Lasiaika - GlasZeit - Timo Sarpaneva

 

39,80 EUR

ISBN: 9783924302122  

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Beschreibung

Timo Sarpaneva
Lasiaika - GlasZeit

Der Katalog entstand anlässlich der Ausstellung Lasiaika – GlasZeit im Jahr 1985 in Dortmund und zeigt Unikate sowie Serienprodukte Sarpanevas.

Der Katalog ist seit Jahren ausverkauft und ein begehrtes Sammelobjekt für Sammler und Händler finnischen Designs.

 

Zur Ausstellung

Die Ausstellung GlasZeit, Lasiaika, birgt den größten Teil der Exponate einer Auslandstournee mit Sarpanevas Werken, initiiert durch das Finnische Unterrichtsministerium. In der vorliegenden Zusammenstellung wird sie nur in Dortmund zu sehen sein.

Lasiaika, die GlasZeit, bezieht ihren Namen aus einem der großen unikaten Glasskulpturen Sarpanevas. Seit Thomsen Mitte des 19. Jahrhunderts in Kopenhagen die Königliche Sammlung der Altertümer ordnete und die Nordische Vorzeit nach Material aufteilte, haben wir diese Kategorisierung der Vergangenheit als Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit übernommen. In unserer Kunststoffzeit mag eine künstlerische GlasZeit - Ausstellung jedenfalls Denkanstoß sein über den Sinn solcher Rubrizierungen der Geschichte menschlicher Kultur und über Kategorisierungen in unserer eigenen Zeit, den sozialen, rassistischen, parteilichen mit Hilfe von Sortierapparaten als Instrument der Unmenschlichkeit.

Erhöhung der Lebensqualität ist für den Designer Sarpaneva oberstes Gebot, den Alltag des Menschen mit schönen Gebrauchsgegenständen erfreulicher zu machen. Dabei bedient er sich traditioneller handwerklicher Verfahren der Herstellung in steter Wechselwirkung mit industrieller Fertigung. Seine Gebrauchsgegenstände, wie Glas und Porzellan, sind so zwar in großer Menge hergestellt, durch hohe künstlerische Qualität und Solidität der Ausführung aber nie Massenware. In den besten Stücken ist ihm ohne Zweifel sein Vorsatz gelungen, die Grenzen zwischen Gebrauchsgerät, Kunstwerk und Industrieprodukt aufzuheben. Deswegen ist Sarpaneva als Künstler auch mit seinen Objekten in einem Museum wie dem Dortmunder gut aufgehoben, in Erfüllung des wissenschaftlichen Auftrages, Kunst als Teil der Kulturgeschichte zu verstehen und die Wechselwirkungen innerhalb der Zivilisationsgeschichte des Menschen aufzusteigen.

Kunst ist außerdem für Finnland ein nationales Anliegen. Nicht zuletzt durch sie gelang es, ein finnisches, eigenständiges Nationalgefühl aufzubauen, das schließlich zur Loslösung von Russland, von großfürstlicher Verwaltung zum demokratischen Staat führt. Der Finnische Jugendstil ist mit Textilien und gläsernen Objekten für das übrige Europa in seiner Qualität richtungweisend gewesen. In den vierziger Jahren waren es wiederum auch Mittel der Kunst, die im Winterkrieg gegen Russland die nationalen Kräfte vereinigten. Es ist erstaunlich, dass gerade in den schwierigen Jahren des Wiederaufbaus nach einem verlorenen Krieg Finnland in den frühen 50er Jahren schon vermag, ein eigenständiges Gesicht zu zeugen, das sich wiederum in Bildender Kunst, hauptsächlich Gebrauchskunst, dokumentiert. Sarpanevas frühen Designs für Gebrauchsgegenstände datieren aus diesen Jahren. Schon damals arbeitete er mit der Iittala Glashütte zusammen.

Es ist also nicht verwunderlich, wie wichtig Kunst in Finnland genommen wird. Das kommt nicht zuletzt durch eine großzügige Künstlerförderung mit Preisen und Stipendien zum Ausdruck. Die Ausstellung ist somit mehr als ein Finnischer Exportartikel. Sie ist ein Stück dieses Landes selbst. So ist ein herzlicher Dank auszusprechen: an Timo Sarpaneva, die Iittala Glashütte und die beteiligten Ministerien der Republik Finnland, vornehmlich Herrn Botschaftsrat Dr. Kristofer Gräsbäk.

Gerhard Langemeyer

Über Timo Sarpaneva

Timo Sarpaneva

Über Timo Tapani Sarpaneva, geb. 1926 in Helsinki, gest. 06.10.2006:

Der Finne Timo Sarpaneva ist als Maler, Grafiker und Designer seit den 50er Jahren einer der wichtigsten Vertreter des skandinavischen Kunsthandwerkes.
Neben Gebrauchsdesign setzte er sich besonders mit den Möglichkeiten auseinander, die Glas, frei von den Beschränkungen des funktionalen Designs, als bildhauerisches Medium bietet. Er beschäftigte sich intensiv mit der Integration von Kunst und Ästhetik im Alltag. Der Künstler arbeitete mit großer, weltweiter Anerkennung in Glas, Keramik, Graphik, Textil- und Metallwaren. "... Wie kaum ein anderer verkörperterte Timo Sarpaneva die Klarheit und Vielfalt skandinavischen Designs. ..." erklärte Otmar Küsel, Vorstandsvorsitzender der Rosenthal AG, zum Tod von Timo Sarpaneva (2006).
Timo Sarpaneva studierte in Helsinki Design und Grafik an der Werkkunstschule.
Für Rosenthal arbeitete Sarpaneva seit 1968.
Sein Service »Suomi« gehört zu den weltweit erfolgreichsten Porzellanformen, das Keramikservice »Kaari« war ein weiteres Highlight der Rosenthal-Kollektion.
Als Beispiel für zeitgenössisches Design wurde »Suomi« in die ständige Sammlung des Centre Georges Pompidou, Paris, aufgenommen.

Auszeichnungen (Auswahl):

Die Gute Industrieform / iF (1973) Leuchter / orange 21501 14
Die Gute Industrieform / iF (1973) Leuchter / orange 21501 16
Die Gute Industrieform / iF (1973) Leuchter / orange 21501 18
Die Gute Industrieform / iF (1973) Leuchter / schwarz, braun 21501 Medaglia d'Oro (1976) »Suomi«
Die Gute Industrieform / iF (1977) »Suomi« Speiseservice
Die Gute Industrieform / iF (1977) »Suomi« Kaffeeservice
Die Gute Industrieform / iF (1977) »Suomi Weissgold« Speiseservice
Die Gute Industrieform / iF (1977) »Suomi Weissgold« Kaffeeservice
Hauptpreis IGP (1979) »Suomi«
Die Gute Industrieform / iF (1980) »Suomi« Speiseservice
Die Gute Industrieform / iF (1980) »Suomi« Kaffeeservice

Werke in Museen (Auswahl):

Museum für angewandte Kunst, Helsinki
Finnisches Glasmuseum, Riihimäki
Museum of Modern Art, New York
Metropolitan Museum of Art, New York
The Corning Museum of Glass, Corning, New York
Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
Stedelijk Museum, Amsterdam
Nationalmuseum, Stockholm
Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Tondheim
Kunstindustrimuseet, Oslo
Det Danske Kunstindustrimuseum, Copenhagen
The National Gallery of Victoria, Melbourne
Sammlung der Stadt Braunschweig
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
Hessisches Landesmuseum, Darmstadt
Kunstmuseum, Düsseldorf
Die Neue Sammlung, München
Staatliche Museen für Angewandte Kunst, München
Kunstsammlungen der Veste Coburg, Coburg
Museen der Stadt Köln, Köln
Kunstgewerbemuseum, Köln
Landesgewerbemuseum, Nürnberg
Deutsches Porzellanmuseum (Porzellanikon), Hohenberg/Eger
Museo Internationale delle Ceramiche, Faenza
Museum Boymans von Beuningen, Rotterdam
Malmö Museum, Malmö
Röhhska Konstslöjdmusset, Göteborg
Victoria and Albert Museum, London

 

Details

Autor: Timo Sarpaneva
Herausgeber: Dortmunder Museumsgesellschaft zur Pflege der Bildenden Kunst e.V.
Verlag: Cramers Kunstanstalt Verlag GmbH & Co. KG, Dortmund
Auflage: Erstauflage
Jahr: 1985
Seitenanzahl: 85 Seiten
Buchart: Softcover
Abbildungen: 75 großteils großformatige s/w-Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-924302-12-X
ISBN 13: 978-3-924302-12-2
Größe: ca. 222 x 275 x 8 mm
Gewicht: ca. 500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen, verlagsfrisch