Wilhelm Wagenfeld 1900-1990 Hardcover engl.
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Beschreibung
Beate Manske im Auftrag der Wilhelm Wagenfeld Stiftung (Hrsg.)
Wilhelm Wagenfeld (1900-1990)
Anlässlich seines 100. Geburtstags erschließt und würdigt die Publikation das Œuvre Wilhelm Wagenfelds in der Gegenüberstellung mit Werken anderer bedeutender Designer seiner Zeit.
Wilhelm Wagenfelds Rang als Pionier des deutschen Industriedesigns ist unbestritten. Wie kein zweiter Vertreter seiner Zunft setzte er sich mit Professionalität und Erfindungsreichtum mit den Fertigungs- und Marktbedingungen einer industriellen Massenproduktion auseinander. Zahllose seiner klaren und funktionalen Entwürfe avancierten zu zeitlos schönen Klassikern: die bis heute gültige Bauhaus-Leuchte, die Wagenfeld als Schüler des Weimarer Bauhauses bereits mit 24 Jahren schuf, das stapelbare Kubus-Vorratsgeschirr von 1938 oder auch die für ihre Griffigkeit berühmten Salz- und Pfefferstreuer »Max und Moritz«, die Wagenfeld 1952 für WMF entwarf.
Anlässlich seines 100. Geburtstags stellt die Publikation das Ouvre Wagenfelds nun erstmals im Kontext der Werke bedeutender Zeitgenossen vor, um so das Charakteristische seiner Arbeit zu verdeutlichen und im Vergleich bewerten zu können. Ein Beitrag zur heutigen Rezeption Wagenfelds zeigt die ungebrochene Aktualität seiner Ideen und Entwürfe, die das Bild unseres Alltags nachhaltig geprägt haben.
Rezensionnen
Die Masshaltigkeit der Dinge
rh. Er war Designer, als das Wort noch nicht in Mode und noch nicht alles Design und Design noch nicht alles war: Wilhelm Wagenfeld (1900–1990), einer der bedeutenden Pioniere des deutschen Industriedesigns. Selbst in späteren Äusserungen ist bei ihm von Design selten die Rede und wenn, dann abwehrend und eher negativ. Als «Formgestalter» verstand er sich, und seine Arbeit umschrieb er als «künstlerisch geführte und durchdachte Formgebung» industriell herzustellender Gebrauchsgüter. In einem Brief vom 26. Januar 1973 findet sich die schöne Formulierung von der «Masshaltigkeit der Dinge», um die es ihm in seinem «Tun» immer gegangen sei. Den Anfang bildete die legendäre Bauhaus-Leuchte, die Wagenfeld – inspiriert von den Ideen des Bauhaus-Lehrers László Moholy-Nagy – 1924 geschaffen hat und die so gelungen war, dass sie wie «jedes Überragende sich auszeichnet durch massliches Wohlverhalten in sich und um sich». Dann folgten fünfzig Jahre Wagenfeld-«Formgestaltung», deren Resultate nur in einer langen Werkchronologie zu verzeichnen sind. In diesen Jahren wurden – seit 1954 durch die «Werkstatt Wagenfeld» in Stuttgart – so immens viele Gebrauchsgüter entworfen und entwickelt, dass auch manches an «Blech-, Glas- und Porzellankram» (Wagenfeld) produziert worden ist. Die grossen Firmen, für die Wagenfeld die unterschiedlichsten Produkte gestaltet hat, waren das Jenaer Glaswerk, die Lausitzer Glaswerke und die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF). Gerade die Arbeiten für WMF nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen, wie sehr der «Formgestalter» Wilhelm Wagenfeld durch seine stilbildenden «Formgebungen» das Design-Bewusstsein einer ganzen Epoche mitgeprägt hat. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
[Neue Zürcher Zeitung]
Über Wilhelm Wagenfeld
Der deutsche Industrie- und Gebrauchsdesigner Wilhelm Wagenfeld zählt zu den Pionieren des Industriedesigns und war sowohl Schüler als auch Lehrer am Bauhaus.
Biografie
Wagenfeld machte eine Lehre in der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld und besuchte die Hanauer Zeichenakademie, bevor er 1923 als Silberschmied-Geselle am Bauhaus in Weimar aufgenommen wurde. In den dortigen Werkstätten entstand 1924 unter seinem Lehrer László Moholy-Nagy der Entwurf für die Lampe WG24. Die zeitlose Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke, auch als „Wagenfeld- oder Bauhaus-Leuchte“ bekannt geworden, entwarf er zusammen mit Karl J. Jucker. Sie ist bis heute einer der bekanntesten Wagenfeld-Entwürfe.
Von 1928 bis 1930 leitete er am Bauhaus die Metallwerkstatt. Es folgte die freie Mitarbeit für das Jenaer Glaswerk Schott & Gen. In dieser Zeit entstanden so bekannte Entwürfe wie z. B. das Teeservice aus feuerfestem Glas, das zum Klassiker wurde und bis heute produziert wird.
1931 bis 1935 Professur an der Staatlichen Kunsthochschule Grunewaldstraße in Berlin. Danach übernahm er die künstlerische Leitung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in Weißwasser. Durch die Zusammenarbeit mit Charles Crodel fanden die Arbeiten für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG) Zugang zu Museen und Ausstellungen. Crodel entwickelte dazu teilweise patentierte Dekorationsverfahren für die Massenproduktion.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und musste aufgrund seiner Weigerung, der NSDAP beizutreten, an die Ostfront. Nach der Rückkehr aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft hatte er für kurze Zeit eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin inne.
1954 ging er nach Stuttgart und machte sich dort selbständig. Er gründete die „Werkstatt Wagenfeld“, die er bis 1978 betrieb. Seine Auftraggeber waren namhafte Hersteller von Gebrauchsgütern wie beispielsweise WMF, Braun oder Rosenthal. Nur wenige seiner über 600 Entwürfe, vorwiegend in Glas und Metall, werden als sog. "Design-Klassiker" bis heute produziert. Umso mehr befinden sich jedoch in zahlreichen Sammlungen namhafter Museen. Sein Design zeichnete sich durch zeitbeständige Gestaltung und zeitgemäße Funktionalität aus und war seinerzeit stilprägend.
Auszeichnungen (Auswahl):
1937: Goldmedaille der Weltausstellung Paris
1940: Grand Prix der Triennale Mailand
1957: Grand Prix der Triennale Mailand (für Gesamtschaffen)
1965: Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin
1968: Heinrich-Tessenow-Medaille
1968: Ehrenmitglied des Deutschen Werkbundes Berlin
1968: Ehrengast der Villa Massimo Rom
1969: Bundespreis „Gute Form“ (für Trinkservice „Greif“)
1982: Bundespreis „Gute Form“ für die Wagenfeld-Leuchte
Details
Autor: Beate Manske
Texte: Volker Albus, Carlo Burschel/Heinz Scheiffele, Rüdiger Joppien, Beate Manske, Walter Scheiffele, Wolfgang Schepers, Peter Schmitt, Klaus Struve, Reinhard W. Sänger, Siegfried Gronert
Herausgeber: Wilhelm Wagenfeld Stiftung, Bremen
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2005
Seitenanzahl: 224 Seiten
Buchart: Gebudnen mit Schutzumschlag
Abbildungen: 256 Abbildungen, davon 24 farbig
Sprache: Englisch
ISBN 10: 3-7757-0886-3
ISBN 13: 978-3-7757-0886-9
Größe: ca. 280 x 208 x 14 mm
Gewicht: ca. 1.500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen








