Emil Noldes späte Liebe. Bilder für Jolanthe

 

29,95 EUR

ISBN: 9783832194864  

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Beschreibung

Dr. Christian Ring (Hrsg.)
Emil Noldes späte Liebe
Das Vermächtnis an seine Frau Jolanthe

Wenn von der Frau an Emil Noldes Seite gesprochen wird, ist meist Ada Nolde gemeint, mit der er 44 Jahre lang verheiratet war und die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde errichtete. Aber es gab eine zweite Frau Nolde: Im Februar 1948, zwei Jahre nach Adas Tod, heiratete der 80-jährige Maler die 26-jährige Jolanthe Erdmann. Acht Jahre lang lebte sie mit ihm im abgelegenen Seebüll. Immer wieder saß sie ihm für wunderbare Aquarelle Modell: Es entstanden Höhepunkte seines Spätwerks, die die Stiftung in ihrem Bestand bewahrt.

Emil Nolde hinterließ seiner jungen Frau eine eindrucksvolle Auswahl seiner Gemälde, Aquarelle und Grafiken. Die Werke stammen aus allen Perioden seines Schaffens; sämtliche zentralen Bildthemen, wie die Darstellungen von Paaren, das Thema Mutter und Kind, das Nachtleben in Berlin, die Südseereise, Blumen, Landschaften, Meere, Stillleben und freie Figurenbilder sind in höchster Qualität vertreten. Nach dem Tod Emil Noldes 1956 hat Jolanthe Nolde mit großem Verständnis und viel Liebe für sein Werk den Aufbau und die Entwicklung der Stiftung begleitet und gefördert.

• Dokumentation aller Werke aus der Sammlung Jolanthe Nolde
• Aquarelle von Jolanthe: Höhepunkte in Emil Noldes Spätwerk
• Ein bewegtes Leben: die Biografie der zweiten Frau Nolde

 

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Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
Christian Ring Emil Noldes späte Liebe. Jolanthe Nolde und ihr Wirken für die Nolde Stiftung 9
Jolanthe Nolde Beim Malen zugeschaut 57
Horst Jordt Collage der Erinnerung 77
Caroline Dieterich Ein bewegtes Leben 91
  Biographie Jolanthe Nolde 96
  Katalog 104
  Bibliographie • Dank 120

Zur Ausstellung

Emil Noldes späte Liebe
Das Vermächtnis an seine Frau Jolanthe
1. November 2013 bis 30. März 2014

Nolde Stiftung Seebüll
Dependance Berlin


Am 22. Februar 1948 heiratete der 80-jährige Emil Nolde die 26-jährige Jolanthe Erdmann. Emil Nolde und die Liebe, in diesem Zusammenhang denkt man unweigerlich an seine erste Frau Ada, die dänische Schauspielerin, die Emil Nolde am 25. Februar 1902 geheiratet hat und die mit ihm 44 Jahre durch alle persönlichen Höhen und Tiefen, beruflichen Erfolge und Niederlagen, gegangen ist. Das gemeinsam erbaute Wohn- und Atelierhaus Seebüll, ein nach den Initialen der beiden angelegter Garten, ein langes, zusammen bestrittenes Leben. Die Geschichte seiner zweiten Frau Jolanthe dagegen liegt bis dato im Schatten. Dabei wirft gerade die rätselhafte Spannkraft dieser Verbindung Fragen auf. Wer war diese junge Frau, die den Antrag des alten Künstlers annahm? Was hat Sie bewegt, interessiert und umgetrieben? Diesen Fragen geht die Nolde Stiftung nun im Rahmen einer Ausstellung und einer Publikation auf den Grund und arbeitet so auch einen Teil ihrer langen und traditionsreichen Geschichte auf. In dem Bestreben, Jolanthe Nolde ein ehrendes, aber auch ehrliches Andenken zu bewahren, begibt sich die Stiftung auf Spurensuche. Zu entdecken gibt es dabei vieles.

Die Begeisterung für die schönen Künste wurde Jolanthe Erdmann bereits in die Wiege gelegt. Die Tochter des berühmten Komponisten und Pianisten Eduard Erdmann und seiner Frau Irene wurde am 9. Oktober 1921 in Berlin geboren. Als älteste von vier Geschwistern verlebte Jolanthe im Haus Langballigau an der Flensburger Förde ihre Kindheit und Jugend, die durch die Musik des Vaters und dessen Leidenschaft für Bücher geprägt war. Jolanthes Eltern pflegten zahlreiche Freundschaften und Kontakte zu Künstlern wie etwa Hans Holtorf, Erich Heckel und auch zu Emil und Ada Nolde, die häufig zu Gast in Langballigau waren. Jolanthe studierte nach ihrem Abitur 1940 zunächst Medizin in Freiburg, der Krieg durchkreuzte ihre Studienpläne und sie wurde zum „kriegswichtigen Hilfsdienst“ in das Flensburger Lazarett einberufen. Nach Kriegsende begann sie in Kiel Germanistik zu studieren und hielt engen Kontakt zu ihrem Elternhaus. So ergab sich auch die schicksalhafte Begegnung mit Jolanthes zukünftigem Ehemann Emil Nolde. Im Sommer 1947 gab Jolanthes Vater Eduard Erdmann ein Klavierkonzert im privaten Kreis in Satrup. An diesem beschwingten Abend begegneten sich die junge Frau und der Maler zum ersten Mal seit Jahren wieder. Nolde kannte Jolanthe von Kindesbeinen an und war sichtlich beeindruckt von der inzwischen gereiften und auch schönen Studentin. Seit dieser Begegnung ließ den Maler der Gedanke an Jolanthe nicht mehr los, bei der Mutter erkundigte er sich in etlichen Briefen immer wieder nach Jolanthe und begann ihr schließlich auch direkt zu schreiben und um sie zu werben. Schließlich überwog Jolanthes Zuneigung und Verehrung zu Emil Nolde und sie bejahte seinen Antrag. Am 22. Februar 1948 heiratete das Paar in kleinem Kreis, wenige Monate später fuhren sie auf Hochzeitsreise in die Schweiz.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Findungs- und Anpassungsphase im entlegenen Seebüll lernten die beiden einander besser kennen und immer mehr schätzen. Jolanthe verfügte über großes Einfühlungsvermögen und Verständnis dem Künstler gegenüber und unterstütze ihn in allen Lebenslagen. Ein Jahr nach der Eheschließung berichtete Nolde: „Meine Jolanthe u. ich schauen nun ja schon auf eine längere Zeit des Verbundenseins zurück. Eine Zeit viel Liebes u. Schönes enthaltend u. auch manches Schwere, wie es wohl nie Menschenkindern erspart bleibt, denn nur leichtes Leben ist leicht.“ Jolanthe wurde seine vertraute Gefährtin und half ihm sensibel aus mancher künstlerischen Blockade heraus. Behutsam und vorsichtig brachte sie ihn dann wieder zum Malen. „So sagte ich manchmal, ich wäre gespannt, ob wohl, wenn ich wieder komme, wieder etwas Neues an der Wand hängt – und tatsächlich regt ihn das an wenn er oft eine ganze Zeit lang gar nichts gemacht hat. (…) Oder ich fragte ihn, ob ich ihm mal wieder sitzen solle in dem und dem Kleid, in dem ich ja noch gar nicht gemalt worden bin.“ Damit wurde sie auch zu einer Initiatorin seiner Kunst. Nolde dankte es ihr in besonderer Weise. Mit einer einzigartigen Portraitfolge schuf Emil Nolde ihr ein Denkmal für die Ewigkeit. Über dreißig Aquarelle zeigen Jolanthe aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichsten Facetten, eine lebhafte, liebevolle und farbintensive Hommage an eine besondere, wandlungsfähige und starke Frau.

Als Emil Nolde am 13. April 1956 im Alter von 88 Jahren starb, war Jolanthe 34 Jahre alt. Er vermachte ihr eine hochkarätige Auswahl an Gemälden, Aquarellen und Druckgraphiken, die aus allen Schaffensphasen stammen. In der Ausstellung wird ein Großteil dieser Werke, die Nolde selbst für seine Frau ausgesucht hat, seit vielen Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich gezeigt. Die Spannbreite reicht von Stillleben mit exotischen Figuren, Landschaften und Meerbildern über Paar- und Familiendarstellungen bis hin zu Blumen. Eine besondere Gruppe bilden großformatige Aquarelle aus der Reihe der Phantasien, die von 1931 bis 1935 entstanden sind. Emil Nolde bestimmte Jolanthe als Kuratoriumsmitglied der von ihm begründeten „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde.“ Er übetrug ihr damit ein verantwortungsvolles Vermächtnis. Den Aufbau und die Entwicklung der Stiftung begleitete und förderte Jolanthe mit viel Liebe für die Kunst ihres Mannes, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Bis zu ihrem Tod am 13. Juni 2010 lebte sie zurückgezogen in Heidelberg. Jolanthe Nolde hat kein zweites Mal geheiratet, Zeit ihres Lebens verstand sie sich als die Frau des Künstlers Emil Nolde und bewahrte ein ehrendes und liebevolles Andenken an ihren Mann.

Das Konzept der Ausstellung geht über die reine Präsentation von Kunstwerken hinaus. Es soll dem Besucher ermöglichen, die Persönlichkeit hinter der Sammlung kennenzulernen. Mit Fotos und Filmaufnahmen von Jolanthe Noldes einzigem Fernsehauftritt vermittelt die Ausstellung ein lebendiges Bild der Frau, die Nolde selbst als „lebhaft und klug, tiefdenkend, kunstliebend und fragend, rührend alles menschlich Höchste“ bezeichnete.

Über Dr. Christian Ring

Dr. Christian Ring *1976. Nach mehrjähriger Tätigkeit in einer Bank, Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Kassel und Bonn. Von 2006 bis 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hamburger Kunsthalle, 2009 Promotion über "Gustav Pauli und die Hamburger Kunsthalle". 2008 bis 2010 wissenschaftlicher Volontär des Museum Giersch, Frankfurt a. M., im Anschluss wissenschaftlicher Mitarbeiter. Seit 2011 stellvertretender Direktor der Nolde Stiftung Seebüll.

Details

Herausgeber: Dr. Christian Ring
Verlag: DuMont Buchverlag, Köln
Erstverkaufstag: 24.10.2013
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2013
Seitenanzahl: 128 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 102 Abbildungen, davon 58 in Farbe
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-8321-9486-X
ISBN 13: 978-3-8321-9486-4
Größe: ca. 258 x 216 x 14 mm
Gewicht: ca. 800 Gramm
Zustand: neu, ungelesen