Henry van de Velde und das Weimarer Mobiliar

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4,90 EUR

ISBN: 9783930184194  

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Beschreibung

Thomas Föhl und Klaus-Jürgen Sembach
Henry van de Velde und das Weimarer Mobiliar für Baron von Münchhausen

Der Belgier Henry van de Velde gilt als einer der einflussreichsten Neuerer von Kunst und Architektur des 20. Jahrhunderts. In Weimar konnte er um die Jahrhundertwende herausragende Bauten und Inneneinrichtungen verwirklichen, darunter 1904 die Wohnungseinrichtung des Schriftstellers Max von Münchhausen. Das fast komplett erhaltene historische Interieurs dokumentiert eindrucksvoll das bedeutende Frühwerk van de Veldes. Eine Vielzahl an historischen Aufnahmen lässt die Blütezeit Weimars vor dem Ersten Weltkrieg wieder auferstehen.

 

Vorwort

Die Idee des Gesamtkunstwerkes kann in diesem Vorwort nur kurz gestreift werden und ist doch bei einer Vielzahl der Auftragsarbeiten Henry van de Veldes essentieller Bestandteil seines künstlerischen Wollens, seiner Suche nach modernen Ausdrucksformen, seinem Pathos einer neuen Stilform, seinem selbstbewußt vorgetragenen Credo, an der Erschaffung des Neuen Menschen im Geiste von Friedrich Nietzsche durch unverwechselbare Kunsträume aktive Teilnahme zu reklamieren. Auch deshalb muß hier ein weiteres Mal an die Bedeutung der Provenienz erinnert werden. Die Musealisierung dieser aus dem schöngeistigen Alltagsleben des frühen 20. Jahrhunderts herausgelösten Ideenwelt ist, wenn nicht unmöglich, so doch eingeschränkt auf das Maß der Wahrnehmung von Einzelobjekten und kleineren Ensembles im Rahmen des weihevollen Ortes. Losgelöst von einer vitalen Inanspruchnahme des "Environments in situ" müssen die Kunstwerke im Museum in der, Regel die Sprache des "Handbuches der frühen Moderne" deklamieren. Wirkliche Ausnahmen bilden allenfalls die mit Abstand faszinierendsten Raumschöpfungen Henry van de Veldes wie das Nietzsche-Archiv in Weimar (1902/03) und - mit kleineren Einschränkungen - die Villa "Hohenhof" in Hagen (1907/08), die sich bis heute nach zum Teil aufwendigen, jahrelangen Restaurierungsmaßnahmen in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten haben. Die Villa Esche in Chemnitz (1902/04; 1911) wird sich anschließen, und Henry van de Veldes 1907/08 in Weimar errichtetes Haus "Hohe Pappeln" könnte mit entsprechendem Aufwand folgen, vorausgesetzt, ein interessiertes Publikum gibt sich mit Leihgaben und Repliken zufrieden. Eine ganz spezielle Ausnahme bilden wiederum die Möbel aus der ehemaligen Weimarer Wohnung des Freiherrn Max von Münchhausen. Überführt in eine Florentiner Villa des 19. Jahrhunderts, bilden sie seit nunmehr achtzig Jahren die Folie für eine heitere, exklusiv gebildete Gastlichkeit, die Eingeweihten ein Ambiente bietet, das sie nirgendwo sonst erwarten können.

Details

Autor: Thomas Föhl und Klaus-Jürgen Sembach
Herausgeber und Verlag: Hypovereinsbank Kultur & Gesellschaft, München
Auflage: Erstauflage
Jahr: 1999
Seitenanzahl: 64 Seiten
Buchart: Paperback
Abbildungen: 55 Abbildungen, davon 35 Farbabbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-930184-19-2
ISBN 13: 978-3-930184-19-4
Größe: ca. 208 x 148 x 40 mm
Gewicht: ca. 300 Gramm
Zustand: neu, ungelesen