Baltic Rococo - Norddeutsche Fayencen

 

14,90 EUR

ISBN: 9783804212985  

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Beschreibung

Gertrud Sperschneider
Baltic Rococo
Nordeuropäische Fayencen aus einer Hamburger Privatsammlung

Baltic Rococo ist ein Synonym für die Blüte der Fayencekunst im Ostseeraum und vermittelt Einblicke in die Welt einer fast vergessenen Epoche unvergleichlicher künstlerischer Leistungen des Kunsthandwerks. Zwischen 1720 und 1780 kam es im Ostseeraum zu einer Folge von Manufakturgründungen.

"Niederländische Keramiker gründeten noch vor 1700 die ersten Fayence-Manufakturen auf deutschem Boden in Frankfurt am Main und in Hanau. Weil das Porzellan auch nach seiner Neuerfindung in Europa durch August Böttger in Meissen überaus kostbar war und fürstlichen Kreisen vorbehalten blieb, benutzten Kleinadel und Bürgertum gerne Fayencen als geglückte Nachahmungen des Porzellans. Verständlicherweise interessierten sich diese Kreise auch bald für die Gründung neuer Manufakturen, zu deren Betrieb sich kaufmännische Geldgeber, erfahrene Töpfer und „Arkanisten“, Kenner der noch von Geheimnissen umwitterten Brenn- und Glasurvorgänge, zusammenschlossen. Nahezu jede Manufaktur musste nach eigenen Wegen suchen, um kunsthandwerklich vollendete Fayencen herstellen zu können. Brauchbaren Ton für die Fayence-Herstellung fanden die schleswig-holsteinischen Manufakturen im Lande selbst, die Schleswiger gruben ihn am Hesterberg, die Kieler am Düsternbrook. Die Beschaffung der Rohmaterialien für die Glasur war schwieriger, sie mussten aus anderen Gegenden Deutschlands eingeführt werden.

In Schleswig-Holstein waren günstige Bedingungen erst gegeben, als nach dem Ende des Nordischen Krieges (1721) friedliche Zeiten anbrachen: Handel, Seefahrt und Industrie brachten allmählich neue Bevölkerungsschichten zu Wohlstand. Beamte und Kaufleute sind in Schleswig-Holstein bei fast allen Manufakturen als Gründer aufgetreten. In ihrer kurzen Blütezeit haben die schleswig-holsteinischen Manufakturen große Mengen von Fayencen hergestellt. Die Waren wurden zum größten Teil innerhalb des Dänischen Gesamtstaates verkauft, auch nach Hamburg und Mecklenburg ausgeführt. Wie die zur gleichen Zeit erbauten Herrenhäuser veranschaulichen sie die bis 1773 bewahrte Ruhe des Nordens."

 

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Zur Ausstellung

Museumsberg Flensburg - Heinrich-Sauermann-Haus
29. November 2009 bis 28. Februar 2010


Fayencen-Ausstellung auf dem Museumsberg

Mit "Baltic Rococo" eröffnete Ulrich Schulte-Wülwer am 29. November seine letzte Ausstellung auf dem Flensburger Museumsberg. Nach 35 Jahren übergibt er das Direktorenamt an den zuletzt in Wien tätigen Michael Fuhr. Die Ausstellung zeigt keramische Kostbarkeiten des 18. Jahrhunderts aus einer Hamburger Privatsammlung.
Seit Marco Polo um 1300 das erste chinesische Porzellan nach Europa brachte, versuchten die Europäer, das Geheimnis der Porzellan-Herstellung zu entschlüsseln. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelang es Johann Friedrich Böttger in Meißen, das erste europäische Porzellan zu produzieren.

Fayencen als Ersatz für Porzellan

Weil das Porzellan überaus kostbar war und fürstlichen Kreisen vorbehalten blieb, benutzten Kleinadel und Bürgertum gerne Fayencen als geglückte Nachahmungen des Porzellans. Fayence ist die von der italienischen Stadt Faenza abgeleitete französische Bezeichnung für eine Keramik, die mit einer deckenden weißen oder farbigen Zinnglasur überzogen wird.

Baltic Rococo

"Baltic Rococo" ist ein Synonym für die Blüte der Fayencekunst im Osteseeraum. Zwischen 1720 und 1780 kam es hier zu einer Folge von Manufakturgründungen. Auf die erste Manufaktur in Kopenhagen (1722) folgten unter anderem Kiel (1763), Eckernförde (1765) und Stockelsdorf (1771).

Fayencen aus Schleswig-Holstein

Brauchbaren Ton für die Fayence-Herstellung fanden die schleswig-holsteinischen Manufakturen im Lande selbst, beispielsweise am Hesterberg oder am Düsternbrook. Nach dem Ende des Nordischen Krieges (1721) brachten Handel, Seefahrt und Industrie allmählich neue Bevölkerungsschichten zu Wohlstand. In ihrer kurzen Blütezeit haben die schleswig-holsteinischen Manufakturen große Mengen von Fayencen hergestellt.

Die Ausstellung

Die Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg vereint Spitzenobjekte aus einer Hamburger Privatsammlung und die herausragenden Stücke des Flensburger Museums. Sie wurden wissenschaftlich bearbeitet und in einem Katalog publiziert, der zur Ausstellung erscheint.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt Seite
Vorwort 7
Einleitung 8
Kopenhagen 10
Rörstrand 14
Marieberg 20
Stralsund 32
Schleswig 44
Criseby 59
Eckernförde 61
Kiel 70
Stockeisdorf 80
Kellinghusen 87
Markentafeln 91
Literaturauswahl 96

Details

Autorin: Gertrud Sperschneider
Verlag: Boyens Buchverlag, Heide
Auflage: Erstauflage
Jahr: 11/2009
Seitenanzahl: 96 Seiten
Buchart: Broschur
Abbildungen: 124 Abbildungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-8042-1298-0
ISBN 13: 978-3-8042-1298-5
Größe: ca. 284 x 222 x 13 mm
Gewicht: ca. 700 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Weitere Literatur zu Norddeutschen Fayencen:

Fayencen des 18. Jahrhunderts Schleswig-Holsteins

Götter, Helden und Grotesken Zeitalter der Majolika

Stralsunder Fayencen

Stralsunder Fayencen 1755–1792