Gold und Silber im Historismus aus Hanau
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Beschreibung
Prof. Dr. Gerhard Bott, Richard Schaffer-Hartmann und Dr. Bruno-Wilhelm Thiele
Die Gold- und Silberstadt
Hanau und der Historismus
Der kunstgeschichtliche Begriff 'Historismus' ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stilrichtungen des späten 18. und des 19. Jahrhunderts (z.B. Neugotik, Neorokoko, der "nationale Stil", Neubarock, Rundbogenstil), denen gemeinsam ist, dass sie Stilelemente, aber auch geistige und sittliche Vorstellungen vergangener, möglichst heroischer Epochen aufgriffen und in den damaligen Zeitrahmen, also das Zeitalter der Industrialisierung, zu integrieren versuchten. Auch Anregungen aus dem Vorderen Orient oder dem Fernen Osten gesellten sich zu den Stilwiederholungen aus Europa. Der Historismus im engeren Sinne hatte diese verschiedenen Stilrichtungen auch bunt gemixt bzw. glorifiziert, was empfindliche Augen heute leicht kränken kann.
Die Frage „In welchem Stil sollen wir bauen?“, die der Baumeister und Professor Heinrich Hübsch in einem Aufsatz 1828 aufwarf bzw. beantwortete, ist kennzeichnend für die Stilentwicklung dieser Epoche. Erst relativ spät, ab den 1960er Jahren, fand der Historismus seine Anerkennung in der Kunstgeschichte.
Schwerpunkt des Buchs ist das Silber des Historismus aus Hanauer Produktion. Sowohl der Adel als auch das wohlhabende Bürgertum verlangten nach repräsentativen und dekorativen Silberwaren. Becher, Humpen, Pokale, Kannen, Schalen, Leuchter, Tischaufsätze, ganze Service, Bestecke sowie sakrales Silbergerät in verschiedenen Stilformen wurden in den zahlreichen ansässigen Werkstätten entworfen und hergestellt.
Auf den Weltausstellungen waren die herausragenden Erzeugnisse der Hanauer Gold- und Silberwarenfabrikation zu sehen und erschlossen sich dadurch einen europa- und weltweiten Abnehmerkreis. Es war aber auch die letzte große Produktionsepoche des hiesigen Edelmetallgewerbes.
Das Buch gibt den Blick frei auf die reichhaltige und qualitätvolle Produktion der Hanauer Werkstätten aus dieser Zeit. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung einen Querschnitt des Hanauer Kunstgewerbes von der Gründerzeit bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges: die Reichhaltigkeit Hanauer Eisenkunstgusses, Entwürfe und Festschriften, Mobiliar, Postkarten und Ansichten der Stadt. Abgesehen von einigen Beispielen für die Perfektion in der Technik des Eisenkunstgusses ist leider kein Schmuck auf der Ausstellung zu sehen, jedoch viel über die Geschichte der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau zu erfahren.
Das Buch entsandt zur Ausstellung im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau in der Zeit vom 15.02. bis 02.05.2004.
Inhaltsverzeichnis
| Autor | Inhalt | Seite |
| Claus Kaminsky und Rolf Frodl | Gold, Silber, Architektur und Industriealisierung - Hanau und der Historismus | 5 |
| Bruno-Wilhelm Thiele | Die Entwicklung der Hanauer Edelmetallbranche seit dem 16. Jahrhundert | 7 |
| Gerhard Bott | Form follows fantasy- die Phantasie und nicht die Funktion bestimmt die Form | 48 |
| Exponate | 50 | |
| Gerhard Bott | Aspekte historischerArchitektur, Festzüge und schriften in Hanau | 174 |
| Richard Schaffer-Hartmann | Der Weg zur Industriestadt im 19. Jahrhundert | 194 |
| Literaturhinweise | 206 | |
| Anmerkungen | 208 | |
| Organisatoren, Autoren und Herausgeber danken | 214 | |
| Abbildungsnachweise | 214 | |
| Autorenteam | 215 | |
| Impressum | 215 |
Details
Autoren: Prof. Dr. Gerhard Bott, Richard Schaffer-Hartmann und Dr. Bruno-Wilhelm Thiele
Herausgeber und Verlag: Magistrat der Stadt Hanau - Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau
Auflage: Erstauflage
Jahr: 02/2004
Seitenanzahl: 216 Seiten
Buchart: Gebunden
Abbildungen: 70 S/W Abb., 96 farbige und 37 Zeichnungen
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-926011-43-2
ISBN 13: 978-3-926011-43-5
Größe: ca. 235 x 233 x 17 mm
Gewicht: ca. 1.000 Gramm
Zustand: neu, ungelesen







