Wilhelm Wagenfeld und die WMF 1950-1975

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Beschreibung

Heinz Scheiffele (Hrsg.)
Wilhelm Wagenfeld und WMF
25 Jahre Zusammenarbeit 1950 - 1975

Mit diesem Buch erhalten Sie die Informationen zu der Arbeit Wagenfelds für die WMF. Es wird hier unter anderem auch die Geschichte der WMF beleuchtet.

Im Buch wird die Zusammenarbeit Wagenfelds mit der WMF – seine am längsten dauernde Kooperation mit einem Unternehmen – unter besonderer Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel durch die Rekonstruktion von Entscheidungswegen, nachgezeichnet. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der ökonomischen und organisatorischen Entwicklung der WMF, die sich im Laufe der langen Zusammenarbeit mit Wagenfeld mehrmals grundlegend verändert hat.

Erst dadurch erschließt sich ein zentrales Qualitätsmerkmal in Wagenfelds Werk: die ihm angelegte Zukunftsperspektive für ein Industriedesign, das wesentlich von ökologischen Herausforderungen geprägt ist. So hatte Wagenfeld immer auch den Aspekt der Langlebigkeit seiner Entwürfe im Blick; schon früh warnte er vor den Fehlentwicklungen der heutigen „Wegwerfgesellschaft“. Lange bevor vom Umweltschutz die Rede war, formulierte er auf der Basis seiner Vorstellung über eine gesellschaftlichkulturelle Verantwortung von Fabrikant und Designer Anforderung an eine „umweltverträgliche“ Produktentwicklung.

Wagenfelds ganzheitliches Denken, das im Kontext der Herausbildung eines neuen Berufsfeldes zu werten ist, findet seinen Ausdruck in der Definition des „künstlerischen Mitarbeiters in der Industrie“.

Die Mitarbeit bedeutet eine grundsätzliche Mitverantwortung, die nicht bei der künstlerischen Idee (Skizze) oder der Entwicklung von Modellvarianten endet, sondern immer auf die Massenfertigung und die Verbreitung des Produktes gerichtet ist.

In der Sprache der Umweltschützer heutiger Tage würde man sagen, dass Wagenfeld bereits zu Lebzeiten unter anderem den „Produktlebenszyklus“ seiner Entwürfe im Blick hatte, lange bevor dieses Wort beziehungsweise Sachverhalt für das Industriedesign Bedeutung erlangen konnte. Beispielsweise sind an dieser Stelle seine Cromargan®-Entwürfe für die WMF zu nennen., die durch vereinfachte Produktionsweise und ökonomische Verwendung von Materialien gekennzeichnet wird.

 

Über Wilhelm Wagenfeld

Der deutsche Industrie- und Gebrauchsdesigner Wilhelm Wagenfeld zählt zu den Pionieren des Industriedesigns und war sowohl Schüler als auch Lehrer am Bauhaus.

Biografie

Wagenfeld machte eine Lehre in der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld und besuchte die Hanauer Zeichenakademie, bevor er 1923 als Silberschmied-Geselle am Bauhaus in Weimar aufgenommen wurde. In den dortigen Werkstätten entstand 1924 unter seinem Lehrer László Moholy-Nagy der Entwurf für die Lampe WG24. Die zeitlose Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke, auch als „Wagenfeld- oder Bauhaus-Leuchte“ bekannt geworden, entwarf er zusammen mit Karl J. Jucker. Sie ist bis heute einer der bekanntesten Wagenfeld-Entwürfe.

Von 1928 bis 1930 leitete er am Bauhaus die Metallwerkstatt. Es folgte die freie Mitarbeit für das Jenaer Glaswerk Schott & Gen. In dieser Zeit entstanden so bekannte Entwürfe wie z. B. das Teeservice aus feuerfestem Glas, das zum Klassiker wurde und bis heute produziert wird.

1931 bis 1935 Professur an der Staatlichen Kunsthochschule Grunewaldstraße in Berlin. Danach übernahm er die künstlerische Leitung der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in Weißwasser. Durch die Zusammenarbeit mit Charles Crodel fanden die Arbeiten für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG) Zugang zu Museen und Ausstellungen. Crodel entwickelte dazu teilweise patentierte Dekorationsverfahren für die Massenproduktion.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und musste aufgrund seiner Weigerung, der NSDAP beizutreten, an die Ostfront. Nach der Rückkehr aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft hatte er für kurze Zeit eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin inne.

1954 ging er nach Stuttgart und machte sich dort selbständig. Er gründete die „Werkstatt Wagenfeld“, die er bis 1978 betrieb. Seine Auftraggeber waren namhafte Hersteller von Gebrauchsgütern wie beispielsweise WMF, Braun oder Rosenthal. Nur wenige seiner über 600 Entwürfe, vorwiegend in Glas und Metall, werden als sog. "Design-Klassiker" bis heute produziert. Umso mehr befinden sich jedoch in zahlreichen Sammlungen namhafter Museen. Sein Design zeichnete sich durch zeitbeständige Gestaltung und zeitgemäße Funktionalität aus und war seinerzeit stilprägend.

Auszeichnungen (Auswahl):

1937: Goldmedaille der Weltausstellung Paris
1940: Grand Prix der Triennale Mailand
1957: Grand Prix der Triennale Mailand (für Gesamtschaffen)
1965: Ehrenmitglied der Akademie der Künste Berlin
1968: Heinrich-Tessenow-Medaille
1968: Ehrenmitglied des Deutschen Werkbundes Berlin
1968: Ehrengast der Villa Massimo Rom
1969: Bundespreis „Gute Form“ (für Trinkservice „Greif“)
1982: Bundespreis „Gute Form“ für die Wagenfeld-Leuchte

 

Details

Herausgeber: Heinz Scheiffele, Institut Mathildenhöhe
Texte: Dr. Carlo Burschel, Heinz Scheiffele
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2005
Auflagenhöhe: 500
Seitenanzahl: 66 Seiten
Buchart: Broschur
Abbildungen: zahlreiche Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-00-012723-2
ISBN 13: 978-3-00-012723-6
Größe: ca. 197 x 230 x 5 mm
Gewicht: ca. 300 Gramm
Zustand: neu, ungelesen