Paula Modersohn-Becker - Pionierin der Moderne

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Beschreibung

Rainer Stamm und Hans-Peter Wipplinger (Hrsg.)
Paula Modersohn-Becker
Pionierin der Moderne

Paula Modersohn-Becker (1876-1907) gilt als Pionierin der modernen Malerei und wird von der Kunstgeschichtsschreibung zu Recht zu den bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts gezählt. Beeinflusst von Werken Cézannes und Gauguins entwickelt sie in ihren Bildentwürfen neue Wege formaler Gestaltungsprinzipien, die in der Darstellung des Kreatürlichen im menschlichen Sein gipfeln.

In ihrem Schaffensrausch von nicht mehr als zehn Jahren gelang ihr – mit einem untrüglichem Gespür für die Reduktion komplexer Dingwelten auf das Wesentliche – eine neue, zeitlose, ganz und gar eigenständige Ausdrucksform. »Ich möchte das Rauschende, Volle, Erregende der Farbe geben, das Mächtige« schrieb sie in ihren Aufzeichnungen von ihren Intentionen auf der Suche nach dem »großen Stil der Form, der auch einen großen Stil der Farbe« erforderte. Die Auseinandersetzung mit der Landschaft Worpswedes und ihre Verbundenheit mit der Landbevölkerung stand neben der Suche nach sich selbst im Mittelpunkt ihres Schaffens. Sie widmete sich dabei vor allem der urtümlichen Darstellung der Menschen, die sie mit aller Einfachheit, Würde und Monumentalität schilderte. Trotz allem verinnerlichtem Sentiment, das sie in die Bilder transformierte, war ihr vor allem an einer Vereinfachung der Form gelegen. Modersohn-Becker war eine der ersten Malerinnen des 20. Jahrhunderts, die mit unglaublichem Ernst und beeindruckender Intensität ihr Leben mit allen persönlichen Konsequenzen der Kunst widmete. Die Retrospektive der mit 31 Jahren jung verstorbenen Künstlerin ist die erste umfassende Präsentation ihres faszinierenden Œuvres in Österreich. Das Katalog-Buch spiegelt die Entwicklung ihres künstlerischen Werdegangs wider.

 

Inhaltsverzeichnis

Autor Inhalt Seite
Hans-Peter Wipplinger Prolog 6
Rainer Stamm Paula Modersohn-Becker
Leben und Werk im Spiegel ihrer Selbstporträts
9
Hans-Peter Wipplinger Paula Modersohn-Becker
Zur Geschichte einer künstlerischen und persönlichen Identitätssuche
27
  Bildteil 43
Wolfgang Werner Biografie 154
  Verzeichnis der ausgestellten Werke 162
  Bibliografie 166
  Bildnachweis 168
  Impressum 168

Zur Ausstellung in Krems

Pionierin der Moderne
Paula Modersohn-Becker
14. März 2010 bis 04. Juli 2010
Kunstmeile Krems


Die Künstlerin (1876-1907) gilt als eine der großen Wegbereiterinnen der Moderne und zählt zu den bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Beeinflusst von Werken Cézannes, Gauguins und van Goghs entwickelt sie in ihren Bildentwürfen neue Wege formaler Gestaltungsprinzipien, die in der Darstellung des Kreatürlichen im menschlichen Sein gipfelten.

Signifikant bei Modersohn-Beckers Bildkonzeptionen ist die Reduktion komplexer Dingwelten in einfache bildnerische Formen. Dahinter steht die Überzeugung, sich bei der Konstruktion eines Bildes vom Naturvorbild zu lösen. Die Künstlerin hat damit als eine der ersten einen neuen Weg in der zeichnerischen und malerischen Ausdrucksweise eingeschlagen und sich an den Anfang der modernen deutschen Malerei gestellt. In der Bildgestaltung beschränkte sie sich in konzentrierter Weise auf einige wenige Themen wie Landschaft, Stillleben und Menschendarstellungen. Als große künstlerische Analytikerin menschlicher Existenzen hat sie damit ein neues Bild vom Menschen kreiert. Die Künstlerin gilt als eine der ersten Malerinnen, die mit beeindruckendem Ernst und großer Intensität ihr Leben der Kunst widmete. In den rund zehn Jahren ihres Schaffens hat sie ca. 750 Gemälde, 1000 Handzeichnungen und 13 Radierungen hinterlassen. Die Retrospektive der mit 31 Jahren verstorbenen Künstlerin ist die erste in Österreich.

Kurator: Hans-Peter Wipplinger

Zur Ausstellung in Bremen

Paula Modersohn-Becker.
Pionierin der Moderne
18. Juli bis 19. September 2010
Paula Modersohn-Becker Museum
Museum im Roselius-Haus


Paula Modersohn-Becker (1876–1907) hat als eine der wenigen Frauen Wesentliches zur Entwicklung der Kunst der klassischen Moderne beigetragen und gilt heute als Pionierin in der Malerei. Zwar liegen ihre künstlerischen Wurzeln in Worpswede, doch sie erkennt sehr bald, dass die Enge der Künstlerkolonie mit den ästhetischen und thematischen Konventionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts sie nicht weiterbringt: In der Silvesternacht 1900 bricht sie erstmals nach Paris auf. Die pulsierende Kunstmetropole lässt sie nicht los und so zieht es sie in den ihr noch verbleibenden sieben Lebens- und Schaffensjahren weitere drei Male in die Stadt an der Seine. Dort holt sie sich die Inspirationen sowohl im Louvre beim Studium der alten Meister und antiker Bildwerke als auch bei Künstlerkollegen wie Auguste Rodin, Paul Cézanne oder Paul Gauguin.

Paula Modersohn-Beckers Bilder zeugen von der Suche nach der großen Einfachheit der Form, die sie vor allem in den Jahren kurz vor ihrem viel zu frühen Tod meisterhaft umzusetzen verstand. Doch war es gerade diese grobe, runenhafte Ausdrucksweise, die bei vielen Zeitgenossen auf Unverständnis stößt. Anlass dazu gaben unter anderem ihre Kinderbildnisse. Denn im Gegensatz zu den über Jahrhunderte hinweg liebreizenden, engelsgleichen dargestellten Geschöpfen, entfernt sie sich drastisch von diesen traditionellen Erwartungen. Paula Modersohn-Becker strebte die Reduzierung komplexer Bildgegenstände an, wobei ihr Schwerpunkt auf weiblichen Figuren und Selbstporträts lag. In diesen befragt sie sich immer wieder neu und schuf mit dem Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag 1906 schließlich eine Inkunabel der Kunstgeschichte, den ersten Selbstakt einer Frau.

Die Retrospektive, die in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Krems erstellt wurde, bietet einen Überblick über das Lebenswerk der Künstlerin, die trotz der kurzen Schaffenszeit ein erstaunliches Spektrum an Werken hinterlassen hat. Besonders erfreulich sind die Leihgaben privater Sammler, die es ermöglichen, Bilder zu zeigen, die nie zuvor in Bremen zu sehen waren. Ein weiteres Highlight ist ein Gemälde Paula Modersohn-Beckers, das als Neuzugang der Museumssammlung dem Publikum erstmalig präsentiert wird. So bietet die Ausstellung auch für Kenner der Künstlerin neue und spannende Blicke.

Details

Herausgeber: Rainer Stamm und Hans-Peter Wipplinger
Verlag: Hirmer Verlag, München
Auflage: Erstauflage
Jahr: 03/2010
Seitenanzahl: 168 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 73 Farbtafeln, 74 Abbildungen in Farbe und 13 in Schwarz-Weiß
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7774-2631-8
ISBN 13: 978-3-7774-2631-0
Größe: ca. 256 x 216 x 24 mm
Gewicht: ca. 1.050 Gramm
Zustand: neu, ungelesen