Ernst Barlach Porzellan - sehr seltenes Buch

 

14,80 EUR

ISBN: 9783363006322  

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Beschreibung

Ekkart Klinge
Ernst Barlach - Porzellan

Im Jahr 1906 besuchte der damals nur einem kleinen Kreis von Kunstsinnigen bekannte Künstler Ernst Barlach seinen Bruder Hans in der Ukraine und bereiste innerhalb von zwei Monaten die russischen Provinzen Charkow, Kursk und Jekaterinoslaw. Menschen und Landschaften machten auf Ernst Barlach einen so starken Eindruck, daß er sein künstlerisches Schaffen vollständig veränderte. Der bis dahin Unentschiedene fand danach zu einer gültigen plastischen Gestaltung, deren erste und umittelbare Zeugen die Porzellane mit den russischen Motiven sind. Aber auch im weiteren Verlauf seines künstlerischen Schaffens - im plastischen Werk wie in den Zeichnungen kehrten die russischen Gesichter und Charaktere immer wieder. Deshalb sind die Porzellane von besonderem künstlerischen und biographischem Wert: Prototypen des Bildhauers Ernst Barlach.

 

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Klappentext

Mit den Porzellanen, die unmittelbar nach seiner Russlandreise entstehen, gelingt Ernst Barlach der Durchbruch zur eigenen künstlerischen Formensprache. Anlässlich ihrer Wiederausformung in den Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst werden diese kunsthistorisch bedeutsamen Figuren ausführlich in Wort und Bild vorgestellt.

Über die Schwarzburger Werkstätten

Untrennbar mit zwei Manufakturen verbunden sind die SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN FÜR PORZELLANKUNST. Einmal mit der „Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur" und zum anderen mit den „Unterweissbacher Werkstätten für Porzellankunst".

Im Jahr 1901, nach dem Konkurs der „Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur“, kaufte das ansehnliche und liquide Unternehmen in Unterweissbach die altehrwürdige Volkstedter Firma auf und betrieb sie über Jahrzehnte als Zweigbetrieb. Der Kaufmann Edmund Troester und der Diplomingenieur Max Adolf Pfeiffer waren im Jahr 1908 als Vorstand und persönlich haftende Gesellschafter in Unterweissbach eingesetzt worden.

Mit etwa einem Dutzend der damals rund 200 Unterweissbacher Porzelliner richtete Max Adolf Pfeiffer eine Kunstabteilung in Unterweissbach ein. Am 16. Februar 1909 wurde diese Kunstabteilung als SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN FÜR PORZELLANKUNST im Handelsregister des Fürstlichen Amtsgerichtes Oberweissbach eingetragen.

Für deren Leiter Max Adolf Pfeiffer war die Gestaltung von Porzellan „eine sehr ernsthafte Sache, eine Lebensaufgabe, wie sie größer und schöner nicht zu denken ist“. Seinen Kontakten zu namhaften Künstlern und Bildhauern der damaligen Zeit ist es zu verdanken, dass das Sortiment der SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN heute noch von Kennern und Liebhabern von Porzellankunst der ganzen Welt gesucht wird.

Das besondere daran war die Idee, zeittypische Kunstwerke in Porzellan zu erschaffen. Die neuen Bewegungen der Kunstwissenschaften spiegelten sich in den Erzeugnissen wieder. Begonnen mit den Zielen des Werkbundes, Ästhetik und gleichzeitig Gebrauchsfähigkeit des kunsthandwerklichen Erzeugnisses mit der seriellen, industriellen Produktion zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden, bis hin zu den Grundsätzen der Klarheit und Zweckmäßigkeit des in Weimar 1919 gegründeten Bauhauses.

Mit Bildhauern wie Ernst Barlach, Gerhard Marcks oder Max Esser, setzte Pfeiffer diese Suche nach neuer Harmonie und Klarheit in allen Lebensbereichen, in Porzellan um. Innerhalb von wenigen Jahren entstanden zeittypische Schöpfungen, nicht selten geprägt vom ausklingenden Jugendstil.

Ein großer Teil der Porzellane blieb unstaffiert oder wurde getreu Pfeiffers Absicht, durch eine gezielte, sparsame Bemalung, das leuchtende Weiß des Scherbens noch zu steigern, nur sehr sparsam bemalt.

Dorothea Charols „Bajazzo mit Maske“ (Modell-Nummer U 296-M) und auch die „Colombine mit Rose“ (Modell-Nummer U 442-M) zeigen dies in unübertroffener Weise.

Auch der Meisterschüler von Professor Adolf Brütt, Wolfgang Schwartzkopff überzeugt durch die ausdrucksstarke Gruppe „Aschermittwoch“ (Modell-Nummer U 379-WGC), die ebenfalls nur mit feinen Strichen und einfachen Goldstrukturen dekoriert wurde.

Die heute noch im Sortiment der SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN befindlichen Tierfiguren werden häufig mit Unterglasurfarben dekoriert, und selbst hier zeigt sich durch die Transparenz der Farben noch die strahlende Brillianz der weißen Glasur. Einige Beispiele dafür findet man in den Stücken: „Windhund“ (Modell-Nummer U 1226-S) von Grete von Döring, „Haubenmeise“ (Modell-Nummer U 1571-S) von Wilhelm Neuhäuser, „Katze“ (Modell-Nummer U 1038-S) von Etha Richter, „Fuchs, schleichend“ (Modell-Nummer U 1127-S) von Edmund Sode oder dem „Fasanenraub“ (Modell-Nummer U 1399-S) von Arthur Storch.

Max Adolf Pfeiffer schied im April 1913 in Unterweissbach aus und wechselte in Erwartung größerer Möglichkeiten nach Meißen über.

Nach einem erheblichen Rückgang der Produktion in Volkstedt und Unterweissbach zu Beginn des ersten Weltkrieges hatte sich die Thüringer Porzellanindustrie insgesamt bald wieder erholt. Für das Frühjahr 1918 wird eine überaus gute Geschäftslage dargestellt, so dass die Aufträge kaum zu bewältigen waren.

Mitte der zwanziger Jahre siedelten die SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN mitsamt ihrer Modelle und Formen nach Volkstedt um. Unter der Direktion von Dr. Edmund Tröster wurde das Programm weiter ausgebaut. Es befinden sich nun unter anderem Figuren der Bildhauer Mauritius Pfeiffer, Dorothea Moldenhauer, Rudolf Marcuse, Richard Förster, Karl Himmelstoß, Claire Volkhardt; nach wie vor von Otto Thiem, Martha Schlameus, Paul Scheurich, Etha Richter, Wilhelm Neuhäuser, usw. und zunehmend auch Modelle heimischer Künstler wie Gustav Oppel, Arthur Storch oder Hugo Meisel im Angebot.

Edmund Tröster hatte zum Ende des Jahres 1931 sein Amt als Direktor der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik AG niedergelegt, aber er blieb weiterhin Geschäftsführer der SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN.

Er konnte das Figurenprogramm erweitern und neue Käuferschichten gewinnen. Auch die 1928 begonnene Zusammenarbeit mit dem Kunstverlag der Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel, trug wertvolle Früchte.

1936 mußte allerdings infolge Überschuldung der Gesellschaft auch das Konkursverfahren über die SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN eröffnet werden, welches aber durch einen Zwangsvergleich Anfang September 1937 bereits wieder aufgehoben wurde. Die „Aelteste Volkstedter“ erwarb die Geschäftsanteile an den SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN.

Im Verlauf der 30er Jahre geschah es immer öfter, dass auf vorhandene, auch ältere Entwürfe zurück-gegriffen wurde. Modelleure der „Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur“ arbeiteten gleichermaßen für die „Schwarzburger Werkstätten“.

Im Formenlager sind gegenwärtig noch ca. 600 Stücke der WERKSTÄTTEN vorhanden, die teilweise in limitierten Neuauflagen wieder ausgeformt werden.

Die Marke der SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN FÜR PORZELLANKUNST, der eingeprägte schnürende Fuchs, wird von Anfang an verwendet. Ebenfalls als Prägemarke bekommt jeder Artikel eine Modell-Nummer, beginnend mit einem „U“. Diese „U“-Modell-Nummern erhalten nach 1937, als Neuausformungen im Betriebsteil der „Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur“, zusätzlich die Volkstedter Marke und sind bis heute integriert im Sortiment der „Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur“.

Nach der Wende 1990 wurde die „Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur“ mit der Kunstabteilung SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN FÜR PORZELLANKUNST durch die „Königlich privilegierte Porzellanfabrik Tettau (gegr. 1794)“ übernommen. Die Pläne von damals, von den begehrtesten Stücken aus der Geschichte der „Werkstätten“ teilweise limitierte Neuauflagen herzustellen, sind mittlerweile höchst erfolgreich in die Tat umgesetzt worden.

Für die Kenner und Sammler besonderer Porzellanplastiken wird die Tradition der SCHWARZBURGER WERKSTÄTTEN FÜR PORZELLANKUNST mit zeitgenössichen Künstlern fortgeführt werden.

Ganz im Sinne von Max Adolf Pfeiffer „daß jede Kunst Eigenes aus ihrer Zeit heraus schaffen müsse...“

 

Details

Autor: Ekkart Klinge
Herausgeber: Hans Barlach
Verlag: E. A. Seemann, Leipzig
Auflage: Erstauflage
Jahr: 1995
Seitenanzahl: 71 Seiten
Abbildungen: 32 Abbildungen
Sprache: Deutsch
Buchart: Paperback
ISBN 10: 3-363-00632-2
ISBN 13: 978-3-363-00632-2
Größe: ca. 161 x 250 x 8 mm
Gewicht: ca. 300 Gramm
Zustand: neu, ungelesen

Empfehlesnwerte weitere Literatur:

Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH