In Paul Klees Zaubergarten

 

29,80 EUR

ISBN: 9783775721004  

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Beschreibung

Zentrum Paul Klee, Bern (Hrsg.)
In Paul Klees Zaubergarten

Der ganze Reichtum der Pflanzenwelten Paul Klees, dem die Natur zeitlebens eine unerschöpfliche Inspirationsquelle war, in einem großzügig bebilderten Band.

»Viele nennen Paul Klee einen Zauberer, er war keiner, er zauberte nicht. Er war ein Erfinder, der Zauberhaftes fand«, schrieb ein Schüler am Bauhaus über seinen berühmten Lehrer. So war die Natur für den Künstler und Pädagogen eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration: Seien es reale Orte wie das Gartenreich Dessau-Wörlitz oder Hammamet in Tunesien, seien es imaginäre, mal verträumte, mal exotisch-fantastische, zuweilen auch bedrohliche Pflanzenwelten – die Darstellung von Gärten und Parks nimmt einen breiten Raum im Œuvre von Paul Klee (1879–1940) ein. Ein besonderes Augenmerk richtete er auch auf die Morphologie und das Wachstum der Pflanzen; auf Spaziergängen sammelte er oft Blumen, Gräser und Blätter, vereinte die Gewächse in einem Herbarium und bestimmte sie sachkundig.

Die Publikation lässt mit zahlreichen Farbabbildungen den Facettenreichtum von Klees lebenslanger »Zwiesprache mit der Natur«, seine vielseitigen, teils analytisch objektiven, teils radikal subjektiven Annäherungen und sein Verständnis der Kunst als Schöpfungsakt parallel zur Natur anschaulich werden.

Ausstellungen:
Zentrum Paul Klee, Bern 17.5.–31.8.2008
Henie Onstad Art Centre, Oslo 2.10.–7.12.2008
Bergen Art Museum 8.1.–15.3.2009

 

Vorwort

Die Anfänge des Ausstellungsprojekts In Paul Klees Zaubergarten gehen ins Jahr 2005 zurück, als in ersten Gesprächen die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen dem Zentrum Paul Klee, dem Bergen Art Museum und dem Henie Onstad Art Centre diskutiert wurden. Dabei wurde deutlich, dass die Realisierung eines gemeinsamen Ausstellungsprojekts ein grosses Potenzial an Synergien beinhalten würde: Das Zentrum Paul Klee beherbergt als Kompetenz und Forschungszentrum zu Paul Klee die weltweit grösste Sammlung an Werken des Künstlers, das Bergen Art Museum mit der Stenersen's Collection die bedeutendste Klee-Sammlung Skandinaviens. Das Henie Onstad Art Centre schliesslich verfügt in der Person seines ehemaligen Direktors Ole Henrik Moe über einen ausgewiesenen Klee-Spezialisten, dessen Ausstellung Klee og musikken [Paul Klee et la musiquel von 1985 im Henie Onstad Art Centre und im Centre Pompidou in Paris legendär ist. Bei der inhaltlichen Diskussion eines möglichen Ausstellungsprojekts kristallisierte sich als gemeinsames Hauptinteresse das Thema von Klees Beschäftigung mit der Natur und der Welt der Pflanzen heraus. In einem intensiven Austausch zwischen Michael Baumgartner, Konservator am Zentrum Paul Klee, und Ole Henrik Moe kam es zu der Vertiefung und Verfeinerung des Konzepts und zu einer gemeinsamen Auswahl der Werke. Die Darstellung von Gärten und Parks, von Blumen und Pflanzen nimmt einen breiten Raum im CEuvre Paul Klees ein. Das Naturstudium als Analyse von Wachstum und Morphologie der Pflanzen war für ihn eine »conditio sine qua non«. Die Ausstellung In Paul Klees Zaubergarten und der vorliegende Katalog sollen den Facettenreichtum dieser künstlerischen und intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Reichtum des pflanzlichen Lebens widerspiegeln und Klees vielseitigen, bald analytisch objektiven, bald radikal subjektiven Annäherungsweisen anschaulich werden lassen. Den Ausgangspunkt bilden Arbeiten aus der Kindheit und Jugend des Künstlers, präzise Pflanzendarstellungen des kaum Zehnjährigen ebenso wie feinfühlig, romantische empfundene Landschaftsdarstellungen des Jugendlichen. Erlebbar werden die Orte von Klees Naturerfahrung: der Garten des elterlichen Hauses am Obstbergweg, die Uferlandschaft der Aare, die Umgebung von Bern, später die Gärten und Parks in Weimar und Wörlitz, die Mittelmeer und Nordseeküste. Klees Bilder dieser Orte sind geprägt durch den präzisen Blick auf die Flora und Vegetation. Auf seinen Wanderungen und Reisen sammelte und bestimmte Klee Pflanzen, die er sorgfältig presste und nach Gattungen oder Familien geordnet zu einem Herbar zusammenstellte. Die genauen Kenntnisse der pflanzlichen Struktur und Morphologie und die analytische Auseinandersetzung mit Wachstumsprozessen in der Natur bilden die Grundlage für einen künstlerischen Verwandlungsprozess, in dem durch die Hand des Malers eine neue, imaginäre Natur und Flora entsteht. Klee erschafft gleichsam »parallel« zur Natur neue fantastische Pflanzengebilde und führt uns in zauberhafte, exotisch befremdliche, zuweilen auch bedrohliche Gärten und Parks, die weit über die Vorstellung einer beschaulichen Blumenidylle hinausweisen. Aus der grenzenlosen Vielfalt seiner Bilderfindungen und Bildtitel entsteht ein botanisches Panoptikum mit Pflanzen, die anthroponnorphe Züge aufweisen und zu Wesen mit Physiognomien und Gefühlen werden.

Allen am Zustandekommen der Ausstellung In Paul Klees Zaubergarten sowie am Inhalt und der Drucklegung des begleitenden Katalogs Beteiligten, innerhalb und ausserhalb unserer drei Häuser, sei herzlich gedankt. Unser weiterer Dank gilt den beiden Kuratoren der Ausstellung, Michael Baumgartner und Ole Henrik Moe. Sie haben das Ausstellungsprojekt auf den Weg gebracht und kenntnisreiche Beiträge für den Katalog verfasst, die Paul Klees Auseinandersetzung mit der Natur in einem neuen Licht erscheinen lassen. Sehr herzlich danken möchten wir auch Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger, die es in einmaliger Weise verstanden haben, den Faden ihrer Kunst filigran in die Ausstellung im Zentrum Paul Klee hineinzuweben. Unser besonderer und ausdrücklicher Dank gilt allen Leihgebern für ihre Bereitschaft, sich im Interesse einer vertieften Beschäftigung mit dem Thema von ihren Werken für eine zeitlang zu trennen und für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Audun Eckhoff
Direktor
Bergen Art Museum
Karin Hellandsjo
Direktorin
Henie Onstad Art Centre

Juri Steiner
Direktor
Zentrum Paul Klee



»Viele nennen Paul Klee einen Zauberer, er war keiner, er zauberte nicht. Er war ein Erfinder, der Zauberhaftes fand«, schrieb ein Schüler am Bauhaus über seinen berühmten Lehrer. So war die Natur für den Künstler und Pädagogen eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration: Seien es reale Orte wie das Gartenreich Dessau-Wörlitz oder Hammamet in Tunesien, seien es imaginäre, mal verträumte, mal exotisch-fantastische, zuweilen auch bedrohliche Pflanzenwelten - die Darstellung von Gärten und Parks nimmt einen breiten Raum im CEuvre von Paul Klee (1879-1940) ein. Ein besonderes Augenmerk richtete er auch auf die Morphologie und das Wachstum der Pflanzen; auf Spaziergängen sammelte er oft Blumen, Gräser und Blätter, vereinte die Gewächse in einem Herbarium und bestimmte sie sachkundig.

Die Publikation lässt mit über hundertvierzig Farbabbildungen den Facettenreichtum von Klees lebenslanger »Zwiesprache mit der Natur«, seine vielseitigen, teils analytisch objektiven, teils radikal subjektiven Annäherungen und sein Verständnis der Kunst als Schöpfungsakt parallel zur Natur anschaulich werden.

Zur Ausstellung

In Paul Klees Zaubergarten
Zentrum Paul Klee, Bern 17.5.–31.8.2008


Eine Ausstellung im Rahmen von "Jenseits von Eden. Eine Gartenschau"
Ausstellungen, Installationen und Events verwandeln das gesamte Haus mitsamt Umschwung in einen dynamischen Themenpark, der Innenräume und Aussenflächen in ebenso spannungs- wie wechselvolle Bezüge setzt.

"In Paul Klees Zaubergarten"
Kurator: Dr. Michael Baumgartner

Die Darstellung von Gärten und Parks, die Auseinandersetzung mit Wachstum und Morphologie der Pflanzen nehmen einen breiten Raum im Schaffen Paul Klees ein. Das Naturstudium – die „Zwiesprache mit der Natur“, wie er selbst formulierte – war für Klee ein Grundsatz; der Künstler war für ihn als „Mensch, selber Natur und ein Stück Natur im Raume der Natur“. Die Ausstellung "In Paul Klees Zaubergarten" macht den Facettenreichtum von Klees künstlerischer Auseinandersetzung mit Pflanzen und Gärten und seine vielseitigen, bald analytisch objektiven, bald radikal subjektiven Annäherungsweisen erlebbar. Dabei wird die Bedeutung der räumliche Nähe zur Natur anschaulich: die Umgebung von Bern, die der junge Künstler als Rückzugsraum und Ort einer halluzinatorischen Naturerfahrung entdeckte; die Gärten und Parks, die seinen wechselnden Ateliers benachbart waren: der Englische Garten in München, der Ilmpark in Weimar, der Park von Wörlitz in der Nähe von Dessau; die Gärten von St. Germain und Hammamet, die er 1914 während seiner Reise mit Macke und Moilliet nach Tunesien sah.

Die Ausstellung thematisiert Klees Beschäftigung mit der Struktur und Morphologie von Pflanzen, mit Wachstums- und Verwandlungsprozessen in der Natur. Auf seinen Reisen pflückte Klee Pflanzen, bewahrte sie sorgsam in eigens dafür hergestellten Rähmchen und Kästchen auf oder vereinte sie in einem Herbarium. Die analytische Auseinandersetzung mit der Natur findet ihren Niederschlag in frühen Zeichnungen aus Klees Schulheften zur Botanik, in Herbarblättern und Fundstücken aus der Natur, in Aufzeichnungen aus dem Bauhausunterricht – aber auch in zahlreichen künstlerischen Werken.

Eine besondere Bedeutung im künstlerischen Denken und Schaffen Klees kommt dem Baum als Idealtypus des pflanzlichen Wachstums und als Metapher für die Entstehung des Kunstwerks zu. Anahand ausgewählter Beispielen macht die Ausstellung die inhaltliche und darstellerische Vielfalt dieses Motivs in Klees Schaffen anschaulich.

Die „Zwiesprache“ mit der Natur war für Klee Voraussetzung für die Erschaffung imaginärer Pflanzenwelten, gleichsam parallel zur Natur. Seine Gärten sind Produkte der künstlerischen Phantasie, zauberhaft und verträumt, exotisch befremdlich, zuweilen auch bedrohlich. Sie weisen weit über die Vorstellung einer beschaulichen Blumenidylle hinaus. Aus der grenzenlosen Vielfalt seiner Bilderfindungen und Bildtitel entsteht ein botanisches Panoptikum. Nicht selten weisen die Pflanzen anthropomorphe Züge auf, sind Wesen mit Physiognomien und Gefühlen. Damit werden Klees Gärten auch zu Schauplätzen und zu Bühnen für die Akteure eines „Botanischen Theaters“. Der Reichtum dieser imaginären Pflanzenwelt wird in der Ausstellung fassbar in Werkgruppen mit phantastischen Felsen-, Obst- und Blumengärten, orientalischen, tropischen oder mythologischen Gärten, Lust- und Zaubergärten.

Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
Audun Eckhoff, Karin Hellandsjo, Juri Steiner Vorwort 6
Osamu Okuda Paul Klee und die Pflanzenwelt: Botanik, Garten, Landschaft Eine Chronologie 9
Michael Baumgartner Die »Verwesentlichung des Zufälligen« Paul Klees Zwiesprache mit der Natur 23
Ole Henrik Moe Carl von Linne und Paul Klee - eine Gegenüberstellung 47
Richard Hoppe-Sailer Genesis und Garten: Das Beispiel »Inferner Park« 65
Arnfmn Bo-Rygg Denken mit Klee 83
  Katalog 101
  Verzeichnis der abgebildeten Werke 196
  Bibliografie 204
  Fotonachweis 206

Über Paul Klee

Paul Klee, 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geboren, geht 1898 zum Studium nach München. 1906 heiratet er Lily, 1907 wird der Sohn Felix geboren. 1920 Berufung an das Bauhaus in Weimar. 1924 Gründung der Künstlergruppe"Die Blaue Vier"mit Kandinsky, Jawlensky und Feininger und große Klee-Ausstellung im MoMA in New York. 1933 verliert Klee seine Stellung als Lehrer am Bauhaus und seine Kunst wird als"entartet"diffamiert. Rückkehr in die Schweiz, wo ihm ein Antrag auf Einbürgerung nicht gewährt wird. 1935 Diagnose der unheilbaren Krankheit Sklerodermie, an der er 1940 stirbt.

Details

Herausgeber: Zentrum Paul Klee, Bern
Texte: Michael Baumgartner, Arnfinn Bø-Rygg, Richard Hoppe-Sailer, Ole-Henrik Moe, Osamu Okuda
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Erstausgabe: 22.05.2008
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2008
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Seitenanzahl: 208 Seiten
Abbildungen: 166 Abbildungen, davon 146 farbig
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-2100-2
ISBN 13: 978-3-7757-2100-4
Größe: ca. 244 x 178 x 24 mm
Gewicht: ca. 900 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Die englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-2101-1 ist leider ausverkauft und eventuell noch bei Amazon erhältlich.