Gerd Rothmann - Schmuck - Jewellery

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24,80 EUR

ISBN: 9783775711555  

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Beschreibung

Gerd Rothmann
Schmuck - Jewellery

Der Münchener Gold- und Silberschmied Gerd Rothmann interpretiert traditionelle Schmuckformen auf eine spielerisch intellektuelle Weise neu. Seit den siebziger Jahren gestaltet er Schmuckstücke mit Körperabdrücken, die meist von den Auftraggebern selbst oder von ihnen nahe stehenden Menschen abgenommen sind. So entstehen persönliche und unverwechselbare Schmuckobjekte wie beispielsweise die »Familienkette« aus dem Jahr 1998, in die Fingerabdrücke einzelner Familienmitglieder eingearbeitet sind; oder auch extravagante und vieldeutige wie die »Kaugummikette« von 1990, eine Halskette aus gekautem, in Gold gegossenem Kaugummi, der durch die Abformung zu einer gänzlich neuen Form von Schmuck veredelt wurde.

In dieser Monografie mit Arbeiten Gerd Rothmanns von 1976 bis heute sind die verschiedensten Stimmen von Liebhabern und Trägern der Schmuckstücke versammelt: Reflexionen, Aperçus, intime Kommentare und Fantasien. Zusammen mit Texten von Fachautoren verdichten sie sich zu einem lebendigen Diskurs über Rothmanns Schmuckkunst.

 

Description

The Munich gold- and silversmith Gerd Rothmann (born 1941) adds a whole new interpretation to the traditional forms of jewellery. Since the 1970s he designs pieces with the help of body molds, taken from the customer or people related to him. Thus he creates personal and unique objects as the “family chain“ from 1998, in which he assimilated finger prints of family members or the “bubblegum chain“ from 1990. There he used chewed bubblegums that he casted in gold.

This monography of works from 1976 to 2005 includes annotations from connosieurs and customers: reflections, remarks, intimate comments and phantasies. In relation to the texts by experts they form a remarkable document on the jewellery of Gerd Rothmann.

Über Gerd Rothmann

Gerd Rothmann, *1941 in Frankfurt/Main. 1957 Lehre als Werkzeugmacher. 1961 Lehre als Gold- und Silberschmied; Studium an der Zeichenakademie, Hanau. Verschiedene Lehraufträge im In- und Ausland. 1991 Beginn einer fortlaufenden Heftreihe. Lebt und arbeitet in München.

Ausstellungen

Bayerischer Kunstgewerbe-Verein, München 17.1.- 9.3.2002
Museum für angewandte Kunst, Frankfurt/Main 21.3.- 28.4.2002
Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg 9.5.-14.7.2002
Museum voor Sierkunst en Vormgeving, Gent 15.9.2002-15.1.2003


Gerd Rothmann macht Schmuck, er entwickelt ihn in größtmöglicher Nähe zum Körper. Seit den 70er Jahre basiert sein Konzept auf dem Körperabdruck. Dieses Ausdrucksmittel versteht sich nicht im Sinne einer Verdoppelung des Körpers auf Distanz, sondern wird sehr direkt, sehr persönlich empfunden: der Abdruck vom Körper am Körper, sozusagen Haut an Haut.

G.R. fühlt sich der Generation zugehörig, die seit den 60er Jahren mit politischen wie künstlerischen Mitteln, Regeln, Normen, Traditionen einer etablierten bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellt. Es ist charakteristisch für sein Schmuckwollen, daß er das mit Schmuck verbundene Spektrum kontrovers angeht und körperliche Intimität exhibierend voyeuristisch bis zur Überschreitung gesellschaftlicher Tabus auslotet.

Fingerabdrücke (als Kette) um den Hals einer Trägerin ..., selten vom Künstler selbst als authentische Handschrift (beispielsweise Abb.5) stammen sie meistens von nahestehenden Personen des Trägers oder der Trägerin. Gleichzeitig sind sie die emotionale Spur des Künstlers, seiner Vorstellungskraft und seines Gestaltungswillens.

Dieser Schmuck ist sehr persönlich und scheint nur auf den ersten Blick ornamental oder neutral. Der Finger- oder Hautabdruck wirft Fragen auf nach dem wer, für wen, und dem warum. Ist die abgenommene Hautpartie ein wiedererkennbarer Ausschnitt von Haut oder ein Körperfragment, für das die zugehörige Körperregion erst in der Phantasie des Betrachters gefunden wird? Der Daumenabdruck der Trägerin selbst, der Abdruck des Handgelenkes ihres Mannes als Armspange, die Fingerabdrücke einer ganzen Familie, all das versteht sich je nach Blickwinkel als Signatur, als Zeichen der Zugehörigkeit oder auch als Ausdruck von in Besitznahme.

Schmuck-Annäherungen von G.R. sind Ausdruck einer spezifischen Intimität, die hoch aktuell gesellschaftliche Regel anfragt.

Details

Texte: Dorothea Baumer, Barbara Cartlidge, Florian Hufnagl, Rüdiger Joppien, Sabine Runde u.a.
Verlag: HatjeCantz, Ostfildern
Auflage: Erstauflage
Jahr: 09/2002
Seitenanzahl: 192 Seiten
Abbildungen: 172 Abbildungen, davon 71 farbig
Buchart: Hardcover
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-1155-4
ISBN 13: 978-3-7757-1155-5
Größe: ca. 279 x 217 x 23 mm
Gewicht: ca. 1.250 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Bitte beachten Sie auch das Buch:

Gerd Rothmann - Werkverzeichnis 1967-2008