Max Bill: Ohne Anfang, ohne Ende
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Beschreibung
MARTa Herford (Hrsg.)
Max Bill: ohne Anfang, ohne Ende
Neue Blicke auf das Werk von Max Bill zu seinem 100. Geburtstag
Der Schweizer Künstler, Designer, Architekt, Typograf und Theoretiker Max Bill (1908–1994) ist bis heute eine Schlüsselfigur der angewandten Kunst in Europa und einer der einflussreichsten Exponenten der konkreten und konstruktiven Kunst.
Sein 100. Geburtstag ist Anlass, neue Blicke auf sein vielfältiges Werk zu werfen, wobei viele der in diesem Buch gezeigten Skulpturen, Bilder, Möbel, Gebrauchsgegenstände und Typografien bisher kaum je zu sehen waren.
Die Texte beleuchten auch Max Bills künstlerisches Umfeld und spüren der anhaltenden Gültigkeit seines Schaffens sowie dem Einfluss auf andere Künstler nach. Die Essays spüren Max Bills Einfluss auf andere Künstler und der anhaltenden Gültigkeit seines Schaffens nach.Von Friederike Fast und Jan Hoet dem renommierten Künstlerischen Direktor des Museums MARTa Herford konzipiert, zeigen Ausstellung und Katalog vorwiegend Werke, die in der grossen Stuttgarter Bill-Ausstellung 2005 nicht zu sehen waren.
Zur Ausstellung
MARTa Herford
2. Februar - 30. März 2008
Eine Retrospektive zum 100. Geburtstag des Künstlers, Designers, Architekten, Typografen und Theoretikers
Mit einer großen Ausstellung ehrt MARTa Herford das Schweizer Multitalent Max Bill (geb. 1908, gest. 1994) im Jahr seines 100. Geburtstags. Berücksichtigt wird sein gesamtes OEuvre aus Malerei, Skulptur, Architektur, Design und Grafik-Design. Die Bandbreite seines Schaffens trug Max Bill die Bezeichnung „letzter Leonardo“ ein. Neben seiner Hauptbeschäftigung als Künstler und Designer betätigte er sich auch als Ausstellungsmacher, Autor, Publizist, Theoretiker und als Lehrer.
Nach dem Studium am Bauhaus Dessau ließ er sich in Zürich nieder. Mit den Arbeiten aus dieser Zeit zählt er zu den bekanntesten Vertretern der „Züricher Konkreten“, die in der Tradition des Konstruktivismus und der niederländischen Gruppe „De Stij“ stehen. Das Werk von Max Bill ist Ausdruck einer klaren geistigen Ordnung und als solches als ein Modell für eine bessere soziale Ordnung zu verstehen. Es zeigt eine idealisierende Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, wie sie zuvor schon die Avantgarde der Moderne in Reaktion auf den Ersten Weltkrieg vollzieht. Mehr als nur klare Ästhetik bietend, will Max Bill das Ideal einer politisch-sozialen Ordnung formulieren. Ganz im Sinne dieses Engagements beteiligte sich Max Bill 1951, gemeinsam mit Inge Scholl und Otl Aicher an der Gründung der Ulmer Hochschule für Gestaltung, deren erster Rektor er wurde.
Die Ausstellung erweitert den Blick auch auf das kulturelle Umfeld des Künstlers. Neben einer Beteiligung an der Französischen Künstlergruppe „Abstraction Création“ war er auch Mitglied der Schweizer Künstlergruppe „Allianz“ und pflegte Kontakte zu wichtigen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Diese Verbindungen werden thematisiert durch die Präsentation diverser Arbeiten von Josef Albers über Paul Klee, Wassily Kandinsky und Kurt Schwitters bis zu Friedrich Vordemberge-Gildewart und zeigen so einen Diskurs mit dem geistigen Umfeld seiner Zeit.
Über Max Bill
Max Bill (* 22. Dezember 1908 in Winterthur; † 9. Dezember 1994 in Berlin) war ein Schweizer Architekt, Künstler und Designer, Vertreter der Zürcher Schule der Konkreten.
Bill machte von 1924 bis 1927 eine Lehre als Silberschmied an der Kunstgewerbeschule in Zürich. Im Alter von 17 Jahren wurde er 1925 mit seinen Schülerarbeiten an die Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes in Paris eingeladen, wo ihn besonders die Werke von Le Corbusier, Konstantin Stepanowitsch Melnikow und Josef Hofmann beeindruckten. 1927/28 studierte er in Dessau am Bauhaus, wo zu dieser Zeit Albers, Kandinsky, Klee, Moholy-Nagy und Schlemmer lehrten.
Ab 1929 war er sowohl praktisch als auch theoretisch als Architekt, seit 1932 als Maler, Grafiker, Bildhauer tätig. Von 1932 bis 1937 war er Mitglied der Künstlerbewegung Abstraction-Création in Paris. 1936 definierte er in einem Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich seine Vorstellung von „Konkreter Kunst“ und wurde zu einem ihrer wichtigsten Vertreter. Seit 1936 war er auch aktiv als Publizist tätig und gründete 1941 den Allianz-Verlag. 1938 wurde er Mitglied des Congrès International d'Architecture Moderne.
1944/45 hatte er seine erste Professur an der Zürcher Kunstgewerbeschule. In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit Georges Vantongerloo und František Kupka. Ende der 1940er/Anfang der 1950er war er Mitbegründer der HfG Ulm, der Hochschule für Gestaltung in Ulm, und entwarf das Schulgebäude. Von 1953 bis 1956 war er deren erster Rektor; 1957 kehrt er zurück nach Zürich. Zwischen 1967 und 1974 hatte er den Lehrstuhl für Umweltgestaltung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg inne.
Max Bill war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel.
Als Leiter des Bereichs „Bilden und Gestalten“ war er von 1961 bis 1964 Architekt für die schweizerische Landesschau von Lausanne. Von 1961 bis 1968 war er als Mitglied des Gemeinderates der Stadt Zürich sowie von 1967–1971 im Schweizer Nationalrat. Portiert vom Landesring der Unabhängigen, war er als Parteiloser politisch aktiv.
Ehrungen / Auszeichnungen (Auswahl):
* 1964: Ehrenmitgliedschaft/ Honorary Member of the AIA American Institute of Architects
* 1968: Kunstpreis der Stadt Zürich
* 1979: Kulturpreis der Stadt Winterthur
* 1982: Kaiserring der Stadt Goslar (siehe Goslarer Kaiserring)
* 1988: Premio Marconi per Arte e Scienzia, Bologna
* 1989: Piepenbrock-Preis für Plastik, Osnabrück
* 1990: Helmut-Kraft-Preis für bildende Künste, Stuttgart
* 1993: Praemium Imperiale, Tokio
* 2008: Max-Bill-Platz in seiner Heimatgemeinde Moosseedorf
Im Stadtkreis Oerlikon, Zürich wurde ein Platz an Passantenlage mit Einkaufsmöglichkeiten nach ihm benannt.
Details
Herausgeber: MARTa Herford
Texte: Ulrike Bestgen, Lorenzo Benedetti, Erich Schmid und Getulio Alviani
Verlag: Scheidegger & Spiess AG, Zürich
Erstauflage: 2008
Auflage: 2. Auflage
Jahr: 02/2008
Seitenanzahl: 200 Seiten
Buchart: Broschur
Abbildungen: 215 Abbildungen, davon 167 farbige
Sprache: Deutsch und Englisch
ISBN 10: 3-85881-214-5
ISBN 13: 978-3-85881-214-8
Größe: ca. 288 x 200 x 18 mm
Gewicht: ca. 1.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen







