Ernst Fuchs. Fantasia von Igor Jassenjawsky

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24,80 EUR

ISBN: 9783980335904  

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Beschreibung

Igor Jassenjawsky und Joseph Kiblitsky
Ernst Fuchs. Fantasia
Wiener Schule des Phantastischen Realismus

Nach der Mitorganisation des „Andrej-Tarkowsky-Festivals“ in Wien im Sommer 1991 beschlossen die Herausgeber Igor Jassenjawsky und Joseph Kiblitsky, den begonnenen Dialog fortzuführen und in Russland Ausstellungen über die österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts zu zeigen. Und es sollte ein Künstler sein, der in Europa berühmt, aber in Russland noch ganz unbekannt war.

Anfang der 90er-Jahre war Ernst Fuchs wohl von allen großen Meistern des 20. Jahrhunderts der in Russland bislang am wenigsten bekannte. Die Kunst von Ernst Fuchs, dem unbestrittenen Kopf der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, bewegt sich im Raum zwischen Christ und Antichrist und verkörpert eine mystisch-religiöse Ausgangsposition des Liturgischen und Dämonischen.

Mit diesem Buch anlässlich der ersten großen Einzelausstellung von Ernst Fuchs in Russland, im Staatlichen Russischen Museum zu St. Petersburg, im Jahre 1993 wird angestrebt, nicht nur einen einzigartigen Künstler dem Publikum vorzustellen, sondern gleichzeitig den Grundstein zu legen für einen breiten Diskurs zwischen den Völkern des Ostens und des Westens über die Probleme der zeitgenössischen Kunst.

 

Über Ernst Fuchs

Ernst Fuchs (* 13. Februar 1930 in Wien) ist ein österreichischer Maler, Architekt, Grafiker und Musiker.

Er wurde als einziges Kind von Maximilian und Leopoldine Fuchs in Wien geboren, väterlicherseits waren seine Vorfahren jüdischer Herkunft. Als sein Großvater Siegmund in die USA und sein Vater nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938/39 nach Shanghai emigrieren mussten, wurde er nach antisemitischen Anfeindungen 1942 römisch-katholisch getauft. Ab etwa 1942 erhielt Fuchs erste Unterweisungen im Zeichnen und Malen durch den Maler und Restaurator Alois Schiemann, dem Bruder seiner Taufpatin. Bis zum fünfzehnten Lebensjahr erhielt er Unterricht in Bildhauerei und Malerei bei Emmy Steinböck und Fritz Fröhlich an der Malschule St. Anna in Wien.

Von 1946 bis 1950 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, zuerst unter Robin Andersen, dann unter Albert Gütersloh. Eine erste Einzelausstellung gab es 1949 in Paris, wohin er 1950 übersiedelte. Es folgten bis 1956 Reisen nach Amerika, Italien, Spanien und England. 1957 hielt er sich längere Zeit im Dormitio-Kloster am Berg Zion (Israel) auf und beschäftigte sich mit Ikonenmalerei. 1962 kehrte er nach Wien zurück, wo er eine Professur erhielt. Er zählt zusammen mit Wolfgang Hutter, Arik Brauer, Rudolf Hausner und Anton Lehmden zu den Gründern der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. 1972 erwarb er die Otto-Wagner-Villa und begann dort mit der Brunnenanlage Nymphäum Omega mit der Verwirklichung seiner architektonischen Vorstellungen. Das renovierte Gebäude dient heute als „Privatmuseum Ernst Fuchs“ und Veranstaltungssaal. Die Villa, die ihm früher auch als Atelier diente, bewohnt Fuchs heute nicht mehr. Der Maler lebt und arbeitet seit 1988 in Monaco.

Seine anfänglich surrealistischen, später manieristischen Werke weisen häufig eine religiöse oder mythologische Symbolik auf. Nach den Aussagen in seinem Buch „Architectura Caelestis“ fußen viele seiner Motive auf visionärer Erfahrung. In Paris entstanden, beeinflusst durch die flämische Malerei, zahlreiche ikonographische Arbeiten. Drei dieser Werke bildeten später das Altarbild der Rosenkranzkirche in Wien-Hetzendorf.

Aus den 1970er-Jahren stammen Skulpturen und einige Opernausstattungen (Parsifal und Die Zauberflöte in Hamburg, Lohengrin in München). Mozarts Zauberflöte sollte er 1996 nochmals ausstatten. Ebenfalls noch in den 1970er-Jahren entstanden Lyrik und philosophische Essays.

Fuchs singt und spielt mystisch inspirierte Schallplatten ein, u. a. die Alben „Von Jahwe“ und „Via Dolorosa“, und arbeitet immer wieder auch mit Musikern zusammen, wo er ebenfalls als Sänger seine spirituellen Motive umsetzt. So z. B. das Album „Aphrica“ mit Klaus Schulze (1983), das er später mangels künstlerischer Übereinstimmung zurückzieht. Weitere Zusammenarbeit u. a. mit Chris Karrer von Amon Düül II im Jahr 1994 sowie Veröffentlichung der DoCD „Mystische Gesänge“.

In den 1990er-Jahren war Fuchs verstärkt als Architekt tätig (St.-Jakob-Kirche in Thal bei Graz, Hotelanlage in St. Veit an der Glan), wobei er besonders durch die Verwendung kräftiger Farben auffiel.

Moderne Werke von Fuchs, die bis in die Gegenwart auf biblische, mystische oder astrologische Motive gründen, waren seit den 1980er Jahren auf Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland und weiteren Ländern zu sehen.

Fuchs pflegte Freundschaften mit Salvador Dalí, Arno Breker, Mati Klarwein, Leonor Fini und vielen anderen Künstlern. 1975 ist Fuchs der jüngste der Künstlerfreundschaft, die Salvador Dalí proklamierte: „Wir sind das Goldene Dreieck der Kunst: Breker-Dalí-Fuchs. Man kann uns wenden wie man will, wir sind immer oben.“

987 porträtierte Ernst Fuchs Falco. Der Dialog, den die Beiden während des Malens führten, wurde aufgezeichnet und anlässlich des 50. Geburtstages von Falco im ORF ausgestrahlt.

2005 porträtierte der Regisseur und Produzent Jürgen Haase Ernst Fuchs in dem Dokumentarfilm Mit den Augen der Seele. Straßensänger und Kaiser wollt' ich werden.

Details

Autoren: Igor Jassenjawsky und Joseph Kiblitsky
Verlag: Artograph-Verlag, München
Auflage: Erstauflage
Jahr: ohne Angabe, wahrscheinlich 1995
Seitenanzahl: 192 Seiten
Abbildungen: ca. 100 Abbildungen von seinen Werken in Farbe und 40 zumeist S/W-Fotos
Buchart: Paperback
Sprache: Russisch, Englisch und Deutsch
ISBN 10: 3-9803359-0-9
ISBN 13: 978-3-9803359-0-4
Größe: ca. 298 x 232 x 20 mm
Gewicht: ca. 1.150 Gramm
Zustand: neu, ungelesen