte, Verletzungen und Verbindungen, Tuchobjekte, Brief an Peking, vernagelte Malerei, Dialog der Kulturen und ganz neue Arbeiten. (Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-1744-1)

Ausstellungen: Martin-Gropius-Bau, Berlin 11.3.-6.6.2005 · Neue Nationalgalerie, Berlin 20.4.-16.5.2005

»Der Erwerb des 200-Seiten-Bandes lohnt; Basismaterial.« [Informationsdienst Kunst]

 

Inhaltsverzeichnis

  Inhalt Seite
  Vorwort 6
  Klangobjekte - Ueckers Verwandlung des Zeitgeistes der 1960er Jahre
Wulf Herzogenrath
8
  Bewegungen
Britta Schmitz
16
  Bild und Instrumentalität
Kazuhiro Yamamoto
20
  Die Zeitgenossenschaft in Ueckers Kunst
Alexander Tolnay
26
  Zwanzig Kapitel
Dieter Honisch
32
  Vorbemerkung  
Kapitel 1 Frühe Strukturen 34
Kapitel 2 Aktionen - Notationen 44
Kapitel 3 Lichträume 54
Kapitel 4 Strukturfelder 60
Kapitel 5 Benagelte Objekte 66
Kapitel 6 Aggressive Reihungen 72
Kapitel 7 Terrororchester 78
Kapitel 8 Schwarzraum - Weißraum 88
Kapitel 9 Sandbilder - Sandskulpturen 94
Kapitel 10 Zum Schweigen der Schrift 102
Kapitel 11 Black Mesa 110
Kapitel 12 Aschebilder 116
Kapitel 13 Architektonische Landschaften 126
Kapitel 14 Brief an Peking 132
Kapitel 15 Fall 142
Kapitel 16 Weiße Bilder 148
Kapitel 17 Verletzungen - Verbindungen 154
Kapitel 18 Friedensgebote 162
Kapitel 19 Tuchskulpturen 168
Kapitel 20 Sandmühlen - Zeitspiralen 172
  Biografie 178
  Aktionen und Theaterausstattungen 190
  Filme über Günther Uecker 193
  Bibliografie 194

Zur Ausstellung

Günther Uecker – Zwanzig Kapitel
Martin-Gropius-Bau, Berlin, 11. März bis 6. Juni 2005
Neue Nationalgalerie, Berlin, 20. April bis 16. Mai 2005

Anlässlich des 75. Geburtstags von Günther Uecker findet in Berlin eine große Werkschau statt, die sich gleich über mehrere Ausstellungen erstreckt. Im Martin-Gropius-Bau und der Neuen Nationalgalerie gibt es, thematisch in 20 Kapitel unterteilt, eine große Werkübersicht mit zum Teil noch nie gezeigten Arbeiten. Der Neue Berliner Kunstverein zeigt rund 150 Aquarelle Günther Ueckers, die auf seinen ausgedehnten Reisen vor allem in Asien entstanden.

Im Martin-Gropius-Bau wird die Installation Friedensgebote gezeigt. Uecker schuf diese Arbeit, die sich mit den drei Weltreligionen auseinandersetzt, speziell für diesen Ausstellungsort.
Seine Aquarelle im Neuen Berliner Kunstverein heben sich deutlich von seinem bisher bekannten Werk ab und erlauben den Blick auf die eher ruhigen und sensiblen Seiten des Künstlers.
Den letzten Teil der Ausstellungsserie bildet die Installation Sandmühlen - Zeitspiralen in der zentralen Eingangshalle der Neuen Nationalgalerie. Im Dialog mit der spröden Schönheit der Architektur des Mies-van-der-Rohe-Baus bilden die aus Sand geschaffenen Arbeiten Ueckers eine fast als meditativ zu bezeichnende Einheit.

Günther Uecker fand mit dem radikalen Wechsel vom gemalten Tafelbild zum Nagel-Objekt Mitte bis Ende der fünfziger Jahre ein seinen künstlerischen Absichten gemäßes Werkzeug, das rasch zu seinem Markenzeichen wurde.

Über Günther Uecker

Günther Uecker (* 13. März 1930 in Wendorf, Mecklenburg) ist ein deutscher Maler und Objektkünstler von internationalem Rang. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern. Ein Teil seiner künstlerischen Objekte kann der kinetischen Kunst zugeordnet werden.

Uecker, der auf der Halbinsel Wustrow aufwuchs, studierte von 1949 bis 1953 Malerei in Wismar und an der Kunstakademie in Berlin-Weißensee. 1955 verließ er die DDR und setzte bis 1958 sein Studium bei Otto Pankok und anderen an der Kunstakademie Düsseldorf fort. 1956/1957 entstanden erstmals die für ihn typischen Nagelbilder: dreidimensionale, weiß bemalte Reliefs aus Nägeln, die durch die Ausrichtung der Nägel und die Wechselwirkung von Licht und Schatten ihre eigene Dynamik erhalten. Ab 1962 versah Uecker Alltagsgegenstände wie Möbel mit Nagelreliefs.

1961 wurde Uecker Mitglied in der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Künstlergruppe ZERO, woraufhin er sich auch der kinetischen Lichtkunst zuwandte. Gemeinsam mit Gerhard Richter inszenierte er die Demonstration „Museen können bewohnbare Orte sein“. Die Aufführung des Terrororchesters in der Kunsthalle Baden-Baden, einer lärmenden Installation aus 20 Maschinen, Staubsaugern, einer Wäschetrommel sowie Hammer und Sichel, erregte bundesweit Aufsehen.

Zusammen mit Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler war Uecker 1970 deutscher Vertreter auf der Biennale von Venedig. Von 1971 bis 1974 erfolgten Arbeitsaufenthalte in Südamerika, Afrika und Asien sowie von 1984 bis 1985 Aufenthalte in Japan, Sibirien, China, Island und der Mongolei. Seit den 1980er Jahren nimmt er in seinen Werken zu politischen Fragen Stellung: so etwa reagierte er auf die Katastrophe von Tschernobyl mit dem Zyklus „Aschebilder“. Weitere politische Bezüge finden sich bei seinen Werken über den Irak, Umweltprobleme und anderem.

Von 1976 bis 1995 unterrichtet Uecker als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zu seinen Meisterschülern zählten Halina Jaworski, Klaus Schmitt und Matthias Hintz. 1999 gestaltete er den Andachtsraum im neuen Reichstagsgebäude in Berlin. 2004 konzipierte er das Freilichtbühnenbild für eine Aufführung des Wilhelm Tell von Schiller am – angeblich – historischen Ort auf der Rütliwiese.
Im Dezember 2008 war Uecker Mitbegründer der Stiftung Zero foundation. Weitere Gründer waren die ZERO-Künstler Heinz Mack und Otto Piene sowie die Stiftung museum kunst palast Die Stiftung hat ihren Sitz im Düsseldorfer Medienhafen; sie hat sich zum Ziel gesetzt, die ZERO Bewegung zu erhalten, zu präsentieren, zu erforschen und zu fördern, Uecker lebt und arbeitet heute in Düsseldorf und St. Gallen. Ein Atelier befindet sich zudem in der Berliner Gartenstadt Atlantic des Architekten Rudolf Fränkel.

Uecker ist der Schwager des Künstlers Yves Klein.

 

Details

Herausgeber: Alexander Tolnay, Neuer Berliner Kunstverein
Texte: Wulf Herzogenrath, Dieter Honisch, Britta Schmitz, Alexander Tolnay, Stephan von Wiese und Kazuhiro Yamamoto
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Auflage: Erstauflage
Jahr: 03/2005
Seitenanzahl: 200 Seiten
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Abbildungen: 199 Abbildungen, davon 93 farbig
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-1584-3
ISBN 13: 978-3-7757-1584-3
Größe: ca. 284 x 250 x 22 mm
Gewicht: ca. 1.400 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Das Buch ist auch in englsicher Sprache erhältlich: Günther Uecker - Twenty Chapters