Erwin Wurm Gurke - im Lenbachhaus München
|
|
Beschreibung
Helmut Friedel (Hrsg.)
Erwin Wurm - Gurke
Ausstellungen im Lenbachhaus Kunstbau, München
Seit über 25 Jahren arbeitet Erwin Wurm an einem vielschichtigen Werk, das als »durchgehendes Forschungsprojekt zum Skulpturenbegriff« interpretiert werden kann. Für Wurm, der heute zu den erfolgreichsten Gegenwartskünstlern zählt, kann alles zur Skulptur werden: Handlungen, geschriebene oder gezeichnete Anweisungen oder selbst ein Gedanke. Der Künstler erkundet die Grenzbereiche zwischen den verschiedenen Ebenen von Aktion, Performance und Skulptur und übersetzt die Skulptur in die zeitgenössische Medienwelt. In den letzten Jahren hat er vermehrt Videofilme gedreht, die im vorliegenden Buch erstmalig publiziert und analysiert werden. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Wurm durch seine ›One minute sculptures‹ und durch seine ›Fat‹-Skulpturen bekannt. ›Humor ist eine Waffe‹, hat er einmal gesagt. Erwin Wurm versteht sich darauf, sie friedlich, aber sehr gezielt einzusetzen.
• Wanderausstellung mit wichtigen Stationen
• Umfassender Werküberblick bis heute
• Konzeption mit dem Künstler entwickelt, gestaltet von Christian Boros
Zur Ausstellung
Erwin Wurm
17.10.09 - 31.01.10
Lenbachhaus
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
Wenn Erwin Wurm eine Form aus der unerschöpflichen Asservatenkammer des Gegenständlichen herausgreift und zum Gegenstand seiner Bildnerei macht, dann wird dieses Ding zu etwas anderem und trägt fortan einen weiteren, besonderen Sinn mit sich. Autos, Kartoffeln, Gurken, Kleidung, um nur einige Objekte aus der Welt des Realen zu nennen, hat er in seinen Skulpturen „behandelt“, sie in ihrem Sinn verdreht und so neue Bilder gewonnen. Der Gedanke des Performativen spielt dabei eine wesentliche Rolle. So verwandelt er scheinbar banale Situationen, Gesten oder Handlungen in „One Minute Sculptures“ zu Ausdrucksformen einer „verfestigten Zeit“. Allein einen Gestus über eine Minute lang auszuhalten, verdeutlicht Sinnbezüge, die in der Geschwindigkeit des „normalen“ Ablaufs verloren gehen. Fotografien helfen, die plastischen Situationen zu bannen und in Bildern zu verdichten. Ähnliches kann sich auch in Filmen ereignen: Ein Mann steht unbeweglich von Sonnenaufgang bis -untergang und wird so durch die eingefangene Dauer zur Skulptur, fester, konstanter als die Sonne, die während dessen ihren Bogen zieht. Autos werden unter dem scharfen, auch ironischen Blick des Bildhauers zu „schrägen“ Objekten, indem sie sich verbiegen, seitlich neigen, an der Wand lehnen, oder wie im Film zu sehen ist, Hauswände emporfahren und das Lot- wie Waagrechte verkehren.
Von all dem wird die Ausstellung im Kunstbau „bebildert“ sein. Der vielfältige Umgang mit „Skulptur“ soll dabei zur Anschauung kommen, in einem ungeschiedenen Nebeneinander der Ausdrucksmöglichkeiten, die Wurm insbesondere in den letzten sieben Jahren entwickelt hat. Hierzu zählen neben den genannten plastischen Formen auch Texte, einfache Sätze und Behauptungen, die auf plakative Weise populistische Gedanken zum Ausdruck bringen. Wurm begreift diese Sprüche als eine Form „sozialer Plastik“, die den Widerspruch in sich birgt. So wird es einen Katalogbeitrag geben, in dem Wurm die an ihn gerichteten Fragen mit Fragen beantwortet.
Nach der Präsentation im Lenbachhaus Kunstbau, München, wird die Ausstellung auch im Kunstmuseum Bonn, im Museum Sammlung Essl in Klosterneuburg bei Wien, sowie im Ullens Center for Contemporary Art Beijing, China zu sehen sein.
Kurator: Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München
Details
Herausgeber: Helmut Friedel für Lenbachhaus, München
Texte: Helmut Friedel, Stephan Berg, Franz Schuh u.a.
Bildredakteurin: Uta Grosenick
Übersetzer: Stefan Barmann
Verlag: DuMont Buchverlag, Köln
Erstverkaufstag: 22.10.2009
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2009
Seitenanzahl: 336 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: ca. 400 Abbildungen in Farbe
Sprachen: Deutsch
ISBN 10: 3-8321-9241-7
ISBN 13: 978-3-8321-9241-9
Größe: ca. 310 x 238 x 46 mm
Gewicht: ca. 2.600 Gramm
Zustand: neu, ungelesen







