Max Ernst in der Sammlung Würth

 

24,80 EUR

ISBN: 9783899291315  

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Beschreibung

Werner Spies
Max Ernst in der Sammlung Würth
Grafik und Bücher

Die von Werner Spies einst für die Sammlung Lufthansa zusammengestellten Werke der Druckgrafik und illustrierten Bücher von Max Ernst konnten vor rund zehn Jahren für die Sammlung Würth erworben werden, wo sie den reichhaltigen Bestand an Bildoriginalen und Skulpturen ergänzen. Die gezeigten Bücher und Blätter, so Werner Spies, führen unmittelbar ins Zentrum des Denkens von Max Ernst. Der Katalog ist eine überarbeitete Neuauflage der Ausgabe aus dem Jahr 2000. Er begleitet eine Ausstellung mit Werken von Max Ernst in Palermo (Palazzo dei Normanni) und an weiteren Ausstellungsorten.

Besonderheit: Das Buch wird mit Beiheft mit italenischer Übersetzung ausgeliefert!

 

Über Max Ernst

Max Ernst (* 2. April 1891 in Brühl (Rheinland); † 1. April 1976 in Paris) war ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer des Dadaismus und des Surrealismus.

Max Ernst wurde als drittes von insgesamt neun Kindern des Taubstummenlehrers Philipp Ernst und seiner Frau Luise (geb. Kopp) geboren.

Erster Kontakt mit der Malerei durch seinen Vater. Bedeutend für das Werk Max Ernsts wurden vor allem dessen Bilder "Der Mönch von Heisterbach (Einsamkeit)" und "Portrait des fünfjährigen Max Ernst als Jesuskind" (1896). In seiner Kindheit hatte er ein prägendes Ereignis gehabt, welches ihn sehr bestürzte. 1906 starb in derselben Nacht, als seine jüngste Schwester Loni geboren wurde, sein rosa Kakadu namens Hornebom. Dieses Ereignis habe in seiner Fantasie zu einer „Vorstellungsvermengung von Menschen mit Vögeln“ (Max Ernst) geführt. Das Ergebnis dieses Vorfalls war „Loplop“, ein vogelähnliches Geschöpf, das in vielen seiner Bildern, besonders aber in der Werkreihe "Lop Lop präsentiert..." aus den 30er Jahren auftaucht. Nach dem Abitur begann er 1910 an der Universität Bonn zunächst Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte zu studieren. Als Max Ernst hier den Expressionisten August Macke kennen lernte, begann er, als Künstler autodidaktisch zu malen.

1912 folgte seine erste Ausstellung in Köln. In den nächsten Jahren machte er Bekanntschaft mit den Werken bedeutender Künstler wie Paul Cézanne, Pablo Picasso, Edvard Munch und Vincent van Gogh - Dabei eignete er sich die zeitgenössischen Kunstströmungen - Futurismus, Fauvismus und den Kubismus an. 1913 begann seine lebenslange Freundschaft mit Hans Arp. Von August 1914 bis November 1918 war Ernst im Ersten Weltkrieg in Frankreich und Polen im Einsatz. 1918 wurde er gegen seinen Willen zum Leutnant befördert und kehrte nach Köln zurück wo er im selben Jahr Luise Straus heiratete. Mit ihr bekam er 1920 den Sohn Hans-Ulrich (1920 - 1984), der später unter dem Namen Jimmy Ernst in den USA als surrealistischer Maler bekannt wurde. 1926 wurde die Ehe geschieden.

1918 gründete er mit Hans Arp die Kölner Dada-Gruppe „Zentrale W/3“ an der auch seine Ehefrau Luise Straus-Ernst beteiligt war. In dieser Zeit entstanden Bilder von "Nonsens-Maschinen", welche an technische Zeichnungen erinnern (z.B. "Von minimax dadamax selbst konstruiertes maschinchen" (1919/20)) und Collagen, in denen sich Technik und Pflanzenwelt vermischen (z.B."Katharina ondulata" (1920)). 1919 kam Max Ernst durch die Zeitschrift "Valori Plastici" mit Reproduktionen der Bilder von Giorgio De Chirico in Berührung, die ihn so sehr beeindruckten, dass er noch im selben Jahr mit den Mitteln einer finanziellen Unterstützung für arbeitslose Künstler die Grafik-Mappe "Fiat modes - pereat ars" herausbrachte. Er lernte 1920 den Schriftsteller Paul Eluard und seine Frau Gala kennen und ging nach Paris, wo er 1924 die Collage und die Frottage als künstlerische Techniken für sich entdeckte und ausweitete. Ab 1924 war Ernst einer der wichtigsten Maler des Surrealismus. Ein Jahr später entwickelte er die für die Malerei adäquate Grattage. 1925 fertigte er seine ersten Werke in der von ihm erfundenen "Frottagetechnik" an, die in seinem Buch "Historie naturelle" 1926 veröffentlicht wurden. Diese Techniken bestimmten nun den für ihn typischen Stil. 1927 entstanden erste Bildserien seiner ikonenhaften Vogel-, Wald- und Muschelmotive. Im Jahre 1930 übernahm Max Ernst die Rolle eines Räuberhauptmanns in dem umstrittenen surrealistischen Film “L’Age d’Or“, der stark von seiner Bildwelt inspiriert war.

Unter dem NS-Regime in Deutschland wurden Max Ernsts Werke diffamiert, er selbst wurde geächtet und seine Kunst 1933 als “entartet“ eingestuft. 1937 wurden zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. "Die Schöne Gärtnerin"(1923) gilt seitdem als verschollen. Der Zweite Weltkrieg beeinflusste das Leben des Künstlers auch auf andere Weise nachhaltig: Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Ernst 1939 als verfeindeter Deutscher in Frankreich interniert, doch über die Vermittlung Éluards zu Weihnachten wieder freigelassen. Im darauffolgenden Jahr wurde er erneut inhaftiert. Er brach zweimal aus dem Internierungslager aus und floh durch die Mithilfe seiner Geldgeberin Peggy Guggenheim 1941 über Spanien und Portugal in die USA. Dort heiratete er diese Kunstsammlerin. Auch heute noch hat das Guggenheim Museum mehrere Bilder von Max Ernst in seiner Kollektion, wie zum Beispiel “Die Einkleidung der Braut“ von 1940.

1942 wurde Ernst mit einigen anderen Exilanten Herausgeber der Zeitschrift "VVV", die eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Surrealismus in den Vereinigten Staaten spielte. Ernst nahm weiterhin an surrealistischen Ausstellungen teil und begann verstärkt als Bildhauer zu arbeiten. Ein Jahr später, 1943, lernte er die junge Malerin Dorothea Tanning kennen und trennte sich daraufhin von seiner Angetrauten Peggy Guggenheim. Danach ließ sich Ernst mit seiner neuen Ehefrau in Sedona, Arizona nieder. Im selben Jahr gewann er den Bel-Ami-Wettbewerb mit seinem Gemälde “Die Versuchung des heiligen Antonius". 1948 erlangte er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Zu Anlass seines 60. Geburtstages veranstaltete seine Heimatstadt Brühl 1951 eine erste große deutsche Retrospektive im Brühler Schloss Augustusburg.

1953 kehrte er nach Europa zurück. Auf der Biennale von Venedig 1954 wurde er mit dem großen Preis für Malerei geehrt. Max Ernst war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), und auch der documenta III im Jahr 1964, sowie postum der documenta 8 (1987) in Kassel. 1958 wurde er französischer Staatsbürger.

Über Werner Spies

Werner Spies wurde 1937 in Tübingen geboren und wuchs in Rottenburg am Neckar auf. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Romanistik in Wien, Paris und Tübingen. Seit 1975 Lehrstuhl für die Kunst des 20. Jahrhunderts an der Kunstakademie in Düsseldorf. Von 1997 bis 2000 Direktor des Musée National d´Art Moderne am Pariser Centre Georges Pompidou.
Werner Spies ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und gehört der französischen Ehrenlegion an.

In Paris freundete er sich mit Künstlern wie Marcel Duchamp und den Giacometti-Brüdern an. Einflußreich auf seine späteren Arbeiten war schließlich auch seine persönliche Bekanntschaft mit Max Ernst und Pablo Picasso: "Ich glaube, die Beschäftigung mit Kunst, die nicht nur lebt, sondern hinter der auch ein erkennbares Denken und Fühlen stehen, ist eine Notwendigkeit. Ich sehe einen Vorteil darin, über Picasso und Max Ernst gearbeitet zu haben, weil ich sie gekannt habe." (Stgt. Ztg., 1997).
Organisation zahlreicher Ausstellungen in Paris, Düsseldorf, Stuttgart, Tübingen, Tokio und Berlin mit Werken von Max Ernst und Picasso.

Weiter beschäftigte sich Werner Spies auch mit dem Werk französischer Schriftsteller. Neben anderen übersetzte er Werke von Marguerite Duras und Nathalie Sarraute ins Deutsche.

Journalistische Arbeit, u. a. aus Paris für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Details

Autor: Werner Spies
Verlag: Swiridoff, Künzelsau
Auflage: Erstauflage
Jahr: 13.02.2008
Seitenanzahl: 136 Seiten
Buchart: Paperback
Abbildungen: zahlreiche Farbabbildungen
Sprache: Deutsch, Italienisch (Beiheft)
ISBN 10: 3-89929-131-X
ISBN 13: 978-3-89929-131-5
Größe: ca. 286 x 227 x 23 mm
Gewicht: ca. 1.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen, OVP

Empfehlenswerte Literatur zu Max Ernst:

Max Ernst - Bilder und Skulpturen Sammlung Würth
Max Ernst in der Sammlung Würth - Albtraum und Befreiung