Emil Nolde | In Glut und Farbe

 

39,90 EUR

ISBN: 9783777421704  

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Beschreibung

Agnes Husslein-Arco und Dr. Stephan Koja
Emil Nolde
In Glut und Farbe

Emil Nolde gilt als einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus. Das Katalogbuch zeigt zentrale Werke, darunter Landschaften, Meere, Bildnisse, Szenen aus Berlin und religiöse Bilder. Ein Schwerpunkt ist das im Geheimen entstandene, immense Alterswerk der »Ungemalten Bilder« – über 1300 kleinformatige Aquarelle und Gouachen mit frei erfundenen, meist fantastischen Darstellungen.

 

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Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
Agnes Husslein-Arco Vorwort 13
Stephan Koja »Ich ging wieder meinen Künstlerweg allein«
Beobachtungen zur Bildkunst Emil Noldes und ihren Reflexen in der österreichischen Malerei
15
Christian Ring »nur der eigenen Lust hatte ich zu folgen«
Das Phantastische und Groteske in Noldes Werk
63
Christian Ring »Die Bibel ist mir vertraut und alle Bilder darin sehe ich lebend«
Das religiöse Werk Emil Noldes
77
Katharina Lovecky »Du wildes, schönes Land!«
Emil Nolde auf der Suche nach dem Ursprung in der Südsee
93
Andreas Fluck Der Tanz im Schaffen Emil Noldes 109
Manfred Reuther »auf die so oft erlebten herrlichen Naturstimmungen zurückgreifend, entstanden meine Bilder«
Landschaften, Gärten und Meere - Noldes Schaffen aus der Farbe
121
  GEMÄLDE UND AQUARELLE 134
Stephan Koja Eine »Vorstellung nur in Glut und Farbe«
Emil Noldes Ungemalte Bilder
223
  UNGEMALTE BILDER 236
Christian Ring »Ein kühner Kampf gegen die Tradition«
Radierungen, Holzschnitte und Lithographien im Werk Emil Noldes
269
  GRAPHIKEN 280
  Biographie Emil Nolde 293
  Werke von Emil Nolde 300
  Namensregister 307
  Ortsregister 308
  Ausgewählte Literatur 309
  Autorinnen & Autoren 310
  Impressum, Bildnachweis, Leihgeber 312

Zur Ausstellung

Emil Nolde
In Glut und Farbe
25.10.13 - 02.02.14
Belvedere, Wien - Unteres Belvedere


„Deshalb gern mied ich alles Sinnen vorher, eine vage Vorstellung nur in Glut und Farbe mir genügte […]“*, schrieb Emil Nolde 1936 über seine instinktive Arbeitsweise und den ungehemmten Umgang mit Farben, der seine Werke auszeichnet. Mit Emil Nolde - In Glut und Farbe widmet das Belvedere in Kooperation mit der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde dem herausragenden Einzelgänger des deutschen Expressionismus eine Ausstellung, die einen lebhaften Eindruck seiner Farbexplosionen vermittelt. Die Schau zeigt Werke aus all seinen Schaffensphasen, von frühen, vom Impressionismus geprägten Gartenbildern über biblische und Legendenbilder oder strahlende, in der Südsee gemalte Pastelle bis hin zu den während des Malverbots entstandenen Ungemalten Bildern. Ergänzt wird die Ausstellung durch Druckgraphiken des Künstlers und ausgewählte Arbeiten österreichischer Maler wie Oskar Kokoschka, Werner Berg oder Max Weiler, die durch Nolde inspiriert wurden. Um 1911 bzw. 1912 fand Nolde zu seinem persönlichen Stil. Vom farbenprächtigen Impressionismus seiner Gartenbilder um 1907 über die 1910 entstandenen religiösen Bilder, die eine neue Strahlkraft der mit strähnigen Pinselzügen aufgetragenen Farben aufwiesen, gelangte er zu einer Malweise, die leuchtende, volltönende Farbflächen betonte und Details unterschlug. Die Themenvielfalt seines unverwechselbaren Werks reicht von grotesken Phantasiewesen, ekstatischen Tänzerinnen und Situationen des Berliner Nachtlebens über Bibelszenen und christliche Legenden bis hin zur Landschaft seiner Heimat Nordschleswig und zu Meeresstimmungen der Ost- und Nordsee. Noldes Naturverbundenheit und die ständige Suche nach dem Ursprünglichen führten ihn auf weite Reisen, sogar nach Neuguinea, wo er auf Inspiration abseits der westlichen Zivilisation hoffte.

Noldes unmittelbarer Zugang zur Malerei und sein einzigartiger Umgang mit Farben fanden einen Höhepunkt in seinem immensen Alterswerk der Ungemalten Bilder, die trotz des Malverbots, das am 23. August 1941 über ihn verhängt wurde, im Geheimen entstanden. Aus der Reichskunstkammer ausgeschlossen, wurde ihm jede berufliche Betätigung auf den Gebieten der bildenden Künste untersagt. Dies bedeutete einen großen Schock für den Maler, hatte er doch wie viele andere Künstler anfänglich die Machtergreifung der Nationalsozialisten begrüßt und gehofft, das nationalsozialistische Regime könnte Deutschland nach dem Trauma des Ersten Weltkriegs und des Friedensvertrags von Versailles wieder Orientierung und Selbstvertrauen verleihen. So entstanden zwischen 1938 und 1945 über 1300 kleinformatige Aquarelle und Gouachen mit frei erfundenen, meist phantastischen Darstellungen in seinem Atelier in Seebüll, von denen knapp 50 Blätter im Unteren Belvedere präsentiert werden. Dabei ließ Nolde aus zufälligen Farbklecksen Gesichter, Figuren, aber auch phantastische Mischwesen zwischen Mensch und Tier entstehen. Ebenso malte Nolde Landschaften aus seinem Gedächtnis, unter ihnen blutrot gefärbte Meere oder in Lapislazuli getauchte Felsküsten. Emil Nolde - In Glut und Farbe zeigt zentrale Werke aus der reichen Sammlung der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, der Hamburger Kunsthalle sowie weiteren Museen und Privatsammlungen. Unter den Arbeiten befinden sich Landschaften, Meere, Bildnisse, Berliner Szenen, religiöse Bilder und Phantasien sowie hochkarätige Folgen von Aquarellen und fast 50 Blätter der Ungemalten Bilder. Gleichzeitig beleuchtet die Ausstellung durch ausgewählte Werke österreichischer Maler wie Werner Berg, Herbert Boeckl, Oskar Kokoschka oder Max Weiler, wie diese auf Noldes Farbexplosionen reagierten und aus seiner Kunst Anregungen für das eigene Werk bezogen. Damit veranschaulicht die Ausstellung auch den intensiven künstlerischen Austausch im Europa des 20. Jahrhunderts.

* Emil Nolde, Welt und Heimat. Die Südseereise 1913–1918. Geschrieben 1936, hg. von der Nolde Stiftung Seebüll, Bd. III, Köln 2002, S. 88.

Über Agnes Husslein-Arco

Agnes Husslein-Arco (* 22. Mai 1954 in Wien) wurde als Tochter von Carl Heinrich Arco und seiner Frau Felicitas, geb. Boeckl, geboren. Sie ist eine Enkelin des österreichischen Malers Herbert Boeckl.

Nach einer Sportkarriere als Eiskunstläuferin in ihrer Jugend studierte sie Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Wien, an der Sorbonne und der Ecole de Louvre in Paris. Sie ist promovierte Kunsthistorikerin.

Husslein war 1996 bis 2000 im Freundesverein der Wiener Secession, 1996 wurde sie zur Vizepräsidentin des Kunstvereins Kärnten gewählt. Diesen Posten hatte sie bis 1998 inne. Von 1981 bis 2000 war sie Geschäftsführerin von Sotheby’s Österreich. Außerdem war sie elf Jahre lang auch als Geschäftsführerin von Sotheby’s Prag und Sotheby’s Budapest tätig und wurde für zehn Jahre Senior Director für Sotheby’s Europa. 1990 bis 1998 war sie Director of European Development des Guggenheim Museums und 1990 bis 2000 Organisatorin der Guggenheim Association Salzburg und des Austrian Guggenheim Advisory Boards. Sie ist Mitglied des World Wide Teams for Contemporary, Modern and Impressionist Art. Von 2001 bis 2003 war Husslein Direktorin des Rupertinums in Salzburg und von 2003 bis 2005 Gründungsdirektorin des Museums der Moderne in Salzburg. Von 2002 bis 2004 organisierte sie weiters den Aufbau des Museums moderner Kunst in Kärnten. 1994 kandidierte sie bei den Nationalratswahlen für die ÖVP. Seit 2007 ist sie Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere.

Details

Herausgeber: Agnes Husslein-Arco und Dr. Stephan Koja
Texte: Agnes Husslein-Arco, Andreas Fluck, Dr. Stephan Koja, Katharina Lovecky, Dr. Manfred Reuther und Dr. Christian Ring
Verlag: Hirmer Verlag, München
Erscheinungstermin: 10/2013
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2013
Seitenanzahl: 312 Seiten
Buchart: Gebunden
Abbildungen: 347 Abbildungen in Farbe
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7774-2170-7
ISBN 13: 978-3-7774-2170-4
Größe: ca. 296 x 230 x 32 mm
Gewicht: ca. 2.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen