Paul Klee - FormenSpiele - OVP - Hardcover
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Beschreibung
Klaus Albrecht Schröder und Susanne Berchtold (Hrsg.)
Paul Klee
FormenSpiele
»… die Anerkennung und Bewunderung Ihrer Kunst geht von Land zu Land und über die großen Teiche …« Wassily Kandinsky in einem Brief an Paul Klee
Das Werk Paul Klees (1879–1940) fasziniert bis heute ein breites Publikum: Angesiedelt zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, verbindet es Elemente der sichtbaren Wirklichkeit und surreal-poetische Vorstellungen zu oft rätselhaften Bildern. Daneben stehen Bildarchitekturen, die elementare Formen der Geometrie und kompositorische Überlegungen einbeziehen, ohne die innere Poesie des Bildes aus dem Auge zu verlieren. Vor allem durch seine Lehrtätigkeit am Bauhaus und seine Kunsttheorie hat Klee zahlreiche Künstler – auch späterer Generationen – beeinflusst.
Der Band mit Texten namhafter Klee-Experten spannt einen Bogen über das gesamte Œuvre des Künstlers. Der Fokus liegt dabei auf dem grafischen Schaffen mit Zeichnungen, Aquarellen, Gouachen und Druckgrafiken von der Frühzeit bis hin zu den kraftvollen Gestaltungen der letzten Lebensjahre. Die Werke stammen aus internationalen Museen und Sammlungen sowie insbesondere aus der hochkarätigen Kollektion von Professor Carl Djerassi, von der ein bedeutender Teil als Schenkung an die Albertina gelangen wird.
Zur Ausstellung
Albertina, Wien
09. Mai –10. August 2008
Die Albertina zeigt vom 9. Mai bis zum 10. August 2008 eine große, retrospektiv angelegte Paul-Klee-Ausstellung. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die bedeutende Schenkung von Werken Paul Klees an die Albertina durch Carl Djerassi. Werke aus den Beständen der Albertina, dem San Francisco Museum of Modern Art und anderen internationalen Sammlungen und Museen zeigen diese wichtige Sammlung im Kontext des außergewöhnlichen Schaffens Paul Klees.
Der Deutsch-Schweizer Maler und Grafiker Paul Klee (1879–1940) gehört zu den interessantesten und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten der Klassischen Moderne. Sein faszinierendes Œuvre, an der Schnittstelle zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelt, verschränkt Aspekte der sichtbaren Wirklichkeit und surrealpoetische Vorstellungen zu komplexen Bildern mit oft rätselhaften allegorischen Bezügen.
Daneben stehen Werke, deren gebaute Bildarchitekturen die elementaren Formen der Geometrie und formal kompositorische Überlegungen in den Vordergrund stellen, ohne die innere Poesie des Bildes aus dem Auge zu verlieren. Vor allem durch seine Lehrtätigkeit am Bauhaus (1921–1931) und seine Kunsttheorie, die er in zahlreichen Aufsätzen und Schriften vorstellte, hat Paul Klee zahlreiche Künstler und Künstlerinnen – auch späterer Künstlergenerationen – beeinflusst.
Carl Djerassi, Professor für organische Chemie und heute als Vater der „Pille“ weltberühmt, begann vor über 30 Jahren mit dem Aufbau seiner Klee-Sammlung. Seit den 1980er Jahren ist die Carl Djerassi Collection am San Francisco Museum of Modern Art beheimatet. Mit mehr als 65 Werken gelangt nun – dank der Großzügigkeit Carl Djerassis – ein wichtiger Teil dieser bedeutenden Sammlung an die Albertina. Djerassis Sammlung, die das grafische Schaffen Klees in den Vordergrund stellt, bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Komplexität seines Œuvres. Die Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Druckgrafiken schlagen einen Bogen von den Arbeiten der Frühzeit bis hin zu den kraftvoll und monumental wirkenden Gestaltungen der letzten Jahre.
Vorwort
Paul Klee gehört zu den bedeutendsten und heute auch bekanntesten Künstlern der klassischen Moderne. Sein Œuvre, das mehr als neuntausend Werke umfasst, zählt längst zu jenen künstlerischen Positionen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die unsere Vorstellungen von Kunst verändert haben. Klees spielerischer Umgang mit Formgebung, seine poetischen Kompositionen und fantastischen, oft skurril anmutenden Bildfindungen führen in eine inspirierende Bildwelt voll Erfindungsgabe und Leichtigkeit. Einen Großteil seines künstlerischen Schaffens realisierte Klee in kleinformatigen Werken. In dieser Kleinheit entfaltet sich die Aura des Sublimen und eine schier unerschöpfliche bildnerische Ausdruckskraft, die sich in seinen späten Werken zu innerer Monumentalität steigert.
Unsere Ausstellung soll - ausgehend von der umfangreichen und bedeutenden Klee -Sammlung Carl Djerassis - einen Überblick über dieses reiche Œuvre geben und möglichst viele Facetten des breitgefächerten Schaffens eines Künstlers zeigen, der auch durch seinen theoretischen Diskurs bedeutende Beiträge zur Theorie der bildenden Kunst des vergangenen Jahrhunderts geleistet hat.
Die mit Kennerschaft und großem Enthusiasmus seit den 1960er-Jahren zusammengetragene Sammlung Carl Djerassis resultiert nicht zuletzt aus der geistigen Affinität des Sammlers zu »seinem« Künstler. Carl Djerassi, Professor emeritus für organische Chemie der Stanford University, zu dessen herausragenden Leistungen auf diesem Gebiet die Entwicklung der empfängnisverhütenden »Pille« zählt, hat sich in den letzten Jahren vor allem auf sein literarisches Schaffen konzentriert und eine Vielzahl an Büchern und Theaterstücken geschrieben. Seine enthusiastische Begeisterung für Paul Klee resultiert auch aus dem eigenen engagierten Interesse an ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen: Seit den 1990er-Jahren schrieb Djerassi mehrere Romane, eine Autobiografie, Gedichte und Novellen. Ein Akt aus seinem jüngsten Werk Vier Juden auf dem Parnass. Ein Gespräch - ein biografisches Quintett über Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Gershom Scholem und Arnold Schönberg - wird als szenische Lesung im Rahmen der Klee -Ausstellung in der Albertina aufgeführt. In einem kenntnisreichen Frage- und Antwortspiel zwischen Schönberg und Benjamin wird dessen legendäre geschichtsphilosophisch interessante, aber kunsthistorisch absurde Deutung von Klees Angelus Novus (der Engel der Geschichte) korrigiert.
Die Kunstsammlung Carl Djerassis, die seine Vertrautheit mit dem Schaffen von Paul Klee spiegelt, umfasst heute unter anderem etwa 150 Werke Klees. Die Hälfte davon übergab der Sammler dem San Francisco Museum of Modern Art.
Den zweiten Teil dieser kapitalen Klee -Kollektion - 67 Werke des Carl Djerassi Art Trusts II - übergibt der berühmte Chemiker, Literat und Kunstsammler der Albertina. Diese Schenkung ergänzt in kongenialer Weise unseren alten Bestand von 48 Werken Klees: Diese frühen Zeichnungen stammen aus dem in der Albertina befindlichen Nachlass Alfred Kubins, der ein Freund Klees aus Münchner Tagen und dessen erster Förderer war.
Mein tiefster Dank gilt Carl Djerassi, der in außerordentlich großzügiger Weise bereit war, dieses umfangreiche und bedeutende Konvolut von Werken Paul Klees als »promised gift« der Albertina zu überlassen. Wir würdigen dies umso mehr, als dieser Schritt auch als versöhnende Geste Djerassis gegenüber seiner Geburtsstadt Wien zu werten ist, wurden er und seine Mutter doch durch die beginnende Nazi-Herrschaft im Jahre 1938 zur Emigration in die USA gezwungen.
Diese bemerkenswerte Sammlung, die das grafische Schaffen Klees in den Vordergrund stellt, bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Komplexität des CEuvres von Paul Klee . Die Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Druckgrafiken schlagen einen Bogen von der Frühzeit bis hin zu den kraftvoll und monumental wirkenden Gestaltungen seiner späten Jahre. In unserer Ausstellung werden die Werke des Carl Djerassi Art Trusts im Rahmen einer umfangreichen, retrospektiv angelegten Werkschau präsentiert, die durch Leihgaben internationaler Museen und Sammlungen mit weiteren wichtigen und repräsentativen Werken ergänzt wird. Einige herausragende Gemälde - Rotes Villenquartier, 1920, 74 (Abb. S. 131), und Fragmente, 1937, 132 (Abb. S. 225), - kommen aus dem Bestand des Museum of Modern Art in San Francisco. Mit diesem Museum hat die Albertina durch die Initiative Carl Djerassis einen institutionalisierten Kooperationspartner gewonnen. Diese Kooperation wird es möglich machen, das Werk Paul Klees und seiner Zeitgenossen in zwei Museen auf zwei Kontinenten in kontinuierlicher partnerschaftlicher Zusammenarbeit seinen Besucherinnen und Besuchern in konzisen Einzelpräsentationen zeigen zu können.
Mit den herausragenden Werken von Paul Klee aus der Dauerleihgabe der Sammlung Eva und Mathias Forberg und den wichtigen Aquarellen Klees aus der Dauerleihgabe der Sammlung Batliner wird die Albertina in Zukunft mit insgesamt 118 Werken über die umfangreichste Klee -Sammlung der österreichischen Museen verfügen und in der Lage sein, die unterschiedlichen Facetten des vielfältigen Œuvres dieses bedeutenden Vertreters der klassischen Moderne zu zeigen.
Die Sammlung Eva und Mathias Forberg, deren Schwerpunkt die klassische Moderne ist, enthält als Herzstück eine exquisite Auswahl von Werken Paul Klees. Einen Teil dieser ganz besonderen und sehr persönlichen Sammlung hat Mathias Forberg von seinem Vater Kurt Forberg, der in den 1950er-Jahren die Sammlung begründete, als Erbteil erhalten. Mit großer Kennerschaft und Enthusiasmus ist es ihm gelungen, einen Teil jener Werke, die aus unterschiedlichen Gründen der Sammlung verloren gingen, wieder zu erwerben oder die Sammlung in hoher Qualität zu ergänzen. So gehören die Bilder Klees Ä hnlich wie 49 (Revier eines Katers), 1919, 50 (Abb. S. 128), Gartenhaus, 1929, 347 (Abb. S. 188), und Ohne Titel (Schrift), um 1940 (Abb. S. 252), zu herausragenden Beispielen eines Œuvres, das von Musikalität, Vielschichtigkeit und dem Streben nach Ausgleich der Gegensätze geprägt ist. Die Leidenschaft für die unterschiedlichen Aspekte der Künstlerpersönlichkeit Paul Klees zeigt auch der von Mathias Forberg produzierte Film Die Tunisreise mit dem und über den tunesischen Filmemacher, Maler, Erzähler und Philosophen Nacer Khemir, den die Albertina als Mitproduzentin ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zeigen wird. Nacer Khemirs Begegnung mit dem Werk Klees hatte für ihn eine ähnlich tiefe, lebensbestimmende Bedeutung wie für Klee dessen Reise nach Tunesien, die ihn vom Zeichner zum Maler werden ließ.
Dies Klee -Aus Stellung aus Anlass des 85. Geburtstages von Carl Djerassi sowie der Übergabe seines Art Trusts II an die Albertina, hätte ohne die großzügige Unterstützung des San Francisco Museum of Modern Art nicht in der gewünschten Form verwirklicht werden können. Ich bin daher dessen Direktor Neal Benezra sowie Janet Bishop und Rose Candelaria zu größtem Dank verpflichtet.
Auch allen anderen Museen und privaten Sammlern danke ich für die so wichtige Unterstützung unserer Klee -Ausstellung: dem Kunstmuseum Basel, dem Zentrum Paul Klee , Bern, Anne-Marie und Alexander Klee -Coli, Klee-Nachlassverwaltung, Bern, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, der Jan Krugier und Marie-Anne Krugier-Poniatowski Collection, Genf, dem Sprengel Museum Hannover, dem Musee national d'art moderne, Centre Pompidou, Paris, und allen privaten Leihgebern, die nicht genannt werden möchten. Dem Hatje Cantz Verlag sowie allen Autorinnen und Autoren gilt unser größter Dank für die Publikation des wunderbaren Katalogs. Zu guter Letzt gilt mein persönlicher Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Albertina, die geholfen haben, diese Ausstellung mit großem Engagement in relativ kurzer Zeit zu realisieren.
Klaus Albrecht Schröder
Direktor der Albertina
Inhaltsverzeichnis
| Inhalt | Seite |
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Vorwort Klaus Albrecht Schröder |
7 |
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Paul Klee . Aus der Sicht des Sammlers Carl Djerassi |
11 |
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»Die Linie, welche Kratzfüßchen frisst und verdaut« Klees zeichnerisches Werk der Münchner Jahre Susanne Berchtold |
19 |
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»Auch hier ein Gesicht« Physiognomische Variationen im Werk Paul Klees Christine Hopfengart |
27 |
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»Ich bin mein Stil« Tilman Osterwold |
45 |
| Katalog | 63 |
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Paul Klee. Eine chronologische Biografie Stefan Frey |
258 |
| Verzeichnis der abgebildeten Werke | 284 |
| Verzeichnis der Abbildungen außer Katalog | 292 |
| Bibliografie | 293 |
| Abbildungs- und Fotonachweis | 294 |
| Impressum | 295 |
Über Paul Klee
Paul Klee, 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geboren, geht 1898 zum Studium nach München. 1906 heiratet er Lily, 1907 wird der Sohn Felix geboren. 1920 Berufung an das Bauhaus in Weimar. 1924 Gründung der Künstlergruppe"Die Blaue Vier"mit Kandinsky, Jawlensky und Feininger und große Klee-Ausstellung im MoMA in New York. 1933 verliert Klee seine Stellung als Lehrer am Bauhaus und seine Kunst wird als"entartet"diffamiert. Rückkehr in die Schweiz, wo ihm ein Antrag auf Einbürgerung nicht gewährt wird. 1935 Diagnose der unheilbaren Krankheit Sklerodermie, an der er 1940 stirbt.
Über Klaus Albrecht Schröder
Klaus Albrecht Schröder studierte Kunstgeschichte in Wien; von 1988 bis 1999 Direktor des Wiener Kunstforums; seit 1996 Präsident der Interessensgemeinschaft österreichischer Museen und Ausstellungshäuser (IMA); seit 1999 Direktor der Albertina, Wien. Herausgeber und Verfasser zahlreicher Publikationen und Beiträge zur österreichischen und internationalen Kunstgeschichte, Kunstsoziologie und Ästhetik.
Details
Herausgeber: Klaus Albrecht Schröder und Susanne Berchtold
Vorwort: Klaus Albrecht Schröder
Texte: Susanne Berchtold, Carl Djerassi, Stefan Frey, Alison Gass, Christine Hopfengart, Maria-Christina Metzler und Tilman Osterwold
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Erstausgabe: 12.05.2008
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2008
Seitenanzahl: 296 Seiten
Abbildungen: 274 Abbildungen, davon 175 farbig
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-2214-9
ISBN 13: 978-3-7757-2214-8
Größe: ca. 284 x 228 x 28 mm
Gewicht: ca. 1.700 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Besonderheit: lange ausverkauft und sehr gesucht - neu normalerweise nicht mehr erhältlich







