Die Macht des Silbers - Karolingische Schätze
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Beschreibung
Prof. Dr. Egon Wamers und Michael Brandt (Hrsg.)
Die Macht des Silbers
Karolingische Schätze im Norden
2002 wurde im dänischen Duesminde ein wikingerzeitlicher Hortfund mit einer großen Zahl an karolingischem Silberschmuck entdeckt. Die Erstpräsentation dieses sensationellen Fundes 2005 ist Anlass, nach der Bedeutung des Silbers für das Karolingische Reich und den wikingerzeitlichen Norden zu fragen.
Was für heutige Imperien das Öl, das war für das seit dem späten 8. Jahrhundert expandierende Karolingische Reich das Silber: Rohstoff der Macht. Aus Silber schlug man den Denar, die neue Währung und Basis für das aufblühende Handels- und Wirtschaftsleben; in Silber goss und trieb man die Repräsentationsausstattung des weltlichen und geistlichen Adels; aus Silber wurde das liturgische Gerät für die zahlreichen, z. T. neu gegründeten Kirchen und Klöster im fränkischen Altland und seinen Missionsgebieten gefertigt.
Von außergewöhnlicher Kunstfertigkeit sind die meist vergoldeten Silberarbeiten des späten 8. und 9. Jahrhunderts, die in den Kloster- und Hofwerkstätten gefertigt wurden. Von den wenigen erhaltenen Exemplaren wird in der Ausstellung eine repräsentative Auswahl herausragender karolingischer Silberwerke gezeigt: Kelche, liturgische Pyxiden und Reliquiare, Reit- und Waffenzubehör des Adels und Münzschätze.
Wenig von diesen Pretiosen ist in Kirchenschätzen oder Bodenfunden des fränkischen Reichsgebietes erhalten. Vieles kam als Normannen-Beute in den Norden: Hier findet man die Stücke als umfunktionierten Trachtenschmuck oder in Silberschätzen. Anderes hingegen gelangte als diplomatisch-politische Gaben oder als Taufgeschenke in die Hände skandinavischer "warlords".
Im wikingerzeitlichen Norden entfaltete das fränkische Silber eine ähnliche Machtfunktion wie auf dem Kontinent: Silber wird Grundstoff für Handel und Kapital sowie Werkstoff für den Schmuck des Adels. Bezeichnend für die "imitatio imperii" sind die karolingischen Hostienbehälter, die zu kultischen Trinkgefäßen mutierten.
Ausstellungen:
Archäologisches Museum Frankfurt am Main: 25. Februar bis 24. Juli 2005
Dom-Museum Hildesheim: 31. Juli bis 11. Dezember 2005
Dänischen Nationalmuseum Kopenhagen
Klappentext
Kein Stoff war so fundamental für die materielle und semiotisch-repräsentative Grundlegung des Karolingischen Reiches im 9. Jahrhundert wie das Silber. Von der Währung über die militärische Ausstattung, den Ornat und die Insignien des weltlichen und geistlichen Adels bis zum liturgischen Gerät für den Gottes-Dienst: Für all das bildete Silber den Grundstoff, und in all dem offenbart sich die damalige Macht des Silbers. In den Norden gelangten viele fränkische Pretiosen als Beute und Tribut der Normannen, aber auch als diplomatisch-politische Gaben oder Taufgeschenke für skandinavische und slawische Kleinkönige und warlords. Ausstellung und Katalog breiten in konzentrierter Form das Spektrum des karolingischen Silbers in nahezu allen seinen Facetten aus und erwecken den Glanz des 9. Jahrhunderts, den Splendor Imperii, wieder zum Leben. Damit wird etwas vom Geist der Zeit, von der unerhörten Aufbruchsstimmung jenes jungen Imperiums und seiner gewaltsamen wie sakralen Dimension vermittelt.
Inhaltsverzeichnis
| Inhalt | Seite |
| Vorwort | 9 |
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Silber in der Antike Egon Wamers |
11 |
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Rohstoff der Macht - Silber in der Karolingerzeit Egon Wamers |
19 |
| Renovatio Imperii - Silber für das neue Reich | 21 |
| Die neue Währung | 23 |
| Der Awarenschatz - ein "Krieg für Silber" | 29 |
| Schätze von König, Adel und Kirche | 31 |
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Insignien der Macht Egon Wamers |
35 |
| Die Krone | 42 |
| Der Thron | 43 |
| Das Szepter | 48 |
| Armreifen | 51 |
| Das Schwert | 52 |
| Sporen und Zaumzeug | 57 |
| Geistliche Insignien (Michael Brandt) | 62 |
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Gold - Epiphanie des Göttlichen und weltliche Macht Egon Wamers |
73 |
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Silber für den Gottesdienst Egon Wamers |
83 |
| Liturgisches Gerät | 86 |
| Sakrale Gewänder (Michael Brandt) | 92 |
| Reliquiare (Michael Brandt) | 96 |
| Lockruf des Silbers - Normannen im Fränkischen Reich | 105 |
| Ungebetene Gäste (Torsten Capelle) | 107 |
| Die Spur des Silbers - fränkisches Beutegut im Norden (Egon Wamers) | 112 |
| Gold und Silber aus Marsum - karolingische Schatzfunde in den Niederlanden (Egge Knol) | 119 |
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Der Silberschatz von Duesminde Henrik Schilling |
125 |
| Die Fundgeschichte | 127 |
| Die Zusammensetzung des Schatzes (Egon Wamers) | 129 |
| Der Charakter des Schatzes (Egon Wamers) | 142 |
| Lolland - das Tor nach Skandinavien | 143 |
| Lolland zur Wikingerzeit | 144 |
| Der Herr von Vejleby | 145 |
| Lolland - ein Kleinkönigtum? | 147 |
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Imitatio Imperii - Silber verändert den Norden Egon Wamers |
149 |
| Splendor imperii | 151 |
| Novus David | 153 |
| Stupor Danorum | 159 |
| Silber im Norden - die neue Währung | 162 |
| Ein dänischer Vasall im Bootkammergrab von Haithabu - fränkisches Hofzeremoniell im Norden | 165 |
| "Military Look" - eine neue Damenmode im Norden | 173 |
| Der Gral im Norden - vom Hostienbehältnis zum Ritualgefäß | 178 |
| Literatur | 183 |
| Abbildungsnachweis | 191 |
Über Prof. Dr. Egon Wamers
Egon Wamers (* 4. Januar 1952 in Anrath) ist ein deutscher Frühmittelalter-Archäologe.
Er studierte Ur- und Frühgeschichte, Philosophie, Skandinavistik und Soziologie in Aachen und Münster und wurde 1979 mit der der Dissertation Insularer Metallschmuck in wikingerzeitlichen Gräbern Nordeuropas promoviert. Nach wissenschaftlichen Tätigkeiten am Römisch-Germanischen Museum Köln, am Westfälischen Museum für Archäologie Münster sowie in der Bodendenkmalpflege Köln war er ab 1981 Kustos für Frühmittelalterarchäologie am Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Seit 2002 ist er Leitender Direktor des seitdem Archäologisches Museum Frankfurt genannten Instituts.
Nach Lehraufträgen an den Universitäten Marburg, Frankfurt, Århus und Kopenhagen wurde Wamers 2004 zum Honorarprofessor für Vor- und Frühgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main ernannt.
Er kuratierte in Frankfurt mehrere Ausstellungen zum europäischen Frühmittelalter, ist im wissenschaftlichen Beirat überregionaler Ausstellungen tätig und an mehreren internationalen Forschungsprojekten beteiligt.
Schwerpunkte seiner Forschung sind die Archäologie und Kulturgeschichte der Karolingerzeit und der Wikingerzeit, die Frühgeschichte des Rhein-Main-Gebietes sowie die Ikonographie frühmittelalterlicher Kunst.
Wamers ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt.
2006 wurde Wamers zum Chevalier dans l'Ordre des Palmes Académiques ernannt.
Details
Herausgeber: Prof. Dr. Egon Wamers und Michael Brandt
Verlag: Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
Erstausgabe: 18.02.2005
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2005
Seitenanzahl: 192 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 120 Abbildungen in Farbe und 17 in S/W sowie 9 Pläne und 29 Zeichnungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7954-1725-2
ISBN 13: 978-3-7954-1725-3
Größe: ca. 284 x 214 x 18 mm
Gewicht: ca. 1.200 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Bemerkungen: Es erschien noch eine Paperbackausgabe, wir bieten jedoch die Hardcover-Buchhandelsausgabe an







