Kommandier(t) die Poesie! Prof. Eugen Gomringer

 

15,00 EUR

ISBN: 9783908141358  

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Beschreibung

Prof. Eugen Gomringer
Kommandier(t) die Poesie
Biografische Berichte

Eugen Gomringers programmatische Gedanken befinden sich in steter Entwicklung, und seine Gedankenbewegung führt von der Idee des Gedichts als einem einzelnen Gegenstand in der Gebrauchswelt des modernen Menschen zu einer globalen Ansicht von der Poesie als einem wesentlichen Element einer totalen Umweltgestaltung.
Peter Demetz, Professor für Deutsche Literatur, Yale University, USA

Eugen Gomringers ganz grosse Leistung ist es, sogenannte freie Künste mit sogenannten angewandten Künsten durch sein Werk zwischen bildender Kunst und Dichtung in ein überlegsames Verhältnis gebracht zu haben. Seine visual betonte konkrete Poesie war Initiation dieser interdisziplinären Kunstbewegung international nach dem 2.Weltkrieg. Was während der 50er-Jahre grosse Ahnungen auslöste, muss sich jetzt aktual bewähren.
Burghart Schmidt, Professor für Philosophie, Universität Hannover

 

Leseprobe

"Immer häufiger lockt es mich, Worte zu sichten, die ich in mir trage, sie fallen mir einzeln ein, aus verschiedenen Sprachen, und ich wünsche mir dann nichts mehr, als über ein einzelnes solches Wort lange nachzudenken."
"Man kennt dort im Urwald die Menschen, so lange sie lebendig sind, aber nachher sind sie rasch vergessen, so wie der Urwald vergisst und schnell wieder zuwächst."
Die Kreise des Todes werden immer enger gezogen, bis er bei jedem Einzelnen anklopft."

Reaktionen zum Buch

„… freue ich mich über den Gomringer-Band, schätze ich doch Eugen Gomringer mit Blick auf seine Leistungen für die literarische Moderne sehr hoch ein.“Prof. Dr. Mario Andreotti, Eggersriet/Schweiz

Gomringer-Band: „Ja, Gomringer sagt mir viel, - mit ihm habe ich ein paar Jahrzehnte die Kinder in der Schule zur konkreten Poesie geführt. Er war eine Zeitlang in aller Munde. Ehrlich gesagt: Ich hatte ihn für älter gehalten und gedacht, er sei schon tot, nun ist er doch erst gerade über 80. Nun bekommen wir (…) den gesamten Familien-, Lebens- und Einwirkungshintergrund geliefert. Das Buch dürfte bekannt werden, - wenigstens bei allen Gomringer-Freunden. Ich hab es schon mal als Literaturangabe in den Gomringer-Artikel der Wikipedia hineingeschrieben.“
Jürgen Gutsch, Germanist und Anglist, München

„… das schöne Buch über Gomringer - das kam (…) merkwürdigerweise genau im richtigen Moment (…) da wir im Deutschunterricht gerade ein paar seiner Werke (‚kein fehler im system‘, ‚schweigen‘) behandeln.
Dr. Markus Marti, Germanist und Anglist, Basel

„… die Gomringer-Biographie – wieder ein schön gestaltetes Buch, diesmal zu Ehren eines sympathischen, unbeirrbar seinen Weg gehenden Poeten! Freilich war der Sprung für mich von der barocken Rhetorik Shakespeares in die Kühle der knappen ‚Konkre-ten Poesie‘ Gomringers gewaltig…“
Eymar Fertig, Bibliograph, Bremen

„… das überaus gelungene Buch. Die Lektüre ist spannend und interessant.“
Prof. Dr. R. Schmitz-Scherzer

Sprachkürze gibt Denkweite: Eugen Gomringers Gedichte

"Zwei Männer begegnen einander immer wieder an einer Tramhaltestelle in Zürich. Wortlos empfin-den sie Sympathie füreinander. Eines Tages bricht einer von beiden dann doch das Schweigen. Ihn sprächen des Öfteren fremde Leute an, die bekundeten, er sähe ihrem Großvater ähnlich. Das sei rührend, fänden die Leute, dass er auf die Tram warte und ihrem Großvater ähnlich sehe. Dass sie in ihm nicht den Schriftsteller oder gar Nobelpreisträger erkannten, fand er wohl selbst rührend. Der "Großvater" war Elias Canetti, der andere der beiden Männer Eugen Gomringer, der die Anek-dote in seinem Buch Kommandier(t) die Poesie! erzählt. Jawohl, dieses Buch, das biografische Berichte von und über Gomringer enthält, zeigt den internationalen Galionsdichter der Konkreten Poesie als Erzähler. Fesselnd und anrührend ist das, man lese das Kapitel 's Negerli chunt! Einzug in Europa."
Michael Lentz

Über Eugen Gomringer

Prof. Eugen Gomringer

Eugen Gomringer (* 20. Januar 1925 in Cachuela Esperanza, Bolivien) als Sohn eines Schweizers und einer Bolivianerin. Er gilt als Vater der Konkreten Poesie.

Gomringer studierte von 1944 bis 1952 Nationalökonomie und Kunstgeschichte in Bern und Rom.
Von 1954 bis 1957 arbeitete er als Sekretär von Max Bill an der Hochschule für Gestaltung Ulm.
1953 gründete er mit Dieter Roth und Marcel Wyss die Zeitschrift Spirale und gab von 1960 bis 1965 die Buchreihe konkrete poesie – poesia concreta heraus.
Von 1961 bis 1967 war er Leiter des Schweizer Werkbundes.
Von 1967 bis 1985 leitete er den Kulturbeirat der Rosenthal AG in Selb.
Von 1977 bis 1990 lehrte er überdies als Professor für Theorie der Ästhetik an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
Seit 1971 ist er Mitglied der Berliner Akademie der Künste.
2000 gründete er das Institut für Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie (IKKP) an seinem langjährigen Wohnort, dem oberfränkischen Rehau.
Am 26. Januar 1980 wurde seine Tochter Nora Gomringer geboren.

Am 21. Oktober 2007 erhielt er den erst- und einmalig verliehenen Premio Punta Tragara per la Poesia Concreta. Die Preisverleihung fand auf dem Gipfel des Säntis statt.

Seine Sammlung bildete den Grundstock des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt.

1953 prägte Gomringer den Begriff Konkrete Poesie analog zur konkreten Kunst. In seinen Gedichten, die mit der Materialiät der Schrift und des Schriftbildes spielen, folgt er der abstrakten - von ihm konstruktiv genannten - Malerei seiner Zeit. Gomringer schreibt in Deutsch, Schweizerdeutsch, Spanisch, Französisch und Englisch.

 

Details

Herausgeber: Bruno v. Oetterli Hohlenbaum und Nortrud Gomringer
Verlag: EDITION SIGNAThUR, Dozwil
Auflage: Erstauflage
Jahr: 05/2006
Seitenanzahl: 240 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 46 s/w- und 116 Farbabbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-908141-35-4
ISBN 13: 978-3-908141-35-8
Größe: ca. 240 x 145 x 17 mm
Gewicht: ca. 400 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Prof. Eugen Gomringer