Martha Katzer - Majolika-Manufaktur KA 1922 - 1942

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ISBN: 9783765082603  

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Beschreibung

Eva Spindler
Fröhlich, sachlich, edel
Martha Katzer. Keramik aus der Majolika-Manufaktur Karlsruhe 1922-1942

Die Karlsruher Majolika-Keramik-Manufaktur, die - trotz ihres Namens - seit ihrer Gründung vor 100 Jahren in allen nur erdenklichen keramischen Techniken arbeitet, gehörte jahrzehntelang zu den künstlerisch führenden Keramikwerkstätten Deutschlands.

Mit Martha Katzer (1897-1946) stellte das Badische Landesmuseum erstmals eine weibliche Künstlerpersönlichkeit vor, die in der seit 1901 bestehenden Majolika-Manufaktur tätig war, und zwar zu ihrer wirtschaftlichen Blütezeit während der 20er und 30er Jahre. Über 600 Seriennummern hat sie für den Betrieb geschaffen: Gefäßformen von schlichter und sachlicher Eleganz sowie Edelkeramiken, die, 1937 mit dem Großen Preis ausgezeichnet, in Form und Glasur anspruchsvolle Originale darstellten.

Vor allem war es wohl Martha Katzer, die seit Ende der 20er Jahre den Spritzdekor in der Manufaktur eingeführt. Dieser abstrakte Dekor, in der Regel bei ebenfalls schlicht stereometrisch und konstruktivistisch gestalteten Objektformen angewendet, stand für den Geist der Avantgarde im Sinne des russischen Suprematismus, des Bauhauses und des Neuen Bauens. Laut Arthur Hennig, Lehrer an der keramischen Fachschule in Brenzlau, ging es darum, Dinge des Gebrauchs zu formen, die durch ihre Haltung neben den technischen Erzeugnissen unserer Zeit bestehen zu können. Wegen seiner Nähe zum Bauhaus, zum Art Déco und der Idee eines proletarischen Volksgeschirrs wurden Werke des Spritzdekors 1933 als kommunistisch in großen Massen zerschlagen - eine Parallele zur Bildverfremdung und Bücherverbrennung in der Nazi-Zeit. Auch die Karlsruher Majolika blieb hiervon nicht unberührt.

Eva Spindler hat auf der Basis einer wissenschaftlichen Universitätsarbeit Leben und Werk von Martha Katzer für eine Ausstellung in der Majolika-Manufaktur erschlossen, die Werkauswahl zusammengestellt und den Katalog bearbeitet, als Beitrag zum 100-jährigen Bestehen der Manufaktur im Jahr 2001.

 

Über Martha Katzer

Martha Katzer (1897 - 1946) war von 1922 bis in die vierziger Jahre für die Karlsruher Majolika-Manufaktur tätig. Sie begann zunächst als Malerin im Atelier von Ludwig König. 1926 trat sie erstmals mit eigenen Arbeiten in Erscheinung. Die Gefäße tragen ein charakteristisches Muster aus breiten Farbstreifen und feinen Linien in Unterglasurmalerei. Da man über Martha Katzers Ausbildung und ihren künstlerischen Werdegang bis dahin wenig weiß, ist dieses Auftreten mit in Form und Dekor sicheren Arbeiten in großer Zahl bemerkenswert.

Von diesem Zeitpunkt an bestimmt ihre Entwurfstätigkeit einen Großteil der Serienproduktion der Manufaktur. Ende der 20er Jahre ist sie maßgeblich für die in diesem Zeitraum wichtige Dekorart des schablonierten Spritzdekors zuständig, der es ermöglichte, der Forderung nach qualitätvoller, preiswerter Massenware gerecht zu werden.

Neben solchen in hoher Auflage hergestellten Produkten behielt für die Majolika-Manufaktur immer auch das individuell gefertigte Einzelstück Bedeutung. Eine besondere Rolle spielten in dieser Hinsicht die Edelkeramiken, die erstmals 1931 auf der Ausstellung zum dreißigjährigen Bestehen der Manufaktur vorgestellt wurden. Die Formen der frei gedrehten Vasen stammen von Martha Katzer, die raffinierten Glasuren wurden von Gerda Conitz entwickelt. 1937 wurde den Edelkeramiken auf der Pariser Weltausstellung ein Grand Prix verliehen.

Seit Anfang der 40er Jahre war Martha Katzer nicht mehr produktiv für die Manufaktur tätig. Ihre Entwürfe wurden jedoch weiterhin und bis weit über ihren Tod hinaus hergestellt.

Details

Autorin: Eva Spindler
Herausgeber: Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
Verlag: G. Braun Buchverlag, Karlsruhe
Auflage: Erstauflage
Jahr: 07/2001
Seitenanzahl: 64 Seiten
Abbildungen: 45 farbige und 12 s/w-Abbildungen
Buchart: Hardcover
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7650-8260-0
ISBN 13: 978-3-7650-8260-3
Größe: ca. 212 x 210 x 10 mm
Gewicht: ca. 350 Gramm
Zustand: neu, ungelesen