Heinz Mack | Licht – Raum – Farbe
|
|
Beschreibung
Daniel Birnbaum (Hrsg.)
Heinz Mack
Licht - Raum - Farbe | Light - Space - Colour
ZERO forever!
»Schon früh, noch bevor er dreißig war, verzichtete Mack auf das Mittel der Farbe und machte sich das Licht in seiner Dimension als Projektion im Raum zu eigen. Licht – Element des Abstrakten und Idealen, versöhnender Grund im Werk Piero della Francescas ebenso wie bei Vermeer. Doch während es dort als feste Struktur und dauerhaft verbindender Faktor fungiert und eine ästhetische Statik bewirkt, schafft das Licht und sein Fluktuieren bei Mack einen Organismus, dessen flimmernde Erscheinung sich in einer unablässigen Dynamik immer von neuem konfiguriert. Was Mack interessiert, ist das Problem der Lichtreflexion und seine Rolle bei der Erzeugung einer räumlichen Beziehung. Ihre Zwischenstufen liegen in einem Feld, in dem die Aufeinanderfolge der Zeitintervalle polarisiert und in einer gemeinsamen Dimension miteinander kombiniert werden. Die Frequenz ihrer Begegnung wird durch die Möglichkeit der Multiplizierung gesteigert«, schreibt Umbro Apollonio schon 1963.
Heinz Mack war Mitbegründer der ZERO-Bewegung und hat mit seinem lichtkünstlerischen und bildhauerischen Werk die Kunst seit 1960 nachhaltig beeinflusst. Sein 80. Geburtstag 2011 und die Wiederentdeckung seines Werks durch eine jüngere Künstlergeneration bieten den Anlass für diese große Hommage. Das Buch zeigt umfassend die Kontinuität des utopischen Kunstgedankens bei Heinz Mack, in dessen Arbeiten neue Wahrnehmungsformen von Licht, Raum und Farbe ebenso eine zentrale Rolle spielen, wie sein Hauptaugenmerk statt der Komposition stets der Struktur gegolten hat.
Description
Zero forever!
»Early on, even before he was thirty, Mack renounced colour as a medium and appropriated light, in its dimension as a projection in space. Light – the element of the abstract and the ideal, that redemptive ground in the works of Piero della Francesca and Vermeer alike. However, whereas in the case of these two masters, light functions as a firm structure and a permanent connective factor duly effecting an aesthetic stasis, in Mack’s case, light and its fluctuations create an organism, the shimmering appearance of which constantly reconfigures itself in a perpetual dynamic flux. Mack is interested in the problem of the reflection of light and its role in the production of spatial relationships. Its intermediate stages reside in a field in which the sequence of time intervals are polarised and duly combined in a common dimension. The frequency of their encounter is intensified by the possibility of multiplication«, Umbro Apollonio is writing early 1963.
Heinz Mack was a co-founder of the ZERO Movement. His sculptural works and light art have had a profound influence upon art since 1960. His forthcoming 80th birthday in 2011 and the rediscovery of his works by a younger generation have prompted this substantial homage. The book comprehensively illustrates the continuity of Heinz Mack’s utopian conception of art, in whose works new forms of perception of light, space and colour play a central role, in the same way that structure rather than composition has been his main focus of attention.
Über Heinz Mack
Heinz Mack, geboren 1931, studierte Kunst- und Werkerziehung an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1957 gründet er mit Otto Piene die ZERO-Bewegung in Düsseldorf. Erste "Lichtreliefs", "Lichtkuben", "Lichtstelen" sowie das so genannte "Sahara-Projekt" entstehen 1958. Im gleichen Jahr nimmt der Künstler an der Documenta II Kassel teil. Ausstellungen von internationalem Rang folgen. 1970 erfolgt die Professur für einen Lehrauftrag in Osaka/Japan. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen. Heinz Mack lebt und arbeitet seit 1967 als freischaffender Künstler auf dem Huppertzhof in Mönchengladbach.
Robert Fleck, 1957 in Wien geboren, ist Direktor der Deichtorhallen Hamburg. Er hat unter anderem bei Gilles Deleuze und Michel Foucault studiert und 1988 in Innsbruck mit einer Arbeit über die Revolution von 1848 promoviert. Bei Philo Fine Arts ist erschienen: HIER DISTANS. Arnulf Rainer, Dieter Roth & die Wiener Künstlerbohème der Siebziger (2008)
Zur Ausstellung
Heinz Mack
Licht - Raum - Farbe
18.03.11 - 10.07.11
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Heinz Mack ist Mitbegründer der ZERO-Bewegung und hat als Maler, Lichtkünstler und Bildhauer die Kunst seit den späten 1950er-Jahren nachhaltig beeinflusst. Sein 80. Geburtstag und seine Wiederentdeckung durch die Kunstwelt sind Anlass für die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, ihm eine Hommage zu widmen. Die Ausstellung präsentiert rund 130 Werke, entstanden von 1953 bis heute, und hebt die Kontinuität des utopischen Kunstgedankens bei Heinz Mack hervor, in dessen Arbeiten die Wahrnehmung von Licht, Raum und Farbe eine zentrale Rolle spielen. Sein Werk verbindet auf experimentelle Weise Kunst und Umwelt, Poetisches und Profanes, Philosophie und Physik – aus ihm spricht das stetige Bestreben, traditionelle Formen der Kunst neu zu interpretieren und neue Techniken in einem künstlerischen Kontext zu erproben.
Auftakt – Licht und Raum
Den Auftakt der Ausstellung bilden zwei neue Lichtinstallationen des Künstlers: im Treppenhaus vor der Atriumhalle zunächst ein die Raumwahrnehmung irritierender, beleuchteter Drehspiegel („Drehbarer Spiegel“, 2011), im Eingangsbereich der Ausstellung dann die in gleißendes Licht gehüllte, sich scheinbar in den Himmel schraubende Skulptur „Zikurat“ (2010).
ZERO – die „Stunde null“
Der Ausstellungsrundgang beginnt mit den frühen Arbeiten Heinz Macks aus der Zeit der Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO. Als Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf suchten Heinz Mack und Otto Piene damals einen neuen Weg in der Kunst, um sich von den vorherrschenden Tendenzen des Informel und des Tachismus der Nachkriegszeit abzugrenzen. Es ging ihnen darum, von Neuem zu beginnen, und so riefen sie 1957 die „Stunde null“ aus. Die Ausstellungen im Düsseldorfer Atelier von Heinz Mack, in dem sie ihre neuen Experimente von Bewegung und Licht vorstellten, gingen mit der Gründung der Katalog-Zeitschrift ZERO (Vol. I–III) einher, in der sie ihre künstlerischen Ideen propagierten.
Internationaler Erfolg
Bereits früh pflegten die ZERO-Künstler Heinz Mack und Otto Piene, zu denen sich später auch Günther Uecker gesellte, internationale Kontakte zu Künstlern wie Lucio Fontana, Piero Manzoni, Jean Tinguely und Yves Klein. Nach wechselseitigen Ausstellungen in Paris und Düsseldorf setzte Heinz Macks internationaler Erfolg ein. 1959 nahm er zum ersten Mal an der documenta in Kassel teil, Anfang der 1960er-Jahre unterhielt er ein Atelier in New York und wurde 1970 zu einer Gastprofessur nach Osaka eingeladen.
Wüste
Breitere Beachtung, auch über das Kunstpublikum hinaus, fand Heinz Mack durch seine Wüsten-Expeditionen ab 1962 und den Film Tele-Mack, der 1970 bei der Filmbiennale in Venedig einen Anerkennungspreis erhielt. Seinen Arbeiten in der Wüste, die zu den Anfängen der Land Art zählen, ist in der Ausstellung ein eigener Raum gewidmet.
Licht und Farbe
Eine strahlende silberfarbene Mauer im Lichthof des Ausstellungsraums bildet die zentrale Lichtquelle. Um die aus insgesamt 21 Tonnen wiederverwertbarem Aluminiumfolienschrott hergestellte „Silberlicht-Mauer“ (2011) herum reihen sich weitere thematische Räume aneinander. So führt der Rundgang von den facettenreichen und eindrucksvollen Lichtexperimenten des Künstlers seit den 1960er-Jahren bis heute weiter zu den berühmten Silberreliefs. Zu sehen sind darüber hinaus Prismen, Kuben, bewegte Rotoren und exemplarisch einige Skulpturen von Heinz Mack, darunter frühe Holz- und Lichtstelen. Sie säumen den Weg hin zur Malerei und zu Heinz Macks intensiver Auseinandersetzung mit der Farbe.
Nähe zur Naturwissenschaft
An die Stelle der Komposition hat Heinz Mack die Struktur gesetzt und ist darin den gegenwärtigen Naturwissenschaften nahe. Seine frühen Versuche der Überschreitung des klassischen Kunstbegriffs, der Grenzen zwischen Kunst, Technik und Natur, seine Überlegungen zu alternativen Raum- und Präsentationskonzepten sowie seine Lichtexperimente können als Vorreiter für die heutige Kunst gesehen werden. Die Verwandtschaft zwischen Heinz Macks Arbeiten und den heutigen Wahrnehmungs- und Darstellungstechniken in der Wissenschaft wird durch eine umfangreiche Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich verdeutlicht – sowohl als visuelles Erlebnis in der Ausstellung als auch in mehreren Veranstaltungen im Rahmenprogramm.
Kuratoren: Robert Fleck und Nathalie Hoyos
Ausstellungsleitung: Henriette Pleiger
Inhaltsverzeichnis
| Inhalt | Seite |
| ROBERT FLECK | |
| Vorwort | 6 |
| Foreword | 8 |
| DANIEL BIRNBAUM UND HANS-ULRICH OBRIST IM GESPRÄCH MIT HEINZ MACK | |
| Das Einfache ist das Komplexe | 10 |
| DANIEL BIRNBAUM AND HANS-ULRICH OBRIST IN CONVERSATION WITH HEINZ MACK | |
| Simple is Complex | 30 |
| WERKE WORKS | |
| INSTALLATIONEN INSTALLATIONS | 52 |
| ZERO | 58 |
| RELIEFS | 74 |
| FLÜGEL WINGS | 82 |
| ROTOREN ROTORS | 88 |
| WÜSTE DESERT | 108 |
| STELEN STELAE | 136 |
| LICHTOBJEKTE LIGHT OBJECTS | 148 |
| KUBEN/PRISMEN CUBES/PRISMS | 172 |
| SKULPTUR SCULPTURE | 180 |
| MALEREI PAINTING | 192 |
| Ausgestellte Werke Exhibited Works | 218 |
| Biografie Biography | 224 |
| Ausstellungen Exhibitions | 226 |
| Bibliografie Bibliography | 228 |
|
Stimmen zum Werk von Heinz Mack Voices on the Work of Heinz Mack |
50 |
| Dieter Honisch 1986 | 51 |
| Pierre Restany 1958 | 54 |
| WillGrohmann 1966 | 60 |
| Paul Vogt 1981 | 64 |
| Eberhard Roters 1972 | 76 |
| Werner Hofmann 1998 | 79 |
| Heiner Stachelhaus 1972 | 84 |
| Manfred Schneckenburger 1988 | 89 |
| PaulWember 1963 | 94 |
| Margit Staber 1968 | 104 |
| Heinz Ohff 1968 | 109 |
| Frank Popper 1975 | 112 |
| Max Bense 1969 | 123 |
| Juliane Roh 1971 | 124 |
| Karin Thomas 1975 | 137 |
| Albert Schulze-Vellinghausen 1966 | 153 |
| Johannes Cladders 1998 | 154 |
| Umbro Apollonio 1963 | 159 |
| Lothar Romain 1991 | 174 |
| Renate Wiehager 2006 | 184 |
| Karl Ruhrberg 1998 | 194 |
| Alexander Tolnay 2011 | 200 |
| VeitLoers 2001 | 205 |
| Heinz-Norbert Jocks 2009 | 208 |
Details
Herausgeber: Daniel Birnbaum
Texte: Robert Fleck, Daniel Birnbaum und Hans-Ulrich Obrist
Übersetzer: Tim Cornell
Verlag: Snoeck Verlag, Köln
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2011
Seitenanzahl: 224 Seiten
Abbildungen: 180 Abbildungen, davon 150 in Farbe
Buchart: Halbleinen geprägt mit Schutzumschlag
Sprache: Deutsch und Englisch
ISBN 10: 3-940953-72-5
ISBN 13: 978-3-940953-72-8
Größe: ca. 306 x 254 x 30 mm
Gewicht: ca. 2.050 Gramm
Zustand: neu, ungelesen







