Wiener Silber. Modernes Design 1780 - 1918
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Beschreibung
Renée Price und Wilfried Seipel (Hrsg.)
Wiener Silber
Modernes Design 1780-1918
Faszinierende Zusammenschau von Wiener Silber- und Metallobjekten - in einem ansprechend gestalteten Band mit über 500 Abbildungen.
Im Wiener Biedermeier sind auffallend klare und formal reduzierte Gebrauchsgegenstände aus Silber entwickelt worden, deren Formen durch ihre Sachlichkeit, Schlichtheit und Zweckmäßigkeit verblüffen und bis in unsere Zeit hinein nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Im Wien der Jahrhundertwende griffen Josef Hoffmann und Koloman Moser in ihren Entwürfen für die Wiener Werkstätten auf den geistigen Gehalt dieser Zeit zurück. In der Folge fanden viele dieser Ideen der Wiener Avantgarde über Bewegungen wie Bauhaus oder De Stijl den Weg in die Massenproduktion und somit in das heutige Designvokabular.
In dieser üppig bebilderten Publikation werden mehr als 180 ausgewählte Wiener Silberobjekte aus der Zeit vom Klassizismus bis zur Wiener Werkstätte vorgestellt und mit Architektur- und Designikonen des 20. Jahrhunderts verglichen. Damit wird der spannenden Frage nachgegangen, welchen Beitrag Wien in der Zeit von 1780 bis 1918 zur Entwicklung der modernen Formgebung geleistet hat.
Im Buch sind Arbeiten von Josef Hoffmann, Henning Koppel, Marianne Brandt, Wilhelm Wagenfeld, Joseph Anton Kern, Christian Dell, Alois Würth, Ludwig Bock, Karl Sedelmayer, Charles R. Aschbee, Carl Otto Czeschka, Johann Mayrhofer, Ignaz Binder, Johann Klima, Gustav Klimt, Christopher Dresser u.v.a. abgebildet und beschrieben.
Das Buch war auch Begleitbuch zu den Ausstellungen:
Neue Galerie, New York: 17. Oktober 2003 bis 16. Februar 2004
Kunsthistorisches Museum Wien: 16. November 2004 bis 20. Februar 2005
Rezension
»Ausgewählte Silberobjekte vom Klassizismus bis in die Zeit der Wiener Werkstätte werden in diesem prachtvoll bebilderten Band vorgestellt.«
[Antiquitäten Zeitung]
Inhaltsverzeichnis
| Autor | Inhalt | Seite |
| Ronald S. Lauder | Zum Geleit | 10 |
| Renée Price und Wilfried Seipel | Vorwort | 11 |
| Günther Stefan Asenbaum und Paul Asenbaum | Vorwort | 12 |
| Christian Witt-Dörring | Zum Thema | 13 |
| Michael Huey |
Erläuternde Texte Die Wende |
16 |
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Klassizismus Die Antike als Vorbild |
20 | |
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Klassizismus Die Reduktion |
38 | |
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Klassizismus Die Geometrie als Sprache der Aufklärung |
64 | |
| Vom Ideal der Schlichtheit zum modernen Gebrauchsgegenstand | 90 | |
| Mobilität - eine Maxime der modernen Gesellschaft | 146 | |
| Stil & Selbstdarstellung | 176 | |
| Wiens Experiment der Moderne | 282 | |
| Markus Brüderlein | Architektonische Abstraktion und die Vision der Moderne | 336 |
| Michael Huey |
Das ästhetisierte Individuum Das Subjekt und seine Objekte im Wien der Jahrhundertwende |
343 |
| J. S. Marcus |
Kreuz und quer Reisen und seine Bedeutung im Europa auf dem Weg in die Moderne |
354 |
| Christopher Wilk | Mit den Augen der Moderne auf die Vergangenheit blicken | 363 |
| Joseph Rykwert | Feucht und trocken | 368 |
| Elisabeth Schmuttermeier | 372 | |
| William D. Godsey, Jr. | 375 | |
| Sylivia Mattl-Wurm | 380 | |
| Diether Halama | Biografien der Wiener Gold- und Silberschmiede | 386 |
| Ausgewählte Bibliografie | 394 | |
| Register | 396 | |
| Fotonachweis | 398 |
Zur Ausstellung
Kunsthistorisches Museum Wien
16. November 2004 bis 20. Februar 2005
Wiener Silber - Modernes Design 1780 – 1918
Die Ausstellung „Wiener Silber. Modernes Design 1780–1918“ zeigt, daß die Geschichte des modernen Designs nicht nur älter, sondern auch vielschichtiger ist als allgemein geschildert. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts, besonders aber im Wiener Biedermeier wurden Formen entwickelt, die bis in unsere Zeit nicht an Gültigkeit verloren haben. Diese Objekte wirken durch die Reduktion auf geometrische Grundformen und das Weglassen des Dekors zeitlos modern.
Im Wien der Jahrhundertwende beriefen sich Josef Hoffmann und Koloman Moser auf die funktionsbetonte Wohn- und Alltagskultur dieser Zeit und schufen mit ihren Entwürfen für die Wiener Werkstätte die ersten radikalen Designobjekte des 20. Jahrhunderts. Über Bewegungen wie De Stijl und das Bauhaus fand diese Formensprache den Weg in die Massenproduktion und damit in das heutige Designvokabular.
Über 200 ausgewählte Silberobjekte aus der Zeit des Klassizismus bis hin zur Wiener Werkstätte dokumentieren den Beitrag Wiens zur Entwicklung der modernen Formgebung.
Der weite Rahmen dieser Ausstellung erlaubt es, die Wiener Tradition einer modernen Formgebung in einen größeren Zusammenhang zu bringen und somit neue Bezüge herzustellen. Sie spannt den Bogen vom Klassizismus bis in die Zeit der Wiener Werkstätte und konzentriert sich ausschließlich auf Objekte aus Silber und anderen Metallen. In diesem Material ist eine moderne Formensprache am deutlichsten erkennbar und kann durch eine repräsentative Anzahl von Beispielen belegt werden. Die Auswahl der Objekte erhebt nicht den Anspruch auf einen Gesamtüberblick über die stilistische Vielfalt der Wiener Silberproduktion dieser Zeitspanne, sondern zeigt selektiv nur jene Gegenstände, die als Vorboten des modernen Designs gesehen werden können. Sie berücksichtigt gegenläufige Strömungen, wie etwa den Historismus, nicht.
In fünf Kapiteln lädt die Ausstellung den Besucher auf eine assoziative Reise sowohl in ästhetischer als auch inhaltlicher Hinsicht ein. Als Wende- und Ausgangspunkt einer neuen Formentwicklung werden im ersten Kapitel die spezifischen Charakteristika des Rokoko jenen des Klassizismus gegenüber gestellt. Das zweite Kapitel mit dem Titel »Klassizismus« beleuchtet in den drei Unterkapiteln »Die Antike als Vorbild«, »Die Reduktion« und »Die Geometrie als Sprache der Aufklärung« die Rolle des Klassizismus als ständiger Begleiter der Moderne. Im dritten Kapitel »Vom Ideal der Schlichtheit zum modernen Gebrauchsgegenstand« werden Wiener Silbergegenstände der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Klassikern des Designs aus dem 20. Jahrhundert verglichen. Damit soll eine neue Sichtweise auf die Entstehung des Modernen Designs ermöglicht werden. Im vierten Kapitel »Mobilität – eine Maxime der modernen Gesellschaft« wird auf die funktionsgeprägte Formgebung des Reisegeschirrs im 19. Jahrhundert als Quelle einer modernen Ästhetik hingewiesen. Darüber hinaus werden die stromlinienförmigen Entwürfe von Josef Hoffmann und Koloman Moser futuristischen Flugobjekten gegenübergestellt. Das fünfte Kapitel »Stil und Selbstdarstellung« beschreibt die enge Symbiose zwischen den Künstlern der Wiener Werkstätte und ihren Auftraggebern als Motor einer neuen Stilfindung. Mit »Wiens Experiment der Moderne« als letztem Kapitel wird schließlich anhand radikaler Entwürfe von Josef Hoffmann und Koloman Moser aus den Anfangsjahren der Wiener Werkstätte die erneuernde Kraft der Künstler für die moderne Gesellschaft zum Ausdruck gebracht. Die Radikalität ihrer künstlerischen Formen dient in erster Linie der Verdeutlichung einer Umbruchzeit. Der Gegenstand verlässt seine angestammte Rolle und wird zum Statement. Die Grenzüberschreitungen zwischen Design und Kunst als Vorahnung auf den kommenden Kubismus und Konstruktivismus werden deutlich.
Christian Witt-Dörring
Die Ausstellung hat eine eigene Homepage.
Über Renée Price
Renee Price ist Leiterin der Neuen Galerie New York.
Details
Herausgeber: Renée Price und Wilfried Seipel
Text: Markus Brüderlin, William D. Godsey, Jr., Diether Halama, J.S. Marcus, Joseph Rykwert, Elisabeth Schmuttermeier, Christopher Wilk
Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Auflage: Erstauflage
Jahr: 2003
Seitenanzahl: 400 Seiten
Buchart: Leinen mit Schutzumschlag
Abbildungen: 501 Abbildungen, davon 239 farbige
Sprache: Deutsch
ISBN 10: 3-7757-1316-6
ISBN 13: 978-3-7757-1316-0
Größe: ca. 290 x 242 x 36 mm
Gewicht: ca. 2.700 Gramm
Zustand: neu, ungelesen
Die Englische Ausgabe Viennese Silver finden Sie bei unter ISBN 978-3-7757-1317-7 bei Amazon.







