Paul Klee - Handpuppen
|
|
Beschreibung
Zentrum Paul Klee, Bern (Hrsg.)
Paul Klee
Handpuppen
Ein wunderbares Geschenkbuch, in dem eine wenig bekannte, überaus reizvolle Werkgruppe im Schaffen des großen Künstlers der Klassischen Moderne zu entdecken ist.
Zwischen 1916 und 1925 fertigte Paul Klee (1879-1940) für seinen Sohn Felix rund 50 Handspielpuppen, von denen sich 30 Figuren erhalten haben. Für die Köpfe verwendete der Künstler Materialien aus dem eigenen Haushalt: Rindsknochen und Steckdosen, Borstenpinsel, Fellreste und Nussschalen. Die ersten Kostüme nähte die später berühmt gewordene Puppenmacherin Sasha Morgenthaler, bald übernahm Klee diese Arbeit selbst.
Die Handpuppen sind eine eigene Werkgruppe, die nicht den Anspruch großer Kunstwerke erhebt, aber doch die künstlerischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Jahre spiegelt. So lässt sich die zeitliche Nähe zu Dada und den Collagen von Kurt Schwitters etwa bei Klees Zündholzschachtelgeist erkennen; mit dem Deutschnationalen karikierte er einen politischen Zeittyp.
Der Band präsentiert die unübertrefflich fantasievollen Handpuppen Paul Klees und beschreibt die einzelnen Figuren.
Grundsätzlich liefern wir die Ausgabe in Deutsch. Bitte geben Sie kurz an, wenn Sie die Englische Ausgabe (ISBN 978-3-7757-1740-3) wünschen.
Vorwort
Zu den ganz besonders wertvollen und einmaligen Werken, die Livia Klee-Meyer dem Zentrum Paul Klee geschenkt hat, gehören die 30 Puppen aus dem Besitz von Felix Klee. Paul Klee ist nicht als Plastiker berühmt geworden. Im Vorwort zu seinem Puppenbuch von 1979 stellt Felix Klee die berechtigte Frage, ob man eigentlich Paul Klee auch als Plastiker bezeichnen könne. In der Tat kann man nicht sagen, dass die rund 50 plastischen Arbeiten von Paul Klee - mit zwei Ausnahmen alle im Besitz des Zentrum Paul Klee - einen bedeutenden Anteil am fast 10 000 Werke umfassenden Gesamtœuvre ausmachen.
Die Puppen sind indessen eine ganz spezifische Werkgruppe. Paul Klee schuf sie als Spielzeuge für seinen Sohn Felix. Spielzeuge, die immer im Besitz der Familie blieben, nie zum Verkauf standen und vom Künstler auch nicht in den handgeschriebenen Œuvrekatalog aufgenommen wurden. Die Puppen lassen uns also wie die Tagebücher Paul Klees und seine privaten Briefe einen Blick in die Intimität der Familie tun. Und gerade deshalb sind sie dem Zentrum Paul Klee wichtig und auch ganz besonders wertvoll.
Das Puppenbuch von Felix Klee aus dem Jahre 1979 ist seit Jahren vergriffen. Ein neues Buch über die Handpuppen zu machen, gehörte deshalb zu den ursprünglichsten Postulaten, als wir die Publikationen planten, die zur Eröffnung des Zentrum Paul Klee vorliegen sollten. Dass es dann nicht möglich war, das Puppenbuch zum Start im Sommer 2005 herauszubringen, hatte nur mit der Auslastung der Kapazitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrum Paul Klee zu tun. Das Buch erscheint nun rund ein Jahr nach der Eröffnung, und ich denke, dass es ein begeistertes Publikum finden wird.
Tilman Osterwold, künstlerischer Leiter, hat die Handpuppen in die Präsentation der Gemälde und grafischen Werke einbezogen. Sie sind in dieser Präsentationsform zu guten Geistern des Hauses geworden. Das Zentrum Paul Klee verdankt seine Entstehung den Initiativen und den Geschenken der Familie Klee, besonders von Livia Klee-Meyer und Alexander Klee. Mit den in die Sammlung integrierten Puppen wird ein schöner symbolischer Bezug zu Felix Klee hergestellt. Die Initiative seiner Erben für die Schaffung eines Paul Klee-Museums in Bern wäre nicht möglich gewesen, hätte Felix Klee nicht dafür gesorgt, dass die Nachlasssammlung in Bern bleiben konnte. Christine Hopfengart, Konservatorin im Zentrum Paul Klee, machte den Vorschlag, die Puppen in einer neuen Publikation zu präsentieren. Ich danke ihr ganz herzlich für die Konzeptarbeit zum Buch sowie die wissenschaftliche Begleitung des Werks. Alexander Klee und Livia Klee-Meyer danke ich für die Bewilligung, ein neues Buch über die Puppen herausgeben zu dürfen.
Möge das Buch viele begeisterte Leserinnen und Leser finden.
Andreas Marti
Direktor Zentrum Paul Klee
Die Geschichte von Paul Klees Handpuppen begann mit dem Wunsch seines Sohnes Felix nach Kasperifiguren, so wie er sie auf einem Münchner Flohmarkt gesehen hatte. Von 1916 bis 1925 entstanden insgesamt 50 Figuren, von denen sich heute noch 30 erhalten haben. Für die Puppen verwendete der Künstler die verschiedensten Materialien aus dem Atelier oder seiner häuslichen Umgebung: Rindsknochen und Steckdosen, Borstenpinsel und Nussschalen. Die Gewänder nähte er aus Stoffresten und abgelegten Kleidern.
Am Anfang orientierte sich Klee am Repertoire des volkstümlichen Kasperltheaters, später erfand er seine eigenen fantastischen Figuren. Manche von ihnen enthalten Anspielungen auf seine Künstlerkollegen am Bauhaus, andere gehen auf Anregungen aus dem Theater zurück. Zuweilen reflektieren die Puppen auch politische oder gesellschaftliche Themen, wie der Deutschnationale, der die Ultrakonservativen der Weimarer Republik aufs Korn nimmt, oder der Steckdosengeist, der sich auf die rasante Verbreitung der Elektrizität bezieht. In der Gestaltung der Puppen spielte Klee mit den Stilen seiner Zeit. So erinnert der Weisshaarige Eskimo an Dada-Collagen, der Breitohrclown nimmt konstruktive Anregungen aus dem Bauhaus-Umkreis auf.
Der Band stellt das gesamte Ensemble von Klees Puppentheater in Wort und Bild vor. Jede Puppe ist abgebildet und kommentiert. Der ursprüngliche Puppen-Bestand und die Bühnenbilder werden so weit als möglich rekonstruiert und mit Aussagen von Zeitzeugen ergänzt. Einführende Essays beleuchten biografische und zeitgeschichtliche Zusammenhänge. Klees Sohn Felix und sein Enkel Aljoscha erinnern sich an den spielerischen Einsatz der Puppen im Familienkreis.
Rezensionen
»Der aufschlußreiche Band eröffnet dem Leser eine weitgehend unbekannte Seite Paul Klees und beleuchtet eine innige Vater-Sohn-Beziehung.«
[Antiquitäten Zeitung]
»Das Buch ist nicht nur eine anschaulich-informative Lektüre, sondern auch eine wunderbare Anregung für den Kunst-Unterricht.«
[KUNST+UNTERRICHT]
Inhaltsverzeichnis
| Autor | Inhalt | Seite |
| Andreas Marti | Vorwort | 7 |
| Christine Hopfengart | Zwittergeschöpfe - Klees Handpuppen zwischen Kunst und Kasperltheater | 8 |
| Tilman Osterwold |
"Ich als dramatisches Ensemble" Die Handpuppen als Metaphern für das künstlerische Selbstverständnis Paul Klees |
33 |
| Aljoscha Klee | Felix Klee und das Puppentheater | 39 |
| Felix Klee | Paul Klee: Handpuppen | 43 |
| Abbildungen | 47 | |
| Katalog | 111 | |
| Bibliografie | 144 |
Über Paul Klee
Paul Klee, 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geboren, geht 1898 zum Studium nach München. 1906 heiratet er Lily, 1907 wird der Sohn Felix geboren. 1920 Berufung an das Bauhaus in Weimar. 1924 Gründung der Künstlergruppe"Die Blaue Vier"mit Kandinsky, Jawlensky und Feininger und große Klee-Ausstellung im MoMA in New York. 1933 verliert Klee seine Stellung als Lehrer am Bauhaus und seine Kunst wird als"entartet"diffamiert. Rückkehr in die Schweiz, wo ihm ein Antrag auf Einbürgerung nicht gewährt wird. 1935 Diagnose der unheilbaren Krankheit Sklerodermie, an der er 1940 stirbt.
Details
Herausgeber: Zentrum Paul Klee, Bern
Vorwort: Andreas Marti
Texte: Christine Hopfengart, Aljoscha Klee, Felix Klee, Osamu Okuda, Tilman Osterwold, Eva Wiederkehr Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Erstausgabe: 21.07.2006
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2006
Buchart: Gebunden mit Schutzumschlag
Seitenanzahl: 152 Seiten
Abbildungen: 182 Abbildungen, davon 86 farbig
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-1739-0
ISBN 13: 978-3-7757-1739-7
Größe: ca. 264 x 226 x 20 mm
Gewicht: ca. 1.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-1740-3; französische Ausgabe ISBN 978-3-7757-1741-0
Die Ausgabe in Französisch ist leider bereits beim Verlag vergriffen, ggfs. können Sie das Buch noch bei Amazon bekommen: Paul Klee - Marionnettes ISBN 978-3-7757-1741-0.







