Friedensreich Hundertwasser - Die Ernte der Träume
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Beschreibung
Carmen Sylvia Weber, Tanja, Zepf und Peter Femfert
Friedensreich Hundertwasser
Die Ernte der Träume
„Malen ist träumen. Wenn ich male, träume ich. Wenn der Traum zu Ende ist, erinnere ich mich nicht mehr daran, was ich geträumt habe. Das Bild aber bleibt. Es ist die Ernte des Traumes.“ Friedensreich Hundertwasser.
Die Ernte seiner Träume machte den Maler, Grafiker, Architekten und Ökologen Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) zu einem der bekanntesten österreichischen Künstler der Nachkriegszeit.
Das Art Forum Würth in Capena (Rom) bietet ab 25. Februar 2008, anlässlich des 80. Geburtstags des Meisters, einen umfassenden Überblick seines Schaffens. Gezeigt werden über 100 Gemälde, Grafiken und Knüpfteppiche aus der Sammlung Würth und ergänzt durch gezielte Leihgaben aus internationalen Sammlungen.
Über Friedensreich Hundertwasser
Friedrich Stowasser * 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth II ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen Friedensreich Hundertwasser, in Eigenkreationen nannte er sich auch Tausendsassa Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser.
Hundertwasser war das einzige Kind des arbeitslosen Reserveleutnants Ernst Stowasser und seiner Ehefrau Else Stowasser. Der Vater starb nur dreizehn Tage nach seinem ersten Geburtstag an einer Blinddarmentzündung, worauf ihn seine Mutter alleine großzog. Mit sieben Jahren kam er auf die Montessori-Schule in Wien. Die dortigen Kunsterzieher attestierten ihm einen „außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“. Obwohl seine Mutter Jüdin war, wurde Hundertwasser 1937 katholisch getauft. Nach dem „Anschluss Österreichs“ kam er 1938 zur Hitler-Jugend. Da Privatschüler nach außen hin eher auffielen, ließ Else Stowasser ihren Sohn auf eine staatliche Wiener Schule wechseln. 1943 wurden neunundsechzig von Hundertwassers Verwandten von den Nationalsozialisten ermordet. Hundertwasser und seine Mutter blieben verschont.
Nach seiner Matura im Jahr 1948 besuchte er im Wintersemester 1948/49 für drei Monate die Wiener Akademie der Bildenden Künste. Dort begann er seine Werke mit dem Künstlernamen Hundertwasser (Wortspiel: Sto = Hundert in slawischen Sprachen) zu signieren. Kurz nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, reiste Hundertwasser im April 1949 zum ersten Mal nach Italien. Er lernte u. a. den französischen Künstler René Brô kennen. Gemeinsam reisten sie 1950 bis nach Paris. Es folgten weitere Reisen nach Marokko (erste Jahreshälfte von 1951), nach Tunesien, Sizilien und auf die Bürgeralm bei Aflenz in der Steiermark.
Trotz seines Lebens als Einzelgänger reiste Hundertwasser Zeit seines Lebens viel und gern. Auf den Reisen lernte er Englisch, Französisch und Italienisch. Außerdem sprach er ein wenig Japanisch, Russisch, Tschechisch und Arabisch. Stets hatte er einen Miniaturmalkasten bei sich, um überall und sofort malen zu können. Seine ersten Ausstellungen hatte Hundertwasser 1952 und 1953 in seiner Heimatstadt Wien, 1955 dann in Mailand sowie 1954 und 1956 in Paris.
Im Jahr 1957 erwarb Hundertwasser einen Bauernhof am Rand der Normandie. 1958 feierte er seine erste Hochzeit. Die Ehe wurde zwei Jahre später wieder geschieden. Hundertwasser reiste 1960 nach Japan, wo er 1961 bei der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio den „Mainichi-Preis" erhielt. 1962 heiratete er ein zweites Mal. Auch die Ehe mit der Japanerin Yuku Ikewada zerbrach nach einigen Jahren und wurde 1966 geschieden. Während der Zeit in Japan entstand auch der Name Friedensreich. Er übersetzte seinen Vornamen in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe Friede und reich und nannte sich von nun an Friedensreich.
Nach dem Bauernhaus in der Normandie kaufte Hundertwasser 1964 die aufgelassene „Hahnensäge“ im dünn besiedelten niederösterreichischen Waldviertel. Dort, fernab von Hektik und inmitten der Umwelt, richtete er sich eine neue Behausung ein. Sein Streben und Engagement nach einer friedlichen, humanen und naturnahen Umwelt drückte der Künstler 1967 in München und 1968 in Wien durch zwei öffentliche Reden, die er nackt hielt, aus.
Von 1970 bis 1972 arbeitete Hundertwasser mit dem Regisseur Peter Schamoni an dem Film „Hundertwasser Regentag“. Dieser war nach dem Dokumentarfilm „Hundertwasser - Leben in Spiralen“ von 1966 der zweite Film über das Leben des Künstlers. Er handelt von dem alten Salzfrachter, mit dem Hundertwasser 1968 von Sizilien nach Venedig segelte und der nach vollständigem Umbau zu Hundertwassers Schiff Regentag wurde.
Hundertwasser entwarf das offizielle Plakat für die XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München. 1975 begann er Postwertzeichen zu entwerfen. 1982 gestaltete er die Fassade der Rosenthal-Fabrik in Selb um. Ein Jahr später folgte die Grundsteinlegung des Hundertwasser-Hauses in Wien, das am 17. Februar 1985 an die Mieter übergeben wurde. In den Jahren darauf arbeitete Hundertwasser an zahlreichen Architekturprojekten. Darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber auch Kalifornien, Japan und Neuseeland.
1995 erschien die streng limitierte „Hundertwasser – Bibel“. Die 1688 Seiten starke Bibel ist mit dreißig, extra für diese Edition geschaffenen Collagen und fünfzig Kunstwerken bebildert. Die Einbände sind handgefertigt und jeweils Unikate.
Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Bord der Queen Elizabeth 2 an Herzversagen.
Seinem letzten Wunsch entsprechend wurde er am 3. März 2000 auf seinem Grundstück in Neuseeland beerdigt. Unter einem Tulpenbaum, ohne Sarg und nackt, eingehüllt in eine von ihm entworfene Koruflagge.
Kunstschaffen
Seine künstlerischen Einflüsse in der Malerei und Bildhauerei setzte Friedensreich Hundertwasser auch in der Gestaltung mehrerer Gebäude um. Da „sto“ in vielen slawischen Sprachen das Wort für hundert ist, legte er sich den Künstlernamen Hundertwasser zu. Zudem benutzte er auch eine japanische Übersetzung seines Nachnamens, 百水 (hyakusui), und nahm die Tradition japanischer Künstler auf, seine Werke mit einem Namensstempel zu versehen. Seine bunten Bilder waren durch weiche Naturformen und Spiralen geprägt. Von der Wiener Secession, insbesondere von Gustav Klimt und Egon Schiele inspiriert, entwickelte der Aktionskünstler und Umweltaktivist seinen eigenen „Hundertwasser-Stil“. Seine Popularität und die hohe Kunst der Massenvermarktung verhalfen ihm zu weltweiter Bekanntheit.
Hundertwasser bezeichnete die gerade Linie als gottlos, da sie in der Natur nicht vorkomme. Deshalb forderte er in seinem „Verschimmelungsmanifest“, dass die gerade Linie verboten werden sollte. Ein Auszug aus diesem Manifest: „Schon das Bei-sich-tragen einer geraden Linie müsste, zumindest moralisch, verboten werden.“
Aufgrund dieser radikalen Position wird Hundertwasser daher bisweilen kritisiert und die Schlüssigkeit seiner Thesen angezweifelt oder gar abgelehnt: So kommt beispielsweise die gerade Linie selbstverständlich in der Natur vor: Die regelmäßigen Strukturen beispielsweise von Kristallen (Schneekristallen unter dem Mikroskop oder die Gestalt von Mineralien) widerlegen die einseitigen Beobachtungen des Künstlers. Besonders die moralische Bewertung abstrakter Geometrien wird von Kritikern als anmaßend und problematisch empfunden.
Heimann-Jelinek meint, Hundertwassers labyrinthischer Spiralstil habe seine Wurzeln auch in der permanenten Spannung und Angst, die er während der Jahre 1938-1945 durchleben musste. Hundertwasser hat sich einige Zeit ganz bewusst mit der Shoa beschäftigt: Bilder wie Blut regnet auf die Häuser (1961), Judenhaus in Österreich (1961-62), Blutgarten (1962) oder Krematorium (1963) legen davon Zeugnis ab.
Zahlreiche Kunstwerke von Hundertwasser zeigen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit häufig dargestellten psychedelischen Mustern. In der Architektur sind häufig bunt verzierte Säulen dargestellt, die einen traumartig wunderschönen Eindruck hinterlassen, ebenso wellenförmige Kachelmotive oder spektrale Farben in Bildern und einzelnen Motiven, die ebenso diesen Eindruck erwecken. Auch der Einfluss des katalanischen Architekts Antoni Gaudí ist unverkennbar.
Details
Autoren: Carmen Sylvia Weber, Tanja, Zepf und Peter Femfert
Verlag: Swiridoff, Künzelsau
Auflage: Erstauflage
Jahr: 03.03.2008
Seitenanzahl: 168 Seiten
Buchart: Paperback
Abbildungen: durchweg farbig illustriert
Sprache: Deutsch, Englisch und Italienisch
ISBN 10: 3-89929-137-9
ISBN 13: 978-3-89929-137-7
Größe: ca. 282 x 229 x 18 mm
Gewicht: ca. 1.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen








