Wächtersbacher Steingut - Smlg Sparkassen Stiftung
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Beschreibung
Dr. Thomas Wurzel (Hrsg.)
Wächtersbacher Steingut
Die Sammlung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Seit 1984 ist die Sparkassen-Kulturstiftung dem Wächtersbacher Steingut verbunden: Als die Wächtersbacher Fabrik damals das firmeneigene Museum aufzulösen begann, drohte die über Jahrzehnte zusammengetragene umfangreiche und vor allem vollständige Sammlung in alle Winde verstreut zu werden. Die Stiftung erwarb 298 Stücke aus sämtlichen Epochen der 1832 gegründeten Fabrik und stellt sie seither hessischen Museen als Dauerleihgabe zur Verfügung. So verwahren entsprechend der Schwerpunkte ihrer Sammlungen, die Staatlichen Museen Kassel insbesondere Stücke des Historismus, das Institut Mathildenhöhe Darmstadt solche des Jugendstils und das Vonderau-Museum Fulda wertvolle Stücke aus der gesamten Produktionsgeschichte. Nach Jahren der wissenschaftlichen Bearbeitung wird die Sammlung nun erstmals komplett in den drei hauptsächlich beteiligten Museen sowie darüber hinaus im Museum für angewandte Kunst in Gera der Öffentlichkeit präsentiert.
Die hier vorgelegte Veröffentlichung ist das Ergebnis von Forschung zur Geschichte der Wächtersbacher Fabrik und Ihrer Künstler. Sie ist auch eine Bestandsaufnahme des bisher zu diesem Thema Publizierten und bildet gleichzeitig einen Katalog der „Sammlung Wächtersbacher Steinzeug der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen“.
Die Ausstellung und die vorliegende Publikation wollen den Betrachter vertraut machen, die industrielle Fertigung auf teilweise höchstem künstlerischem Niveau ermöglichten. Dass seinerzeit Künstlerpersönlichkeiten wie Christian Neureuther und Ursula Fesca für Entwurfszeichnungen geworben werden konnten, zeigt die hochrangige künstlerische Stellung dieser Produktionsstätte. Doch die ausgewählten stücke führen den Besucher der Ausstellung auch eindrucksvoll vor Augen, dass es zu jeder Zeit in der nahezu 170-jährigen Produktionsgeschichte Objekte erster Güte gab. Diese Qualität und Beliebtheit der Wächtersbacher Keramik ließen auch ein eigenständiges Sammlungsgebiet entstehen.
Der Dank der Stiftung gilt den beteiligten Museen, dem Fürstlichen Archiv in Büdingen sowie allen Autorinnen und Autoren insbesondere Professor Ekkehard Schmidberger und Cornelia Weinberger, die in jahrelanger Forschungsarbeit das Wächtersbacher Steingut zu ihrem Hauptanliegen machten.
Dr. Thomas Wurzel
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Termine der Ausstellung
Wächtersbacher Steingut. Gebrauchs- und Zierkeramik zwischen Tradition und Moderne
Museum Künstlerkolonie Darmstadt
09.06.2001 - 02.09.2001
Museum für Angewandte Kunst Gera
20.11.2001 - 06.01.2002
Vonderau-Museum Fulda
25.01.2002 - 17.03.2002
Staatliche Museen Kassel
14.04.2002 - 16.06.2002
Inhaltsverzeichnis
| Autor | Inhalt | Seite |
| Thomas Wurzel | Vorwort | 6 |
| Klaus-Peter Decker | Abriss der Firmengeschichte | 8 |
| Christine Dippold | Die ersten Jahre der Produktion 1813-1850 | 16 |
| Blanka Linnemann | Vom einfarbigen Kupferdruck zum polychromen Steindruck | 22 |
| Cornelia Weinberger |
Aufschwung im Historismus: Die Manufaktur unter Max Roesler |
32 |
| Renate Ulmer | Die Wächtersbacher Steingutfabrik und der Jugendstil | 46 |
| Figürliches Steingut | 56 | |
| Ekkehard Schmidberger | Bildteller als Propagandamedium | 64 |
| Thomas Richter |
Zwischen Jugendstil und Art Déco: Eduard Schweitzer als Leiter der Kunstabteilung |
70 |
| Imke Ristow |
Neuzeitliche Formen und Dekore: Die späten zwanziger und dreißiger Jahre |
80 |
| Horst Makus | Die fünfziger Jahre | 92 |
| Ludwig Rinn | Markenverzeichnis | 98 |
| Cornelia Weinberger | Katalog | 106 |
| Literaturverzeichnis | 131 | |
| Autoren | 134 | |
| Die Reihe S-selects | 136 |
Über die Firma Waechtersbach Keramik
Die Firma Waechtersbach Keramik Otto Friedrich Fürst zu Ysenburg und Büdingen GmbH wurde 1832 von den Fürsten zu Ysenburg und Büdingen und Teilhabern gegründet. Der Sitz und das Werk befinden sich noch heute in den historischen, 1838 bezogenen, Gebäuden im hessischen Brachttal-Schlierbach.
Produzierte die Waechtersbach Keramik in den Anfangsjahren von 1832 bis etwa 1845 hauptsächlich einfaches, weißes Gebrauchsgeschirr, so wurden in den 1850er mit den ersten Kupfer-Umdruckverfahren aufwändigere Arbeiten ausgeführt. Die Kapazität und Qualität der Arbeiten steigerte sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Fabrik unter der Leitung von Max Roesler im Historismus ihren ersten Höhepunkt erreichte. Äußerst qualitätvolle und technisch aufwändige Arbeiten belegen den hohen Standard in der Fabrikation, der von vielen Konkurrenten kopiert wurde. War die Waechtersbach Keramik bis dato nur lokal vertreten, belieferte sie nun das gesamte Deutsche Reich.
Max Roesler verließ die Fabrik im Streit, weil ihm eine Beteiligung seitens des Fürsten verwehrt wurde und gründete die heute noch bestehende Roesler-Porzellanfabrik.
Den nächsten Höhepunkt erreichte Waechtersbach nach 1903, als mit Christian Neureuther als Entwerfer die Kunstabteilung ins Leben gerufen wurde. Neureuther führte den Jugendstil ein. Er erarbeitete der Fabrik einen internationalen Ruf. Infolgedessen entstanden Arbeiten von Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens, Hans Christiansen u. a. In dieser Zeit produzierte Waechtersbach für die Darmstädter Künstlerkolonie.
Durch den enormen Erfolg und die wegweisenden Entwürfe konnte die Firma Konkurrenten wie Villeroy & Boch weit hinter sich lassen. Nach dem Weggang Neureuthers 1921 wurde 1923 die Kunstabteilung wieder geschlossen.
Trotzdem konnte man in den 30er Jahren mit Ursula Fesca eine weitere renommierte Entwerferin verpflichten. Frau Fesca setzte sehr früh Bauhaus-Ideen um und entwarf Serien, die dem Zeitgeschmack so weit voraus waren, dass sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg produziert wurden. Wegen Krankheit verließ Frau Fesca von 1933 bis 1945 die Fabrik. Dadurch und wegen rigider Produktionsbeschränkungen setzte ein Niedergang ein, was Kapazität, Qualität und Innovation betrifft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Produktion mit Frau Fesca wieder aufgenommen werden und Waechtersbach entwickelte sich zum größten Keramikhersteller Deutschlands. Seit den 1960er-Jahren exportiert die Firma ihre Erzeugnisse auch nach Amerika. In den letzten 20 Jahren ist Waechtersbach Keramik zu einem Sammelgebiet geworden, das beständig neue Anhänger findet.
Details
Herausgeber: Dr. Thomas Wurzel
Verlag: Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Frankfurt
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2001
Seitenanzahl: 136 Seiten
Abbildungen: zahlreiche farbige Abbildungen
Buchart: Paperback
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-931787-12-5
ISBN 13: 978-3-931787-12-7
Größe: ca. 181 x 240 x 12 mm
Gewicht: ca. 500 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Besonderheiten: Zahlreiche, gute Fotografien







