ZERO: Fontana, Mack, Piene, Shimamoto, Uecker ....

 

39,80 EUR

ISBN: 9783775717472  

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Beschreibung

museum kunst palast, Düsseldorf (Hrsg.)
ZERO
Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre

Ein konkurrenzloser Überblick über Zero als internationale Avantgarde-Bewegung - mit Werken von annähernd 50 Künstlern.

Die Künstlerbewegung ZERO revolutionierte seit Mitte der 1950er Jahre mit einer neuen Bild- und Formensprache die Kunst der Nachkriegszeit. Von Anfang an war sie auf internationale Vernetzung angelegt. So knüpfte die Düsseldorfer Künstlergemeinschaft von Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker Verbindungen zu einer Vielzahl von europäischen Gruppierungen, deren Vermittlerfigur seit 1960 Piero Manzoni war. Neben ihm kommen besonders Yves Klein und Lucio Fontana Schlüsselrollen zu.

Mit diesem opulent bebilderten, aufwändig gestalteten Band liegt ein einmaliges Kompendium zu ZERO als internationale, stilistisch wie thematisch vielperspektivische Bewegung vor, deren Geschichte von den unmittelbaren Anfängen im Jahr 1957 bis zu ihrer Auflösung 1966 nachgezeichnet wird. Dabei werden nicht nur annähernd 50 Protagonisten der ZERO-Bewegung und ihre bedeutenden Einzelwerke, sondern auch die zentralen Themen und die Verzahnung künstlerischer Ideen und Prozesse dargestellt, sodass die Wechselwirkung zwischen den Künstlergruppen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Italien und Japan anschaulich wird.

 

Auswahl der Künstler

  • Arman, Pol Bury
  • Enrico Castellani
  • Herman de Vries
  • Lucio Fontana
  • Hans Haacke
  • Yves Klein
  • Heinz Mack
  • Piero Manzoni
  • François Morellet
  • Otto Piene
  • Shozo Shimamoto
  • Kazuo Shiraga
  • Jesús Rafael Soto
  • Daniel Spoerri
  • Atsuko Tanaka
  • Jean Tinguely
  • Günther Uecker
  • Jef Verheyen

Vorwort

ZERO - AM NULLPUNKT DER KUNST
VORWORT

VON JEAN-HUBERT MARTIN
GENERALDIREKTOR

1958 erschien zum ersten Mal die von den Düsseldorfer Künstlern Heinz Mack und Otto Piene herausgegebene Zeitschrift ZERO , Ein Jahrzehnt später war ZERO bereits Synonym für eine Avantgardebewegung, die zu einem festen Bestandteil in der deutschen Kunstgeschichte geworden war. Mit dem Begriff ZERO werden in erster Linie die drei Hauptvertreter der Düsseldorfer ZERO -Gruppe, Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker, assoziiert. Doch ZERO ist mehr als eine Gruppierung von Künstlern, die ein apodiktisches Konzept verbindet. Vielmehr wurde von Anfang an Wert auf Unabhängigkeit und Individualität gelegt. ZERO war ein offener Verbund von Künstlern und Künstlergruppierungen, in dem man sich untereinander austauschte und sich gegenseitig inspirierte. Gemeinsam wollten die Künstler die Formen- und Bildsprache revolutionieren, indem sie sich bewusst von der expressiven und emotionalen Gestik der informellen Malerei und des Tachismus absetzten. Für die Düsseldorfer Künstler war die informelle Malerei zu sehr Ausdruck des Versuchs, das Chaos, den Schmerz und die Zerstörung des Zweiten Weltkriegs zu überwinden. Im Gegenzug forderten sie, angesteckt vom Nachkriegsoptimismus, eine "positive Welt- und Seinsbetrachtung" (Mack) frei von jeder ideologischen Festlegung. Diese konnte sich nur auf einem "freien Territorium" (Uecker) entfalten. Man musste bei null beginnen, in einer "Zone des Schweigens und neuer Möglichkeiten" (Piene). Zero als eine "unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht"1.

Der Name ZERO ist dementsprechend Programm. Die Zahl Null steht auf der Zahlenskala zwischen Positiv und Negativ, sie symbolisiert Neutralität, einen Ausgleich von Antipoden. Sie beschreibt eine Zone der Stille und Leere und deutet zugleich auf Freiheit und Neubeginn hin. Die Bedeutung der Zahl Null als Befreiung von allem Vergangenen formulierten bereits die Suprematisten Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland. Auch hier suchten die Künstler parallel zu den im Land stattfindenden historischen Umwälzungen nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten ihres Weltbildes. So forderte ihr Protagonist Kasimir Malewitsch, ähnlich wie auch die ZERO -Künstler, eine unabhängige Kunst. Seine Einstellung erfährt ihren künstlerischen Ausdruck in der "reinen Malerei" frei von Assoziationen jeglicher Art, die durch die Reduktion der figurativen Form erreicht wird. So schreibt Malewitsch anlässlich der ersten Ausstellung seiner suprematistischen Bilder in Petrograd im Jahre 1915: "Ich habe mich in die Null der Formen verwandelt und habe mich aus dem stinkenden Morast der akademischen Kunst herausgefischt."2 Bezeichnenderweise trägt die Ausstellung den Titel Letzte Futuristische Gemäldeausstellung 0,10 (Null-Zehn): 0, weil die ausstellenden Künstler die Reduktion der Form bis zur Nullgrenze und darüber hinaus (0-1) anstreben; 10, weil insgesamt zehn Künstler in der Ausstellung dieses Ziel verfolgen. Mit seiner Kunst suchte Malewitsch wie die ZERO -Künstler einen Zustand der Ruhe und der Freiheit. Dieses Ziel verfolgte in den 1950er Jahren auch der französische Künstler Yves Klein. Mit seinen Monochromen geht er allerdings noch einen Schritt weiter als Malewitsch, da er gänzlich auf Form und Komposition verzichtet. Während in Malewitschs Schwarzem Quadrat das schwarze Monochrom weiß umrahmt wird, schafft Klein eine ultramarinblaue Fläche, die nur von den Ausmaßen der Leinwand begrenzt wird. So nimmt Klein auch für sich in Anspruch, das Monochrom erfunden zu haben: "So darf ich behaupten, dass Malewitsch ein Stilleben nach einem meiner monochromen Bilder gemalt hat."3 Es ist bemerkenswert, wie die Schlüsselparadigmen dieser historischen Avantgarde ihre formalen und theoretischen Entsprechungen in der Nachkriegsavantgarde wiederfinden, zumal die Kunstgeschichtsschreibung in den 1950er Jahren die russische Avantgarde noch nicht für sich entdeckt hatte und so die Künstler der Nachkriegszeit nur sporadische Kenntnisse über diese Bewegung besaßen.

Klein kam innerhalb von ZERO eine Schlüsselrolle zu. Mit seinem Begriff der "Purifikation" - der reinen Farbempfindung - übte er Ende der 1950er Jahre auf die Bewegung der Düsseldorfer Künstler eine katalytische Wirkung aus. Klein war Gründungsmitglied der Nouveaux Réalistes, einer Künstlerbewegung, die 1960 in Paris von dem Kunstkritiker Pierre Restany ins Leben gerufen wurde. In seiner Gründungsrede erklärt Restany den momentanen Zustand der Kunst als "vierzig Grad über dem Nullpunkt Dada" - wieder wird das Bild einer Skala mit der Null als Gradmesser benutzt.

Die Nouveaux Réalistes in Paris forderten wie ZERO in Düsseldorf, NUL in den Niederlanden, G 58 in Belgien, Azimuth in Italien oder GUTAI in Japan eine neue Kunstform, die der modernen komplexen Wirklichkeit gerecht werden und eine neue Lebensnähe ausdrücken sollte. Die Künstler der verschiedenen Gemeinschaften verband neben der Forderung nach einer Durchdringung von Kunst und Leben auch die Einbeziehung technischer Apparaturen und der natürlichen Elemente Licht, Feuer und Wasser. Durch diese zentralen Strategien sollte der tradierte Kunstbegriff überwunden werden. Die Künstlergruppen standen in einem regen Austausch, organisierten gemeinsame Ausstellungen, wie Vision in Motion - Motion in Vision im Hessenhuis Antwerpen (1959) oder NUL im Stedelijk Museum Amsterdam (1962), und brachen somit ganz bewusst mit der Abgeschlossenheit des nationalen Kunstbetriebs. Sie vereinten in sich einen objektiven Zeitgeist, der nicht nur die bildende Kunst in seinen Bann zog, sondern auch die Literatur. So machte in Deutschland Anfang der 1950er Jahre die "Stunde null der Literatur" (u. a. Gruppe 47) von sich reden, und in Frankreich erschien 1953 Roland Barthes' revolutionäre Literaturtheorie Le Degré zéro de l'écriture. Spannend ist, dass parallel zu den Entwicklungen in Europa und Japan auch in den USA die Ideen der künstlerischen Avantgarde zum Teil auf dem " Zero -Gedanken" basierten. Die Künstler, die am Black Mountain College in North Carolina studierten, Robert Rauschenberg, John Cage und Merce Cunningham, wurden durch den 1933 aus Deutschland emigrierten Josef Albers zu einem von tradierten Werten befreiten Blick erzogen. Josef Albers nannte sein Lehrprogramm entsprechend "Starting at the point of zero ".

Die Ausstellung ZERO . Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre hat denn auch nicht nur den Anspruch, das Einzelwerk der Protagonisten vorzustellen, sondern vielmehr die Intention, den die Gruppen verbindenden Zeitgeist einzufangen. So konzentriert sie sich auf die Verzahnung künstlerischer Ideen und Prozesse. Die zentralen Themen wie Licht, Spiegelung, Raster und Vibration, Immaterialität und die Nutzung der Elemente werden im Kontext der internationalen Bewegungen dargestellt, sodass die Wechselwirkung zwischen den Künstlergruppen zutage tritt. Ausgewählt wurden diejenigen Künstler, die in den großen bedeutenden ZERO -Ausstellungen der Jahre 1958-1965 gezeigt wurden (Abendausstellung Das rote Bild sowie weitere Abendausstellungen in den Ateliers von Piene und Mack in Düsseldorf ab 1958, Vision in Motion - Motion in Vision, Hessenhuis, Antwerpen, 1959, Dynamo, Galerie Boukes, Wiesbaden, 1959, ZERO - Edition, Exposition, Demonstration, Galerie Schmela, Düsseldorf, 1961, NUL, Stedelijk Museum Amsterdam, 1962, ZERO - der neue Idealismus, Galerie Diogenes, Berlin, 1963, NUL 65, Stedelijk Museum Amsterdam, 1965).

Erstmalig wird in der Ausstellung die Beziehung der europäischen ZERO -Künstler zu Künstlern der japanischen GUTAI-Gruppe thematisiert, die wie die Künstlerin Yayoi Kusama 1965 von Henk Peeters, einem Mitglied der NUL-Gruppe, zur zweiten NUL-Ausstellung ins Stedelijk Museum nach Amsterdam eingeladen wurden. Die GUTAI-Gruppe entsprang dem gleichen Zeitgeist wie die europäische Avantgarde. Sie war ebenso aus einer Aufbruchsstimmung entstanden, die sich nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung von einem faschistischen Regime verbreitete. Der Wille zur Erfindung einer neuen, an der Realität ausgerichteten künstlerischen Sprache und die Öffnung zum Publikum durch Aktionen verbinden die europäische und die asiatische Bewegung. Bereits vor der Entstehung des europäischen Netzwerkes machten die GUTAI-Künstler Anfang der 1950er Jahre durch Aktionskunst und Freilichtausstellungen in Japan von sich reden. Interessant ist, dass Yves Klein seine Bekanntschaft mit der japanischen Gruppe zunächst für sich behielt, wohl aus der Befürchtung, dass die formalen Gemeinsamkeiten der Werke, die trotz der früheren Unwissenheit über einander nicht von der Hand zu weisen sind, eine Konkurrenz bedeuten könnten.

Ein zentrales Anliegen von ZERO war, sich nicht von festgelegten formalen Normen einengen zu lassen. Die Formensprache der ZERO -Künstler äußert sich demzufolge sehr differenziert. Aktionen, Objektkunst, in der Malerei eine Reduktion der Form bis zum Monochrom: Jeder künstlerische Ausdruck wurde zugelassen, wenn er dem "Zerogeist" entsprang. Die Offenheit für künstlerische Ideen außerhalb von Sichtweisen, die die westliche Kunstwelt determinieren, ist auch ein Konzept, das für das künstlerische Programm des museum kunst palast richtungsweisend ist. In Zeiten der zunehmenden Globalisierung ist eine ethnozentrische westliche Sicht auf die Kunst nicht mehr haltbar. Die Kunstgeschichtsschreibung muss sich den nicht-westlichen Kulturen öffnen, ein neues System interkultureller Werte zulassen. Die Eröffnungsausstellung der Stiftung museum kunst palast im Jahr 2001, Altäre - Kunst zum Niederknien, war ein erster programmatischer Schritt des Hauses in diese Richtung. In diesem Zusammenhang war es uns ein besonderes Anliegen, den wechselseitigen Bezug zwischen ZERO und GUTAI wissenschaftlich aufzuarbeiten und zu zeigen.

Mit ZERO . Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre widmet das museum kunst palast einer der bedeutendsten Avantgardebewegungen seit 1950 eine umfassende, internationale Retrospektive. Sie präsentiert Werke in monografischen, dialogischen und thematischen Gruppierungen. Den wichtigsten Vertretern der Bewegung - u. a. Klein, Mack, Piene, Uecker, Fontana, Castellani, Manzoni, Tinguely und Shiraga - sind eigene Räume gewidmet. Der "Weiße Raum" sowie Werkgruppen zu verschiedenen Themen wie Feuer, Licht, Spiegelung und Vibration versammeln Beiträge von mehreren Künstlern. Darüber hinaus werden historische Environments und Raumkonstellationen eigens für die Ausstellung wieder zusammengestellt und teilweise rekonstruiert. Viele Werke werden erst durch den direkten Kontakt mit dem Betrachter lebendig. Das unmittelbare Erleben der Werke, sie in Bewegung zu setzen und nicht nur als wertvolle kunsthistorische Reliquien zu zeigen, ist ein Ziel der Ausstellung. Die Lichträume und Environments von ZERO können als Anfänge der Installationskunst gesehen werden, eine Gattung, die in den 1960er Jahren noch nicht kunsthistorisch definiert war. Die Tatsache, dass den "Events" bei heutiger Betrachtung ein antiquierter Charakter innewohnt - jede Diskothek besitzt heutzutage eine spektakulärere Lichtanlage -, führt die technologische und kulturhistorische Entwicklung. der letzten fünfzig Jahre vor Augen.

Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs einer historisch genauen Aufarbeitung ist das Besondere der Ausstellung ihr aktueller Zeitbezug, da viele Protagonisten aktiv arbeiten und wie Yayoi Kusama eine international vielbeachtete Wiederentdeckung erleben. Die enge Zusammenarbeit mit noch lebenden Künstlern hat für mich von jeher einen besonderen Reiz. Die bisweilen heftigen Diskussionen zwischen Künstlern und Kuratoren führen dazu, dass die Werke erfrischend lebendig und nicht historisch verstaubt gezeigt werden. So war für mich der Austausch insbesondere mit den Düsseldorfer Künstlern Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker außerordentlich fruchtbar. Meine besondere Anerkennung gilt denn auch allen an der Ausstellung beteiligten Künstlern, insbesondere der Düsseldorfer Trias, für ihre Ideen und die Bereitstellung sowie Rekonstruierung ihrer Werke. Auch Kazuo Shiraga, dem ich seit den 1980er Jahren sehr verbunden bin, hat eine wichtige Rolle für meine Konzeption der Ausstellung gespielt. Ganz besonders danken möchte ich den beiden Kuratoren Heike van den Valentyn und Mattijs Visser, die mit mir zusammen die Ausstellung erarbeitet haben. Ihre Ideen haben das Konzept mit Leben erfüllt. Mein Dank richtet sich auch an Lóránd Hegyi, der die Ausstellung im Musée d'Art Moderne de Saint-Etienne Métropole zeigen wird. Die Ausstellung konnte nur durch den unermüdlichen Einsatz der Projektleiterin Sandra Badelt-Pörschmann sowie ihrer Assistentinnen Kathrin Beßen und Bianca Raitz ermöglicht werden. In Japan hat uns Atsuo Yamamoto viele Türen zu den Archiven und Nachlässen der GUTAI-Künstler geöffnet. Wertvolle Unterstützung erhielten wir auch von Daniel Moquay, Yves-Klein-Archiv in Paris.

ZERO . Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre hätte nicht ohne die großzügigen Leihgeber verwirklicht werden können. Besonders hervorheben möchte ich Anna und Gerhard Lenz sowie Axel Vervoordt, die uns viele ihrer Werke zur Verfügung stellten. Hubertus Schoeller bin ich für seinen tatkräftigen Einsatz sehr verbunden. Mein aufrichtiger Dank gilt den Autoren für ihre Katalogbeiträge sowie Barbara Til und Elke Dichter für die Betreuung dieser wunderbaren Publikation.

Ein solch großes und anspruchsvolles Projekt kann nur durch die Zusammenarbeit vieler Hände und Köpfe realisiert werden. Ich danke daher besonders allen beteiligten Mitarbeitern des museum kunst palast.

Es freut mich sehr, dass die Ausstellung den Auftakt des Düsseldorfer Kunstjahres 2006, der Quadriennale, bildet. Der Landeshauptstadt Düsseldorf sei für ihre großzügige Unterstützung sehr gedankt.

Der Identity Foundation möchte ich besonders für die engagierte Zusammenarbeit und die großzügige Förderung danken, die es u. a. ermöglicht haben, den wissenschaftlichen Katalog und das Symposium zu realisieren.

Abschließend gebührt den Förderern, namentlich unserem langjährigen Partner, der E.ON AG, der Kunststiftung NRW und der Japan Foundation, mein Dank für das Vertrauen, das sie in die Bedeutung dieser Ausstellung gesetzt haben.

Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
  GRUSSWORT 7
  VORWORT 8
  ZUM GELEIT 12
  TEXTE  
VON CATHERINE MILLET EINE PARADOXALE UTOPIE 22
HEINZ-NORBERT JOCKS DER GROSSE AUFBRUCH 32
BAZON BROCK NULL UND NICHTIG? 40
LÓRÁND HEGYI LUCIO FONTANA 48
HEIKE VAN DEN VALENTYN UTOPISCHE, REALE UND LICHTKINETISCHE RÄUME DER ZERO-ZEIT 56
TIZIANA CAIANIELLO "ZERO IST DIE STILLE" 68
VALERIE L. HILLINGS DIE GEOGRAFIE DER ZUSAMMENARBEIT 76
ATSUO YAMAMOTO ZERO - GUTAI - ZERO 86
MATTIJS VISSER VON NUL 65 ZURÜCK ZU ZERO O6 100
  FARBTAFELN 107
  CHRONOLOGIE 257
  BIOGRAFIEN 287
  VERZEICHNIS DER AUSGESTELLTEN WERKE 313
  AUSGEWÄHLTE BIBLIOGRAFIE 324
  ANHANG  
  LEIHGEBER 332
  FOTONACHWEISE 333
  IMPRESSUM 334

Über Otto Piene

Otto Piene (* 18. April 1928 in Laasphe) ist ein deutscher Künstler.

Er war von 1974 bis 1994 Direktor des „Center for Advanced Visual Studies“ (CAVS). Als Reaktion auf das abstrakte Informel gründete Piene gemeinsam mit Heinz Mack (* 1931) am 11. April 1957 in Düsseldorf die später international einflussreiche Künstlergruppe ZERO („Nullpunkt der Kunst“), der sich im Jahr 1961 auch Günther Uecker (* 1930) anschloss. Piene gilt als ein Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst sowie der Sky Art-Aktionen.

Otto Piene wuchs in Lübbecke auf. Nach dem Abitur 1947 studierte er von 1949 bis 1950 Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München und von 1950 bis 1953 an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zwischen 1951 und 1964 wirkte er als Dozent an der Modeschule in Düsseldorf. Von 1953 bis 1957 belegte er an der Universität zu Köln den Studiengang Philosophie und schloss mit dem Staatsexamen ab.

An der University of Pennsylvania übernahm er 1964 eine Gastprofessur. Von 1968 bis 1971 war er Fellow des 1967 von Gyorgy Kepes gegründeten Center for Advanced Visual Studies (CAVS). 1972 wurde er Professor of Visual Design for Environmental Art (Professor der Umweltkunst) am Massachusetts Institute of Technology, das ihn 1974 zum Direktor des CAVS berief.

Piene lebt und arbeitet heute in Groton/Massachusetts, Boston sowie Düsseldorf.

Die bei der Gründung der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung in das künstlerische Schaffen von Licht (und Schatten), sowie – für Piene – auch von Feuer. Ihre Anschauung verbreiteten Mack und Piene bis 1961 in der Zeitschrift „ZERO“.

Im Jahr 1959 entwarf Piene unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Die Praxis der Rauchbilder führt er bis heute fort. Die Spuren von Feuer und Rauch sind wichtige Elemente dieser Werke. Er experimentierte außerdem mit Multimedia-Kombinationen (1960). Bekannt ist Piene insbesondere durch das Lichtballett und weitere lichtkinetische Arbeiten. Außerdem schuf er aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung Luft- und Lichtskulpturen.

Über Günther Uecker

Günther Uecker (* 13. März 1930 in Wendorf, Mecklenburg) ist ein deutscher Maler und Objektkünstler von internationalem Rang. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern. Ein Teil seiner künstlerischen Objekte kann der kinetischen Kunst zugeordnet werden.

Uecker, der auf der Halbinsel Wustrow aufwuchs, studierte von 1949 bis 1953 Malerei in Wismar und an der Kunstakademie in Berlin-Weißensee. 1955 verließ er die DDR und setzte bis 1958 sein Studium bei Otto Pankok und anderen an der Kunstakademie Düsseldorf fort. 1956/1957 entstanden erstmals die für ihn typischen Nagelbilder: dreidimensionale, weiß bemalte Reliefs aus Nägeln, die durch die Ausrichtung der Nägel und die Wechselwirkung von Licht und Schatten ihre eigene Dynamik erhalten. Ab 1962 versah Uecker Alltagsgegenstände wie Möbel mit Nagelreliefs.

1961 wurde Uecker Mitglied in der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Künstlergruppe ZERO, woraufhin er sich auch der kinetischen Lichtkunst zuwandte. Gemeinsam mit Gerhard Richter inszenierte er die Demonstration „Museen können bewohnbare Orte sein“. Die Aufführung des Terrororchesters in der Kunsthalle Baden-Baden, einer lärmenden Installation aus 20 Maschinen, Staubsaugern, einer Wäschetrommel sowie Hammer und Sichel, erregte bundesweit Aufsehen.

Zusammen mit Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler war Uecker 1970 deutscher Vertreter auf der Biennale von Venedig. Von 1971 bis 1974 erfolgten Arbeitsaufenthalte in Südamerika, Afrika und Asien sowie von 1984 bis 1985 Aufenthalte in Japan, Sibirien, China, Island und der Mongolei. Seit den 1980er Jahren nimmt er in seinen Werken zu politischen Fragen Stellung: so etwa reagierte er auf die Katastrophe von Tschernobyl mit dem Zyklus „Aschebilder“. Weitere politische Bezüge finden sich bei seinen Werken über den Irak, Umweltprobleme und anderem.

Von 1976 bis 1995 unterrichtet Uecker als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Zu seinen Meisterschülern zählten Halina Jaworski, Klaus Schmitt und Matthias Hintz. 1999 gestaltete er den Andachtsraum im neuen Reichstagsgebäude in Berlin. 2004 konzipierte er das Freilichtbühnenbild für eine Aufführung des Wilhelm Tell von Schiller am – angeblich – historischen Ort auf der Rütliwiese.
Im Dezember 2008 war Uecker Mitbegründer der Stiftung Zero foundation. Weitere Gründer waren die ZERO-Künstler Heinz Mack und Otto Piene sowie die Stiftung museum kunst palast Die Stiftung hat ihren Sitz im Düsseldorfer Medienhafen; sie hat sich zum Ziel gesetzt, die ZERO Bewegung zu erhalten, zu präsentieren, zu erforschen und zu fördern, Uecker lebt und arbeitet heute in Düsseldorf und St. Gallen. Ein Atelier befindet sich zudem in der Berliner Gartenstadt Atlantic des Architekten Rudolf Fränkel.

Uecker ist der Schwager des Künstlers Yves Klein.

 

Details

Herausgeber: museum kunst palast, Düsseldorf
Texte: Bazon Brock, Tiziana Caianiello, Heinz-Norbert Jocks, Catherine Millet, Lóránd Hegyi, Valerie L. Hillings, Heike van den Valentyn, Atsuo Yamamoto und Mattijs Visser
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2006
Seitenanzahl: 336 Seiten
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Abbildungen: 506 Abbildungen, davon 202 farbig
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-1747-1
ISBN 13: 978-3-7757-1747-2
Größe: ca. 286 x 236 x 36 mm
Gewicht: ca. 2.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen