Die Macht des Silbers - Karolingische Schätze

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ISBN: 9783795417253  

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Beschreibung

Prof. Dr. Egon Wamers und Michael Brandt (Hrsg.)
Die Macht des Silbers
Karolingische Schätze im Norden

2002 wurde im dänischen Duesminde ein wikingerzeitlicher Hortfund mit einer großen Zahl an karolingischem Silberschmuck entdeckt. Die Erstpräsentation dieses sensationellen Fundes 2005 ist Anlass, nach der Bedeutung des Silbers für das Karolingische Reich und den wikingerzeitlichen Norden zu fragen.

Was für heutige Imperien das Öl, das war für das seit dem späten 8. Jahrhundert expandierende Karolingische Reich das Silber: Rohstoff der Macht. Aus Silber schlug man den Denar, die neue Währung und Basis für das aufblühende Handels- und Wirtschaftsleben; in Silber goss und trieb man die Repräsentationsausstattung des weltlichen und geistlichen Adels; aus Silber wurde das liturgische Gerät für die zahlreichen, z. T. neu gegründeten Kirchen und Klöster im fränkischen Altland und seinen Missionsgebieten gefertigt.

Von außergewöhnlicher Kunstfertigkeit sind die meist vergoldeten Silberarbeiten des späten 8. und 9. Jahrhunderts, die in den Kloster- und Hofwerkstätten gefertigt wurden. Von den wenigen erhaltenen Exemplaren wird in der Ausstellung eine repräsentative Auswahl herausragender karolingischer Silberwerke gezeigt: Kelche, liturgische Pyxiden und Reliquiare, Reit- und Waffenzubehör des Adels und Münzschätze.

Wenig von diesen Pretiosen ist in Kirchenschätzen oder Bodenfunden des fränkischen Reichsgebietes erhalten. Vieles kam als Normannen-Beute in den Norden: Hier findet man die Stücke als umfunktionierten Trachtenschmuck oder in Silberschätzen. Anderes hingegen gelangte als diplomatisch-politische Gaben oder als Taufgeschenke in die Hände skandinavischer "warlords".

Im wikingerzeitlichen Norden entfaltete das fränkische Silber eine ähnliche Machtfunktion wie auf dem Kontinent: Silber wird Grundstoff für Handel und Kapital sowie Werkstoff für den Schmuck des Adels. Bezeichnend für die "imitatio imperii" sind die karolingischen Hostienbehälter, die zu kultischen Trinkgefäßen mutierten.

Ausstellungen:
Archäologisches Museum Frankfurt am Main: 25. Februar bis 24. Juli 2005
Dom-Museum Hildesheim: 31. Juli bis 11. Dezember 2005
Dänischen Nationalmuseum Kopenhagen

 

Klappentext

Kein Stoff war so fundamental für die materielle und semiotisch-repräsentative Grundlegung des Karolingischen Reiches im 9. Jahrhundert wie das Silber. Von der Währung über die militärische Ausstattung, den Ornat und die Insignien des weltlichen und geistlichen Adels bis zum liturgischen Gerät für den Gottes-Dienst: Für all das bildete Silber den Grundstoff, und in all dem offenbart sich die damalige Macht des Silbers. In den Norden gelangten viele fränkische Pretiosen als Beute und Tribut der Normannen, aber auch als diplomatisch-politische Gaben oder Taufgeschenke für skandinavische und slawische Kleinkönige und warlords. Ausstellung und Katalog breiten in konzentrierter Form das Spektrum des karolingischen Silbers in nahezu allen seinen Facetten aus und erwecken den Glanz des 9. Jahrhunderts, den Splendor Imperii, wieder zum Leben. Damit wird etwas vom Geist der Zeit, von der unerhörten Aufbruchsstimmung jenes jungen Imperiums und seiner gewaltsamen wie sakralen Dimension vermittelt.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt Seite
Vorwort 9
Silber in der Antike
Egon Wamers
11
Rohstoff der Macht - Silber in der Karolingerzeit
Egon Wamers
19
Renovatio Imperii - Silber für das neue Reich 21
Die neue Währung 23
Der Awarenschatz - ein "Krieg für Silber" 29
Schätze von König, Adel und Kirche 31
Insignien der Macht
Egon Wamers
35
Die Krone 42
Der Thron 43
Das Szepter 48
Armreifen 51
Das Schwert 52
Sporen und Zaumzeug 57
Geistliche Insignien (Michael Brandt) 62
Gold - Epiphanie des Göttlichen und weltliche Macht
Egon Wamers
73
Silber für den Gottesdienst
Egon Wamers
83
Liturgisches Gerät 86
Sakrale Gewänder (Michael Brandt) 92
Reliquiare (Michael Brandt) 96
Lockruf des Silbers - Normannen im Fränkischen Reich 105
Ungebetene Gäste (Torsten Capelle) 107
Die Spur des Silbers - fränkisches Beutegut im Norden (Egon Wamers) 112
Gold und Silber aus Marsum - karolingische Schatzfunde in den Niederlanden (Egge Knol) 119
Der Silberschatz von Duesminde
Henrik Schilling
125
Die Fundgeschichte 127
Die Zusammensetzung des Schatzes (Egon Wamers) 129
Der Charakter des Schatzes (Egon Wamers) 142
Lolland - das Tor nach Skandinavien 143
Lolland zur Wikingerzeit 144
Der Herr von Vejleby 145
Lolland - ein Kleinkönigtum? 147
Imitatio Imperii - Silber verändert den Norden
Egon Wamers
149
Splendor imperii 151
Novus David 153
Stupor Danorum 159
Silber im Norden - die neue Währung 162
Ein dänischer Vasall im Bootkammergrab von Haithabu - fränkisches Hofzeremoniell im Norden 165
"Military Look" - eine neue Damenmode im Norden 173
Der Gral im Norden - vom Hostienbehältnis zum Ritualgefäß 178
Literatur 183
Abbildungsnachweis 191

Über Prof. Dr. Egon Wamers

Egon Wamers (* 4. Januar 1952 in Anrath) ist ein deutscher Frühmittelalter-Archäologe.

Er studierte Ur- und Frühgeschichte, Philosophie, Skandinavistik und Soziologie in Aachen und Münster und wurde 1979 mit der der Dissertation Insularer Metallschmuck in wikingerzeitlichen Gräbern Nordeuropas promoviert. Nach wissenschaftlichen Tätigkeiten am Römisch-Germanischen Museum Köln, am Westfälischen Museum für Archäologie Münster sowie in der Bodendenkmalpflege Köln war er ab 1981 Kustos für Frühmittelalterarchäologie am Frankfurter Museum für Vor- und Frühgeschichte. Seit 2002 ist er Leitender Direktor des seitdem Archäologisches Museum Frankfurt genannten Instituts.

Nach Lehraufträgen an den Universitäten Marburg, Frankfurt, Århus und Kopenhagen wurde Wamers 2004 zum Honorarprofessor für Vor- und Frühgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main ernannt.

Er kuratierte in Frankfurt mehrere Ausstellungen zum europäischen Frühmittelalter, ist im wissenschaftlichen Beirat überregionaler Ausstellungen tätig und an mehreren internationalen Forschungsprojekten beteiligt.

Schwerpunkte seiner Forschung sind die Archäologie und Kulturgeschichte der Karolingerzeit und der Wikingerzeit, die Frühgeschichte des Rhein-Main-Gebietes sowie die Ikonographie frühmittelalterlicher Kunst.

Wamers ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt.

2006 wurde Wamers zum Chevalier dans l'Ordre des Palmes Académiques ernannt.

Details

Herausgeber: Prof. Dr. Egon Wamers und Michael Brandt
Verlag: Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
Erstausgabe: 18.02.2005
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2005
Seitenanzahl: 192 Seiten
Buchart: Hardcover
Abbildungen: 120 Abbildungen in Farbe und 17 in S/W sowie 9 Pläne und 29 Zeichnungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7954-1725-2
ISBN 13: 978-3-7954-1725-3
Größe: ca. 284 x 214 x 18 mm
Gewicht: ca. 1.200 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Bemerkungen: Es erschien noch eine Paperbackausgabe, wir bieten jedoch die Hardcover-Buchhandelsausgabe an